Parkplatz-Beziehungen

Seit circa einer Stunde steht unten auf dem Parkplatz vor meinem Haus ein junges Paar, das sich lauthals streitet… es geht um Trennung oder Nicht-Trennung, um Vertrauen und darum wer mit wem wie oft wieso und mit welchen Motiven bzw. Inhalten worüber Kontakt oder nicht Kontakt hatte und wer zu wem (von den beiden) wie oft schon gesagt hat, dass er/sie das nicht mag, wenn sie/er mit ihm/ihr Kontakt hat….

Naja… Beziehungsmüll eben.

Das soll nicht abfällig klingen. Ich habe aber zum eigenen Glück die meisten meiner Beziehungen sehr vernünftig beenden können (was natürlich selbst im besten Fall immer nur zu maximal 50% mein Verdienst war) – auch wenn das Ende von mir eigentlich nicht gewollt war. Ich habe es immer so empfunden, dass es meine letzte Gelegenheit ist einem Menschen, den ich liebe oder doch (noch) zumindest sehr mag, zu zeigen, was er (bzw. „sie“ in meinen Fällen) mir wert ist. Wenn man das in solchen Momenten nicht kann, darf man eigentlich nicht behaupten einen Menschen (ggf. „noch“) zu lieben… denn manchmal heißt das eben auch „jemanden gehen lassen können“.

Im schlimmsten Fall bin ich einfach nur enttäuscht von dem, wie sich eine Person, der ich sowas nicht zugetraut hätte, dann verhält wenn die Beziehung endet oder in der Zeit danach…. was dazu führt, dass ich den Kontakt eben beende und aus meinem Leben ausschließe. Aber so richtig im lauten Streit… wie die beiden da unten…. ne, das ist nicht mein Ding und es ist auch sinnlos sowas zu tun, denn es ändert nichts.

Im Moment scheinen sie ihre Messenger-Inhalte gegeneinander im Beweisverfahren abzugleichen… nein, ich lausche nicht… vielmehr hab ich keine Chance das zu überhören, sofern ich keine Kopfhörer aufsetze.

Ich weiß nicht… für mich gibt es eben nur zwei Arten von Frauen in Beziehungen…. entweder ich vertraue ihr, dann ist alles OK und die Beziehung läuft… oder ich vertraue ihr nicht und dann habe ich auch keine Beziehung (mehr), denn es würde mich nur belasten.

Seine männliche Logik, eine Frau zwischendurch mit Wut- und Hassanfällen als (quasi) untreue Schlampe zu betiteln um dann wenige Minuten später im nächsten Tränenmoment wieder auszuführen, wie sehr er sie doch liebt und was er auch liebt mit ihr so zu tun (ja, genau das meine ich), erschließt sich mir jedenfalls nicht so ganz…. es wirkt eher, als wüsste er selbst nicht so ganz was er wollte oder was ihm nun gut oder nicht gut tut.

Mich öffentlich und für eine ganze Häuserfront gut hörbar auf einem Parkplatz zu fetzen… das ist für mich weder ein Beziehungs- noch ein Beziehungsendemodell…. da kann man nur hoffen, dass das Theater bei den beiden wenigstens etwas bringt… Menschen sind ja unterschiedlich gestrickt (wäre auch schlimm, wenn alle so wären wie ich… da mag man gar nicht darüber nachdenken) und was bei mir falsch ist, muss bei anderen natürlich nicht unbedingt unrichtig sein.

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