Eine Wespe zum Frühstück

Heute morgen beim Frühstück wurde meine Freundin von einer Wespe belästigt. Soweit ist das ja nichts besonderes… besonders war allerdings die Hartnäckigkeit des Tierchens, denn drei Mal habe ich sie ganz gewaltfrei nur mit dem Wedeln (bzw. Luftkorridor-Absperrren) wieder aus dem Fenster getrieben und mich dabei sogar auf die Unterstützung des Herrn verlassen, denn zur Hand hatte ich eine Doppel-Schallplatte (für die Jüngeren unter euch, das waren große schwarze Plastikplatten mit Rillen drauf, die es vor der MP3 und CD schon gab) mit einer Aufzeichnung einer Messe mit dem verstorbenen Papst Johannes Paul II.

Nein, sowas höre ich mir nicht an. Ich besitze die Platte einfach deshalb, weil ich früher seine Lateinischen Sprüche gerne unter die Acid-Sounds gemixt habe, wenn ich mal Platten aufgelegt habe. Obwohl mein Platten alle noch in Süddeutschland lagern, hat es diese Platte irgendwie nach NRW geschafft… sie muss wohl in einer der Umzugskisten gelandet sein – komplett sinnfrei übrigens, denn ich habe hier gar keinen Plattenspieler.

Drei Mal habe ich die Wespe aus dem Fenster getrieben und das Fenster auch zwischendurch immer wieder geschlossen, doch wenn ich es wenige Augenblicke wieder öffnete, war das Mistding schon wieder da.

OK, hab ich mir gedacht… wenn es mit territorialer Vertreibung keinen Erfolg gibt, dann mach ich eben ein Friedensangebot… Ich hab Klacks Erdebeermarmelade auf einen kleinen Teller serviert und ihn auf die Fensterbank gelegt. Beim vierten Anflug musste ich die Wespe dann nur noch über den Teller drängen und der Deal stand. Wir hatten Ruhe vor der Wespe und die Wespe hatte auch was sie wollte. 🙂

Seit 10 Uhr heute morgen fliegt das kleine Ding jetzt schon wie eine Bekloppte zwischen ihrer Behausung und meiner Wohnung hin und her. Alle 5-10 Minuten trifft sie ein, frisst sich voll, fliegt wieder ab… pünktlich und fleissig wie ein Uhrwerk.

Wespe mampft Erdbeermarmelade

Wespe mampft Erdbeermarmelade

Das ist irgendwie lustig anzusehen… allerdings will ich mir gar nicht ausmalen, was meine Exfreundin (die früher mit mir hier wohnte) dazu sagen würde. Es wäre wohl ein ziemlich hohes und lautes Dauerkreischen, denn die mochte derartige Viecher überhaupt nicht in ihrer Nähe haben. 🙂 Meine Freundin verträgt die Tierchen schon viel ruhiger, aber auch mit viel Respekt. Ich selbst bin auf die Tierchen auch nicht so gut zu sprechen, seit ich beim Radfahren mal eine verschluckt habe und sie mich mehrfach in den Mund gestochen hat… aber dafür kann das kleine Tierchen auf meiner Fensterbank nichts.

Ich bin mal gespannt bis wann sie heute noch ihre Touren macht. Irgendwann wird es doch sicher auch mal zu dunkel werden… bisher jedenfalls ist sie fleißig dabei mir die zuckerige Marmelade zu klauen und es ist ganz schön beachtlich, was so ein kleines Ding den Tag über wegschafft!

Hauptsache sie gewöhnt sich nicht daran, alle Tage kann ich auch nicht Fly-Inn spielen 🙂


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