Heiß, heißer, Dachwohnung…

Joar, langsam ist es schon warm genug in der Dachwohnung… Nicht dass man mich falsch versteht: ich mag meine Wohnung und denke nicht im Traum daran auszuziehen, aber wenn die Hitze so drückt, wie in diesen Tagen, dann ist so eine Dachwohnung doch eher suboptimal.

Dabei wäre es mit dem richtigen Lüftungs- und Verdunkelungsmanagement eigentlich kein Problem die Wohnung kühl zu halten… eigentlich…. das Problem ist aber, dass alle in den Dachschrägen montierten Dachfenster vermieterseitig keine Rolläden besitzen. Ergo: die Sonne strahlt ungehindert in die Wohnung und heizt natürlich die Raumluft und die Baustruktur ordentlich auf.

Da bringt es auch wenig auf der Innenseite eine 100% lichtdichte Jalousie zu installieren, denn wenn das Sonnenlicht erst auf der Innenseite des Fensters gestoppt wird, hat man die Energie schon im Raum und somit auch die Hitze. Wirklich effektiv sind also nur außenseitig angebrachte Rolläden… und da reden wir bei einem Fenster mittlerer Größe gleich mal von circa EUR 400,- pro Stück…. und das möchte ich mir als Mieter, der die Dinger wohl mit eher geringer Wahrscheinlichkeit beim nächsten Mietobjekt irgendwann gebrauchen könnte, nicht leisten. Ich wüsste auch nicht, ob so eine Installation durch mich mietvertraglich und außenseitig überhaupt zulässig wäre.

Aber gut, wie hält man eine Wohnung kühl, auch wenn man nicht tagsüber tauglich abdunkeln kann? Man versucht wenigstens die Nächte zu nutzen.

Sobald die Luft nachts kühler wird, öffne ich alle Türen und Fenster bis in die frühen Morgenstunden. Da ich unter dem Dach wohne, kann ich mir eine derartige Unbesorgtheit eher leisten, als Personen, die im Erdegeschoss wohnen. Sobald ich am nächsten Vormittag wieder in die Arbeit muss, schließe ich alle Türen und Fenster ganz um so der abgekühlten Luft möglichst wenig Gelegenheit zu geben sich davonzumachen.

Auf der Wohn- und Schlafzimmerseite habe ich „normale“ Fenster (also nicht in der Dachschräge) und diese besitzen jeweils einen Rolladen. Die werden natürlich komplett verdunkelt und dank geschlossener Türe und dichtem Fenster ist es wenigstens im Schlafzimmer schön kühl… vorausgesetzt man vergisst tagsüber nicht immer sofort wieder die Türe hinter sich zu schließen, wenn man ins Schlafzimmer geht oder es verlässt. Und just als ich diesen Satz schreibe, muss ich meine Freundin auch genau daran wieder erinnern 😉

Ein Haus, das einmal richtig aufgeheizt ist, kühlt man in einer Nacht allein nicht wieder ab. Die Hitze hat man mindestens 2-3 Tage in der Bude und selbst ein nächtlicher Regen hilft da, wenn er nicht gerade von langer Dauer ist, wenig.

Im Internet findet man zwar immer wieder irgendwelche seltsamen Hausmittelchen wie zum Beispiel der Tipp, man solle möglichst viele nasse Handtücher und Bettlaken in der Wohnung aufhängen um die Temperatur durch Entzug der Energie bei der Verdunstung zu senken… aber bisher hört sich alles Gefundene entweder sehr schwachsinnig an oder funktioniert nicht. Ich bin sicher, dass ein braver Physiker im Fall der nassen Wäsche ausrechnen kann, wie es sich mit der Energie verhält und dass es zumindest rechnerisch stimmt…. ich selbst kann aber selbst nach einem Extremversuch mit einer komplett zugehängten ca. 80 qm großen Wohnung behaupten, dass man von diesem Effekt rein gar nichts spürt… außer dass man ordentlich schwitz, weil man in einer Gluthitze kiloweise nasses Zeugs aufgehängt hat.

Ein weiterer eher skurriler Tipp war die Eier-Eisflasche. Man soll sich eine Bettflasche, wie man sie im Winter zum wärmen verwendet, mit zerdrücktem Eis füllen und sie dann zwischen den Schenkeln platzieren, wenn man schlafen geht. Das Eis würde das in den Schenkeln vorbeilaufende Blut abkühlen und sich so kühleres Blut im Körper verteilen, was helfen soll, dass man unverschwitzt und ungenehm einschläft…. Also sorry… aber nein! Das werde ich garantiert nicht testen und mir ausgerechnet dort, wo doch recht empfindliche Extremitäten angesiedelt sind, mit Eis herumexperimentieren… mehr als eine Blasenentzündung verspreche ich mir davon jedenfalls nicht.

Ventilatoren… immer wieder gern genannt… habe ich auch im Einsatz, vor allem Nachts, wenn man das Gefühl hat, dass die Luft steht. Man muss sich jedoch darüber klar sein, dass Ventilatoren keine Luft kühlen (der brave Physiker von eben würde sich vielleicht sogar versucht fühlen anzumerken, dass durch den Betrieb des elektrischen Motors eher noch zusätzliche Wärmeenergie in die Umgebungsluft gepumpt wird), sondern Luft eben nur bewegt wird… dennoch haben wir dabei ein Gefühl der Erleichterung. Woher das kommt, weiß ich nicht…. vermutlich weil die herangeführte Luft den Schweiß mitnimmt, den wir an uns kleben hatten, und wir uns deshalb gekühlt fühlen… aber ganz egal: zur Not nehm ich auch lieber mit einer funktionierenden Illusion vorlieb anstatt mit einer unabänderlich heißen Gewissheit.

