Wer der böööse Asmodeus ist

Der böööse Asmodeus

Lange ist es schon her dass ich geboren wurde und irgendwie werden die Erinnerungen an die Kinder- und Jugendtage immer unwirklicher, je mehr Jahre ins Land ziehen… und gezogen sind davon schon mehr als genug, für meinen Geschmack zumindest. Die Kindheit soweit war eigentlich glücklich und wurde von mir inmitten einer typischen schwäbischen Dorfidylle (zu der Höhen und Tiefen gehören) durchlebt. Die Jugend war weitestgehend brav und (wie sollte es auch anders sein) eben eher doch unspektakulär. In frühen Jahren war ich zudem auch noch von so mancher fixen Idee (z.B. dem Katholizismus bzw. einer Laufbahn in der katholischen Kirche) besessen, was ich mir dann aber zum Glück später (nachdem Auto und Führerschein auch den Weg in das Nachtleben der Großstädte ermöglichte) selbst ausgetrieben habe.

Auf die ersten 18-20 ruhigen und (relativ) braven Jahre folgten dann ca. 10 Jahre, in denen alles nachgeholt und (wirklich) so gut wie nichts Unanständiges ausgelassen wurde (inkl. einer abgeschlossenen Ausbildung zum Bankkaufmann). Unnötiger Ballast wie zum Beispiel die heuchlerische Moral der Amtskirchen (bei denen mir Männer in Prunk und goldbestickten Bischofsmützen etwas von Verzicht und Demut predigen wollen) und manche andere Dinge, von denen ich früher mehr gehalten habe als ich es heute tue, waren da alsbald über Bord geworfen.

Zusammen mit der persönlichen Entwicklung habe ich damals auch meine Vorliebe für die elektronische Musik entdeckt, die dann quasi parallel mit meinem Computerhobby (das ich bereits seit Mitte der 1980er Jahre pflegte) mehr und mehr meine Aufmerksamkeit bekam. Die Platten (CDs gab es damals – wenn überhaupt – nur zu Wahnsinnspreisen) würde man heute höchstens noch für psychologische Folterzwecke in Guantanamo abspielen… ist eben auch schon eine lange Zeit her und die Musik wandelt sich eben auch.

Im WWW unterwegs bin ich schon eigentlich seit es das WWW gibt und davor hab ich, als das WWW noch nicht erfunden war und man noch mit Modems und Akustikkopplern irgendwelche furchtbar weit entfernten Computer direkt anrufen musste, auch schon meine Elten mit Telefonrechnungen (das kostete damals noch normale Ferntarif-Gebühren) regelmäßig in den Wahnsinn getrieben. Somit ist seit langer Zeit schon die Onlinewelt ein mir vertrautes Heim, wo ich auch schon sehr mehr als 10 Jahren auf den verschiedenstens Seiten bloge bzw. geblogt habe.

Zu diesem Blog hier gibt es auch einen direkten Vorgänger, denn was jetzt als „mein“ Dunkles Leben fortgeschrieben wird, war vor noch nicht mal einem Jahr ein „unser.Dunkles-Leben.de“ (Edit Juni 2014: inzwischen vom Netz genommen, da aufgrund nicht fortlaufender Softwareupdates die Sicherheit der Seite nicht mehr gewährleistet war). Diese doch sehr lange Episode in meinem Leben – es waren immerhin 7 Jahre – ist aber vorbei und soll auch nicht Gegenstand dieses Blogs werden, zumal sowohl Stigma als auch ich nie darüber in Streit verfallen sind und alles größtenteils ehrlich und immer freundschaftlich abgelaufen ist. Wir sind beide (soweit mir das zu beurteilen zusteht) mit unserer jetzigen (getrennten) Situation zufrieden und ich denke, das sollte man dann auch so belassen und keine Leichen mehr aus dem Keller holen.

Nicht desto trotz sind 7 Jahre eine lange Zeit voller Erinnerungen, Erlebnisse und Ereignisse, so dass es immer wieder sein kann, dass ich mich auf diese Zeit beziehe. Diese Zeit zu leugnen (indem man etwas verschweigt, nichts daraus erwähnt, Bilder nicht zeigt…) hieße zu verleugnen was war und ich bin der Meinung, dass (auch wenn es vorbei ist) diese Zeit immer schön und wahrhaftig genug war um auch danach zu ihr stehen zu können und (was wichtig ist) sich gerne zu erinnern und dies auch ohne schlechtes Gewissen zu dürfen. Daher seht es mir nach, wenn ab und an davon die Rede ist und nun wisst ihr auch, wen bzw. ich meine, wenn ich von dieser Zeit erzähle.

Nach Stigma habe ich weitere Beziehungen geführt, die mich beide tiefer getroffen haben als die gemeinsamen Jahre mit Stigma. Mag sein, dass ich davon berichten werde, vielleicht aber auch nicht. Im Moment jedenfalls bin ich vergeben und wider aller Erfahrung nicht weniger vorsichtig dabei mein Herz zu verschenken, weil es meiner Überzeugung entspricht, dass man (allen bösen Erfahrungen zum Trotz) nur ganz oder gar nicht lieben kann.

So sind die Voraussetzungen (einen neuen Blog zu beginnen) mehr als günstig, denn zu Schreiben gibt es genug und die Themen sind reichhaltig. Ihr werdet schon merken, dass dieser Blog zwar „Dunkles Leben“ heißt, sich aber beim besten Willen nicht nur an gruftige Themen zu halten gedenkt und somit auch in bewährter Weise das Konzept von unser.Dunkles-Leben.de fortsetzt. Da ich mich nebenher noch ein wenig für die Wirrungen der Welt da draußen interessiere, Couchsurfing-Host bin, gerne mal eine kleine Reise bzw. einen kleinen Ausflug mache und auch ein wenig fotografiere und in Zukunft auch auf Tonjagd gehen will, gibt es genug worüber zu schreiben wäre.

Ihr seid herzlich eingeladen euch hier lesend unterhalten zu lassen, euch als Abonnenten einzutragen und/oder mit Kommentaren an diesem Blog mitzuwirken.

Manches wird sich hier noch in den nächsten Tagen ändern (und damit hoffentlich verbessern), doch der Grundstein ist gesetzt.

Euer böööser Asmodeus