NRW. Ehrliches Land. Ehrliche Menschen.

Der Spruch des Beitragstitels „NRW. Ehrliches Land. Ehrliche Menschen“. stammt nicht von mir, sondern von der Regionalgesellschaft NRW und der Aktion „Ehrlich NRW“ der Deutschen Bahn deren Gastfreundschaft ich am Dienstag im „Alten Wartesaal“ in Köln genießen durfte.

Ich war mit einem ganzen Saal voll anderer Kunden zu einem bunten Abend geladen. Hintergrund war meine Teilnahme an einem Bahngeschichten – Wettbewerb (dieser Blog berichtete darüber) und die Veröffentlichung der Bilder in einem Buch.

Der „Alter Wartesaal“ war ein wirklich ziemlich nobel eingerichteter Veranstaltungsort und neben wirklich cooler Musikeinlagen bestand das Programm des Abends aus einer fiktiven Zugfahrt von Paderborn nach Aachen, wobei die Gänge des an diesem Abend servierten Menüs aus an den jeweiligen Zwischenhalten vorkommenden regionalen Spezialitäten bestanden. Verköstigt wurde man jedenfalls gut, auch wenn die Reihenfolge der Speißen so breit gefächtert war (Printen, Eisbein, Sushi, Currywurst…), dass ich schon etwas Sorge hatte, ob mein Magen diese Mixtour mitmacht.

Durch das Programm führten drei Entertainer, welche die Zugbegleiter spielten (in entsprechender Uniform) und auch regelmäßig an den Tischen die Fahrkarten kontrollierten (man kam nur mit Einladung zur Veranstaltung, hatte also eine entsprechende Fahrkarte für den Abend in der Tasche) und dabei ihre Scherze an den einzelnen Tischen machten. Die waren echt unterhaltsam und konnten eine frische Art von Humor gut mit dem leicht kühlen Beamten-Touch verbinden, den man so von den Zugbegleitern her kennt… ich hab mich ehrlich den ganzen Abend über gefragt, ob das „echte“ Zugbegleiter waren, die einfach ein sehr großes kabarettistisches  Talent besitzen oder ob es „nur“ Schauspieler sind, die sich super in die Rolle einleben konnten.

Die Antwort sind mir aber alle drei schuldig geblieben. 🙂

Die Synchronstimmen von Bruce Willis und Jodie Foster waren ebenfalls Gäste des Showprogramms an diesem Abend und gaben bei Vorlesungen diverse Geschichten zu Besten.

Dabei ist mir aufgefallen, dass es doch ein echt ermüdender Job sein muss, wenn man Synchronsprecher ist…. ich meine, wenn man ständig als „Hier kommt die Stimme von Bruce Willis“ angekündigt wird, würde ich mich irgendwie übergangen fühlen. Ich meine, wenn man mich immer mit dem Namen eines anderen Menschen ankündigt und tausend Leute im Jahr immer auf ein „Yippie Yeah, Schweinebacke“ warten… ist das berufliche Erfüllung? Ich weiß nicht… und wenn sich der Star, den ich synchronisiere dann plötzlich aus dem Show-Geschäft verabschiedet (auf welche Weise auch immer), bin ich plötzlich meinen Job los, denn dann kommt nichts mehr von ihm, was noch zu synchronisieren wäre…. Ne, ist nicht mein Ding.

Später am Abend wurden noch die ausgelosten Gewinner bekanntgegeben. Bei ca. 200 Personen im Raum (schätze ich mal so) war die Chance doch echt mal realistisch eines der vier Handys oder die Bahncard 100 zu gewinnen….

… aber nein, natürlich hab ich wieder nichts gewonnen.

Das ist schade, denn die Bahncard100 hätte ich für meine Fototouren gut gebrauchen können. An allen Ecken der Republik warten Leute auf Foto-Shootings, wenn sich dazu die Gelegenheit ergibt… aber vermutlich wird meine Freundin ganz froh sein, denn sonst wäre ich mindestens zwei Mal pro Monat das Wochenende über auf Tour gewesen.

Und wenn es ein Handy gewesen wäre, dann hätte es auch gepasst, denn alle Welt beschwert sich schon, dass sie mich per Handy nicht erreicht. Das Scheissding ist nämlich kaputt und resetet sich ständig und wenn ich das nicht bemerke und den PIN eingebe, bin ich natürlich auch nicht erreichbar. Ein neues Handy mit Vertrag würde ich mir schon holen, aber ich will ein bestimmtes Handy und einen bestimmten Vertrag (für Wenigtelefonierer) und in dieser Kombination bin ich nicht Willens > Euro 200,- für das Handy zu zahlen…

Naja, wenigstens bekam ich ein kostenloses Exemplar des Buches (Buch siehe hier), in dem sich nun das Foto von Stigma und mir befindet (allerings nur sehr klein in einer Bilderwand auf einer Doppelseite), in die Hand gedrückt und durfte dann kurz vor 24 Uhr den (wie auch bei der Anfahrt) kostenlosen Rückweg mit der Bahn antreten. Ein schöner Abend war es dennoch… allerdings wäre er mit einem Gewinn natürlich NOCH schöner gewesen. 🙂

Was ich leider nicht wusste: das tollste Foto wurde auch mit einem Preis bedacht. Das hatte ich gar nicht gelesen. Das Foto mit Stigma und mir (es zeigt eine Verabschiedung von damals, als ich noch regelmäßig nach Hamm pendelte) ist auch toll und es hat es sogar in den offiziellen Banner der DB Regio NRW Seite geschafft (ihr könnt mal schauen, ob ihr es findet: http://www.ehrlich-nrw.de )…. aber hätte ich von dem Foto-Wettbewerb etwas gewusst, hätte ich mir eins meiner Models geschnappt und noch ein stimmungsvolles Bahnhofsfoto gezaubert… naja, vielleicht im nächsten Jahr.

