Verlix##e KackschEi$$e verDamMt€!

Wisst ihr, was ich von meinem Papa früher bei manch passender Gelegenheit zu hören bekam?

O’nütz Floisch muaß weg…

Das heißt soviel wie „Unnützes Fleisch muss entfernt werden“  und ist immer dann in typisch schwäbischer „Herzlichkeit“ geäußert gut angebracht, wenn das Gegenüber sich zum Beispiel gerade den Finger hält, den er/sie sich vor nur wenigen Sekunden gerade blutig geschnitten hat.

In korrektes Hochdeutsch (inkl. sozial-kompetenter Übersetzung) bedeutet diese Äußerung eigentlich „Oh, tut mir leid für dich„, aber sowas würde ein Schwabe nie sagen. Aufrichtige Einfühlsamkeit oder auch positive Anerkennung (oder gar ein Lob) kommen dem Schwaben an sich nur sehr schwer über die Lippen. So senn’mr halt….

Bevor ein (echter!) Schwabe sich zum Beispiel die Blöße geben und eingestehen würde, dass ihm das Mittagessen außerordentlich gut geschmeckt hat, würgt er sich lieber ein „I hau schon schlächdr g’essa„, ein „Dr Hongr hots na triaba“ oder ein „Arg schlächt wars ett, mr hätts essa kenna“ heraus und macht durch die Feststellung, dass er sehr wohl weiß, dass es auch viel schlechter hätte sein können, durch einem Vergleich ins Negative dadurch quasi ein umgekehrtes Lob.

Ähnlich verhält es sich eben auch mit der Anteilnahme…. da hat man einfach ausdruckstechnisch weniger zu erwarten als von einem Hochdeutschen oder einem „Reigeschmeckten“, was aber nicht gleich bedeuten muss, dass es deshalb mit der eigentlichen emotionalen (nicht-verbalen) Anteilnahme auch so schlecht bestellt sein muss. Da dürfte sich der Schwabe im emotionaler Weise wohl kaum von anderen unterscheiden, er gibts nur nich so offen zu.

Aber kommen wir zurück zum „o’nütza Floisch“… das war in dem Fall ein Teil meiner Fingerkuppe, den ich mir heute Vormittag glatt und sauber mit der eigenen Schere abgeschnitten habe.

Ja, sowas geht tatsächlich… insbesondere dann, wenn die Schere sehr scharf aber mit Rückständen von Klebeband verklebt ist und deshalb nicht mehr richtig auf und zu gleitet. Sowas kann ich nicht haben. Werkzeug muss bestimmungsgemäß funktionieren oder reparariert werden, bzw. in diesem Fall nicht repariert sondern gereinigt. Die Reinigung war auch recht effektiv, denn plötzlich und ohne große Vorwarnzeit flutsche es mit der Schere wieder so leicht und flüssig, dass mein Finger (der sich gerade zwischen den Schneiden befand) einfach zu langsam war und ich mir ein ca. 1 cm hohes dreieckiges Stück mitsam Fleisch dran vom Finger schnitt.

Tat und tut nicht besonders weh. Hat nur geblutet wie schwein… ehrlich… was da aus so einem kleinen Loch im Fleisch alles an Blut rauskommt… eindrucksvoll.

Ich hatte noch nicht einmal die Wundauflage aus der Verpackung geholt um die Blutung etwas abzudrücken, war mir schon der Satz ins Hirn gekommen… „O’nütz Floisch…..“ und irgendwie war das schon fast etwas tröstend-beruhigendes, ja fast die Situation aufheiterndes… ich glaube, ich bin in Bezug auf diesen Punkt eben schon ein wenig schwäbisch-geschädigt. Aber egal, wenn man damit besser klarkommt, dann ist das doch auch OK.

Eine kleines Verbandpäckchen und zwei Kühlpacks später war auch alles OK. Keine Schmerzen, kein Blut mehr… ich passe nur auf, dass ich keine Bewegungen mache wegen der die Wunde wieder aufplatzen könnte. Ich glaube, dann würde ich schon einen Schmerz merken.

Was aber echt kacken-nervig ist, dass jetzt der Zeigefinger meiner linken Hand ausgefallen ist und da ist für mich als fast-10-Finger-blind-Tipper echt jeder Wort eine Qual, denn ich muss ich seit heute erstmal an einen anderen Fingersatz gewöhnen, denn zum Tippen taugt die Wunde noch auf gar keinen Fall…. und dabei wollte ich doch heute was im Forum umbauen…. und zocken kann ich mit dem Finger jetzt auch nicht mehr…. scheisse!

Messer, Gabel, Schere, Licht…. oder wie war das? 🙂

Comments ( 5 )

  1. Dark-Lord

    .. sind für kleine, liebe Asmos nicht :D DAZU sag ich dann mal lieber nix, wenn ich sämtlichen fehlenden Fleischstücke nach 20 Jahren Küche zusammenzählen würde, würden meine Finger nur noch aus Knochen bestehen... Aber mein Kommentar wäre dazu: säbelst du dir in den finger, schneid ich den Rest der Hand auch noch ab, da du das zeug ja nicht zu gebrauchen scheinst ... sowas ist dann bösartig, griesgrämig.

    • AsmodeusAsmodeus

      Wie doch der Azubi zum Küchenchef sagt: "Wenn das rauskommt, was da reinkommt, kommst Du da rein, wo Du nicht mehr rauskommst" :)

  2. Kasiel

    Dann diktier halt, wie rückständig, noch zu tippen. ;-)

  3. Frau_Shmooples

    Eieiei! Das tut ja schon beim Lesen weh ;) Gute Besserung! In meiner Familie hätte man übrigens: "Bis zur Hochzeit ist das wieder heil" gesagt ;D

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