Results for tag "youtube"

Die alten Lieder

Man muss wissen: mein kleiner, alter, schrottiger und schmutziger, wenig gepflegter, verbeulter und verkratzter, gerade noch so über den TÜV geretteter und trotzdem knutschiger Ford KA (I) besitzt noch das damals vor ca. 20 Jahren im KA verbaute Kassetten-Radio.

Das ist so dermaßen retro, weil es mich an die Zeit erinnert, als ich meinen Führerschein noch frisch hatte, dass ich es einfach nicht übers Herz bringe, das alte Stück durch ein neues Radio ersetzen zu lassen. Nicht nur, weil das neue Radio gar nicht mehr in Form und Farbe zum Innenleben des KA-Interieur passen würde, sondern weil es sich für mich einfach anfühlen würde, als würde ich einem Lebewesen das Herz aus dem Leib reißen.

Um die Instandsetzung meines KAs gebührend zu feiern, habe ich tatsächlich mal neue Boxen einbauen lassen und infolge dessen nach über vier Jahren nun auch endlich mal Gelegenheit in meinem kleinen Auto wieder Musik zu hören… und eben dies brachte mich dazu nach vielen Jahren endlich mal wieder die alte Kartonschachtel mit den vielen Kassetten, die sich dort seit über 20 Jahren sammeln, zu durchstöbern.

Ist schon sehr interessant, was einem da plötzlich wieder in die Ohren kommt und wie sehr man sich noch an den Text und den Einsatz der Stimmen oder Instrumente erinnert, obwohl man die Musik teilweise seit ca. zwei Dekaden nicht mehr gehört hat!

Gestern habe ich mir einfach eine Kassette geschnappt und auf gut Glück im Auto abspielen lassen…. und sofort bin ich auf zwei echt tolle Lieder gestoßen, die vor gefühlten Ewigkeiten zu meinen absoluten Lieblingssongs gehört haben:

Cake – I will survive (Cover des bekannten Songs von Gloria Gaynor.. und ich LIEBE den Bassgitarren-Anteil in dieser Cover-Version)

The Cardigans – Hanging Around (Von dieser schwedischen Band mag ich mehrere Songs, aber dieser war eben gleich als zweiter Song auf der Kassette… „Sick & Tired“ ist zum Beispiel auch ganz nett)

Aber wenn das meine Lieblingslieder sind, wieso höre ich sie heute dann nicht mehr? Wie kann es sein, dass mir die Songs über JAHRE so aus dem Gedächtnis gekommen sind?

Gut, bei The Cardigans weiß ich das leider selbst zu gut, denn ich hatte die CDs (von denen ich die Aufnahmen gemacht habe) leider dauerhaft zu schlecht behandelt und alles, was man zu lange zu schlecht behandelt, lässt einen irgendwann mal im Stich. So war das auch mit diesen CDs, als ich sie in einem späteren Auto (mit CD-Wechsler) zu lange ungeschützt habe herumliegen lassen. Vermutlich hab ich dann einfach vergessen mir die Sachen mal nachzukaufen… oder es eben verschoben (bis heute).

Und die Musik von Cake besitze ich nur als Maxi Single CD, denn der Rest hat mir nicht besonders gefallen. Das damalige Album war nicht so der Brüller und wegen des komischen Titels „Fashion Nugget“ kann ich mich sogar heute noch an dessen Namen erinnern. 🙂

Nun bin ich seit gestern jedenfalls gespannt wie ein Flitzebogen, was ich sonst noch so an längst vergessenen Lieblingssongs aus der Kiste ausgrabe. Gestern habe ich es fast schon bedauert, dass die Fahrt mit dem Auto so kurz war, dass ich nur zwei Songs der Kassette zu hören bekam, denn ich habe natürlich keine Ahnung, was da sonst noch so  drauf ist…

p.S. Kann es sein, dass sich zur Zeit meine Einträge mit Thema „Früher mal“ und „Als ich noch jung war“ häufen? Kommt mir so vor… und liegt vielleicht daran, dass ich zur Zeit an diversen Zipperlein leide, da fühlt man sich immer gleich so viel älter. Wenn jetzt auch noch bald der Plattenspieler eintrifft, den ich gebraucht ersteigert habe, dann gibt es nochmal so einen Eintrag… wie langweilig. 🙂

Lied der Tränen II

„Ja….. schon wieder die Fotografie“ werdet ihr jetzt denken, aber es ist leider wahr… ich komm einfach zu nix sonst mehr … und ich bin glücklich damit. Sorry.