Warum die DB Regio NRW überhaupt so eine Veranstaltung macht? Ja, das habe ich mich auch gefragt. Immerhin sind wir kostenlos mit der Bahn angereist und haben einen kostenlosen und tollen Abend verlebt und durften auch kostenlos wieder nach Hause fahren…. wieso macht man das? Immerhin wurde an diesem Abend nichts verkauft. Keine Bahncards. Kein Merchandising. Keine Fahrkarten-Abos und auch keine Reise-Wärmedecken.

Die verantwortliche Mitarbeiterin der DB Regio NRW gab zur Auskunft, dass es sich hierbei um eine „Dankeschön“ Aktion für die Teilnehmer handle, aber auch ein Dankeschön für die Kunden allgemein und eine Gelegenheit die Bahn auch mal von einer anderen Seite kennenzulernen…. bzw. eben auch mal die anderen Fahrgäste und das in dieser „Schicksalsgemeinschaft“ jeder so seine kleine Geschichten hat.

Speziell der letzte Teil gab mir noch etwas zu denken, als ich auf der Rückfahrt war.

Eigentlich reist man oft viel zu anonym… was schade ist, gerade wenn man eh stundenlang nebeneinander sitzt…. und dass das nicht immer so sein muss, hab ich dann gleich auf der Rückfahrt wieder mal trefflich lernen können… aber von der jungen lustig-hungrigen Truppe, mit der ich es  bis Mühlheim/Ruhr zu tun hatte, berichte ich irgendwann mal.

Was mich auf jeden Fall an diesem Abend überrascht hat, war die Bereitschaft der Bahn zur schonungslosen Ehrlichkeit. Es wurden im ausgewogenen Maße auch kritische und eine sogar recht üble Bahngeschichte vorgelesen… in denen eben gerade nicht künstlich hochgelobte Bahnhymnen gesungen wurden. Da muss ich sagen, hat sich die Bahn an diesem Abend meinen Respekt verdient.

Für die Bahn dürfte die Veranstaltung auf jeden Fall etwas gebracht haben, denn ich denke, jeder der Teilnehmer wird den Menschen in seinem Umfeld etwas von dieser recht ungewöhnlichen Bahn-Aktion erzählt haben… immerhin blogge ich selbst gerade darüber… ein gewisser Werbeeffekt ist also wirklich nicht zu leugnen. 😉


Comments ( 2 )

  1. Frau_Shmooples

    Wahrscheinlich hätte ich ähnliche Gedanken gehabt, wie Du. Hier im Norden habe ich schon so einige Missgeschicke und Fehlplanungen der Bahn erlebt. Von daher finde ich es ganz interessant, zu lesen, dass sie es in NRW ernst nehmen und auch üble Geschichten vorgetragen haben :) Was Synchronsprecher angeht... Die haben ja nicht nur einen einzigen Schauspieler, dem sie ihre Stimme leihen. Ich glaube aber, dass es für sie richtig anstrengend und schwierig wird, wenn sie in die Fußstapfen eines anderen Sprechers treten. Dieses Jahr wurde bekannt gegeben, dass eine meiner Lieblingsserien weiter ins Deutsche synchronisiert wird. Darauf haben viele Fans ewig lange gewartet und da hatte Philipp Brammer einen sehr beliebten Charakter gesprochen und ihm damit auch ein immenses Charisma und einen gewissen Charme verliehen. Dann kam heraus, dass dieser Charakter in Zukunft von jemand anderem gesprochen wird und die Fans waren total außer sich, nachdem man die ersten neuen Folgen sehen konnte. Der neue Sprecher muss halt dieser hohen Erwartung gewachsen sein, die sein Vorgänger erzielt hat. Ich glaube, das ist echt schwer und man hat mitunter bestimmt ganz schön mit negativem Feedback zu kämpfen... Dabei macht er seinen Job gar nicht so schlecht und ein riesiger Vorteil für ihn ist, dass er eine sehr ähnliche Stimmlage hat.

    • AsmodeusAsmodeus

      Ja stimmt wohl... außerdem hat man mit einer Stimme wie der von Bruce Willis sicher auch lukrative Nebeneinkünfte als Werbesprecher... außerdem ist er auch gleichzeitig die Stimme von Nicolas Cage, hat also eine gewisse Sicherheit (falls einer mal ausfällt). :) So ein Wechsel in der Synchronstimme ist schon nervig... ich meine mich beim letzten Teil von "Fluch der Karibik" auch an derartiges erinnern zu können.

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