Der Parkplatz-Terrorist

Schon seit Jahrzehnten bin ich der Meinung (wohlwissend, dass es mich in eher naher als ferner Zukunft einmal selbst betreffen wird), dass man ab einem gewissen Alter alle paar Jahre die Tauglichkeit zum Führen eines Kraftfahrzeuges im Straßenverkehr attestieren lassen müsste. Es kann doch nicht sein, dass immer erst etwas passieren muss, bevor etwas passiert.

Heute ist mir wieder so ein Exemplar vor die Augen gefahren.

Beim Ausparken auf einem echt dafür ausreichend breiten Parkplatzweg beschädigte ein Autofahrer beim Rückwärtsfahren ein anderes (parkendes) Fahrzeug. Der Schaden ist nur leicht und keinesfalls so schlimm, dass der Fahrer durch einen Stoß dies hätte merken müssen… aber dass sein Abstand absolut nicht mehr vorhanden war, hätte er schon merken müssen.

Der Fahrer war ein älterer Mann und seine Beifahrerin eine ältere Frau.

Unfälle passieren. Das ist kein Thema. Dafür gibt es Versicherungen.

Was ich aber echt bedenklich finde ist, dass ich hinter dem Opa hinterher gefahren bin und ihm mit dauernder Lichthupe und dauernden Hup-Signalen zu verstehen geben wollte, dass da etwas absolut nicht in Ordnung ist und er doch stehenbleiben soll. Er hat jedoch nicht die Bohne von Reaktion gezeigt und ist einfach völlig unbeirrt weitergefahren ohne dass man überhaupt an irgendwas hätte erkennen können, dass er wenigstens meine Signale wahrgenommen hat.

So fernab der Wahrnehmung kann man doch unmöglich sein?!

Ich meine, wenn man so durch die Landschaft fährt, überfährt man auch Kinder ohne dass es einem auffällt.

Unglaublich!!!

Naja, ich hab dem Geschädigten einen Zettel an den Scheibenwischer geklemmt und ihm meine Beobachtung, die Autonummer des Verursachers und meine Telefonnummer aufgeschrieben. Wenn er Glück hat und kein erneuter Prasselregen einsetzt, hat er den Zettel sogar noch an der Scheibe, wenn er wieder zu seinem Auto kommt. Anonsten, Pech gehabt.

Ich weiß ja, dass es im Alter zunehmend schwer wird selbstbestimmt zu leben. Es müssen tausend Dinge getan und erledigt werden, für die Bus und Bahn einfach nicht so gut taugen…. und den Kindern und Enkeln (so man welche hat) will man auch nicht immer auf die Nerven gehen… dafür habe ich Verständnis, vollends.

Wenn man aber so in seiner Wahrnehmung und Reaktion nachlässt, dass man mit der Tonne Metall um sich herum zu einer dauernden Gefährdung für andere wird, dann hört der Spaß einfach auf. Dann ist einfach der Moment erreicht, wo man zumindest einmal prüfen sollte, ob man noch fähig ist mit einer gewissen Grundzuverlässigkeit am motorisierten Verkehr teilzunehmen… alles andere ist doch Blödsinn.


Comment ( 1 )

  1. Dark-Lord

    Das ist natürlich wieder Wasser auf meine Mühle der Weisheit, die besagt, dass ältere Leute eine Gefährdung fürs Gemeinwohl sind - arg übertrieben ausgedrückt. Aber so einen Test ab 60+ befürworte ich schon als Fußgänger. Und du glaubst nicht, was man so als Fußgänger tagtäglich mit den älteren Herrschaften am Steuer erlebt. Die meisten sind wirklich - ich sage bewußt die meisten, weil es so ist - eine Gefahr für sich und die Umwelt, ohne dass sie es merken. Anscheinend läßt die Wahrnehmung im Alter rapide nach ... Wenn ich junger Hüpfer nicht schon etliche Male für die alten Fahrer mit aufgepasst hätte ... dann wäre das jetzt nicht erst mein ersten Aufenthalt im Krankenhaus gewesen ...

Leave a reply