Leider leidet auch dieser Blog darunter ein wenig. Neue Einträge bleiben aus.

Heute will ich damit wenigstens einen Eintrag nachholen, den ich schon lange schreiben will um meine begonnene Reihe „Lied der Tränen“ fortzusetzen.

Das sind Musikwerke, die einen dermaßen tiefen emotionalen Einfluss auf mich ausüben, dass ich regelmäßig Pipi in den Augen hab. Nun klar, sicher nicht wenn ich gerade auf der Autobahn unterwegs bin und der Song nebenher im Radio plärrt (obwohl dort solche Sachen meist nicht gespielt werden), sondern wenn ich Abends allein vor meinem PC sitze und dank Kopfhörer die Musik in guter Wucht in die Ohren pressen kann…. dann passiert das mal.

Nein, ich habe keine Probleme damit. Im Gegenteil. Tatsächlich betrachte ich es als Glück sich so rühren lassen zu können und bin den Meistern, also den Schöpfern dieser Werke und den aufführenden Musikern, unendlich dankbar für ihre Arbeit.

Leider ist der zweite Song, den ich hier nun offenbaren will, nicht unbedingt ein Song der besonders gut in den Blog eines doch noch einigermaßen schwarz angehauchten Goths passt… aber scheiss drauf. Es ist ein geniales Musikwerk und auch wenn ich die Botschaft darin in spiritueller bzw. insbesonderer kirchlicher Hinsicht nicht teile, so bleibt es dennoch geradezu eine göttliche Eingebung, wenn ein Mensch in der Lage ist so ein Werk zu komponieren. Dieser Wechsel der Stimmen, die Zusammenarbeit und Wiederholungen….. ich würde gerne wissen wie der Komponist sich wohl gefühlt hat und in welcher Stimmung er gewesen sein muss, als ihm diese Melodien in den Sinn kamen!

Die Rede ist heute vom Meister Georg Friedrich Händel und seinem sehr bekannten „Halleluja“ Char aus dem bekannten „Messiah„.

Die eindeutig beste (mir bisher bekannte) Umsetzung dieses Werk gibts auf Youtube zu hören und wird vom Mormon Tabernacle Choir zur Darbietung gebracht. Was ich an dieser Einspielung besonders mag ist die relativ beschwingte Interpretation, die nicht so behäbig und schwerfällig ist, wie das insbesondere bei europäischen Chören oft zu hören ist. Außerdem finde ich die gut ausbalancierte Abstimmung der Stimmanteile untereinander und des Chors ingesamt zum Orchester hier wirklich gelungen. Das Video ist obendrein recht gut gemacht (insb. die verschiedenen Schnitte auf die unterschiedlichen Einzelpersonen im Chor mag ich, weil es so ein Alle-Gemeinsam-Für-Eine-Sache-Gefühl macht).

Natürlich bin ich mir bewusst, dass die meisten unter euch wohl kein Interesse an solcher Musik und insbesondere an diesem Werk haben. Einen extrem breiten Musikgeschmack (von Industrial über House, Folk, Rock, Mittelalter, Elektro, Minimal, Dubstep bis Klassik uvm) habe ich glücklicherweise von meinem Vater geerbt, der mir (als ich noch ein Kind war) vorlebte, dass man Sitar-Musik von Ravi Shankar ebenso geil finden kann wie „The Who“ oder „Kraftwerk“…. nun müsst ihr eben damit leben 🙂

So, genug der Vorrede, ihr sollt auch was zu hören bekommen…. und wenn ich euch wenigstens ein wenig neugierig gemacht habe, dann wars die Schreibarbeit schon wert. 🙂

Kalkofe sagt …

… einige Sachen, die ich länger auch schon sagte, insbesondere wenn ich über Religion und den damit früher oder später stets einhergehenden Fanatisnus und die Anmaßung des Menschen rede, wenn dieser denkt, genau zu wissen was sein Gott will… bzw. dieser der Meinung ist, dass sein Gott auf sein Tun angewiesen wäre.

Glaube, das mag von Gott kommen… da will ich nichts gegen sagen, wenn jemand an einen Gott glauben mag.

Religion aber… Religion kommt von Menschen, sie ist von Menschen gemacht und deshalb dient sie auch nur den Menschen und genau deshalb ist sie auch das Problem!