Damit ich gut schlafen kann habe ich mich beim Ventilatorenkauf nicht lumpen lassen und kein Model unter Euro 100,- betrachtet. Ein guter Ventilar muss mich nicht aus den Socken blasen. Ein guter Ventilator muss leise sein… flüsterleise, wenn möglich. Er muss programmierbar sein (z.B. Zeitprogramm) und er muss auch dauerhaft haltbar sein (denn leise sind die meisten dieser Dinger… in den ersten 100 Betriebsstunden… dann trennt sich die Spreu vom Weizen).

Mein Ventilator geht inzwischen in sein drittes Jahr und, abgesehen von einem doch inzwischen leicht hörbaren einmaligen kleinen „Klack“ beim Start der Rotation der Blätter, ist er noch immer mein bester Freund an Tagen wie diesen. Herrlich ist die Fernbedienung (!), die es mir ermöglicht ihn zu steuern ohne vom Bett aufzustehen (vor allem im Halbschlaf mitten in der Nacht ist das klasse!) und sein „Nature“-Programm, bei dem er sehr sanft und unregelmäßig rotiert und somit ein täuschend echtes Gefühl einer ständigen leichten Brise erzeugt, ist zum Einschlafen einfach nur traumhaft! Es ist einfach etwas anderes bei einer gefühlten Brise einzuschlummern als einem stupiden Dauerluftzug einer stupide vor sich hinarbeiten Gebläsemaschine.

Als kleinen Nebeneffekt kann ich den Ventilator (wir reden wir natürlich von einem Standgerät mit automatisch beweglichem Kopf) auch bei meinen Fotoshootings einsetzen, wenn es Frauen mit langen Haaren einfach super aussehen lässt, wenn der Wind wild durch ihr Haar pfeift (dann natürlich in maximaler Gebläsestufe).

Ja, die „Zimmer-Klimaanlage“ an sich habe ich bei meinem Eintrag als Lösung bisher ausgelassen – mit voller Absicht. Natürlich würde eine Klimaanlage die gewünschten Ergebnisse bringen, aber angesichts der Anschaffungs- und Betriebskosten ist dies für die meisten Privatleute keine wirschaftliche Betrachtung… von der Energiebilanz eines solchen Teils wollen wir gar nicht erst reden.

Lustige weitere Tipps zur Reduzierung von Hitze in Wohnungen sind übrigens: nur die nötigsten Elektrogeräte einschalten um nicht auch noch deren Wärmeabgabe ausschwitzen zu müssen (gut, macht schon wegen der Energiekosten Sinn… aber ob man die Wärmeeinsparung wirklich spürt…) oder auch die Schlafklamotten ins Gefrierfach zu legen und erst herauszuholen wenn man sich bettfein macht. Das klingt schon extrem seltsam… so seltsam, dass genau dies gerade als Selbstversuch läuft. Ich bin mal gespannt, ob ich das frisch gewaschene Tshirt, das gerade im Gefrierbeutel zwischen Chicken Wings und Vanille-Eis liegt, heute Abend wirklich Erleichterung oder doch nur Erheiterung bringt.

Ein weiterer Tipp, der eher kulinarischer Natur ist, werde ich in den nächsten Tagen testen… man soll Weintrauben einfrieren und könnte sie später als Eiswürfelersatz lutschen… klingt zumindest mal wieder (schon rein geschmacklich) so interessant, dass es einen Versuch wert ist. Ich selbst halte von Eiswürfeln, Eis und kalten Getränken bei Hitze allerdings sehr wenig. Bei der Armee habe ich gelernt (und praktiziert) dass man leicht warme Getränke zu sich nimmt, wenn es wirklich erdrückend heiß ist und damals bin ich mit lauwarmen Tee auch sehr gut über die Runden gekommen. Je kälter Getränke und andere kurzzeitige Ablenkungen sind, umso mehr Probleme hat man nur wenige Augenblicke hinterher, wenn man wieder mit der übermächtigen Hitze kämpfen muss. Derartiges Zeug sind meine Meinung nach also falsche Freunde, wenn es um die Erträglichkeit von Hitze geht.

Ein etwas zu kurz gedachter Tipp ist es, Eimer mit Eiswürfel in der Wohnung aufzustellen… es würde wie ein offener Kühlschrank wirken, aber nicht soviel Energie verbrauchen… da frage ich mich doch: woher kommen denn die Eiswürfel und hat man zur Herstellung derselben etwa keine Energie aufbringen müssen??? Naja, den Tipp hab ich in der BILD gelesen… also was solls.

So Freunde, jetzt habt ihr ein paar Nachtgedanken zum Thema Hitze von mir gelesen… ach ja, eines noch: wenn ihr heute Nacht die Fenster, Türen, Balkone und was weiß ich noch aufreißt um möglichst viel der guten kühlen Luft in die Wohnung zu lassen… dann denkt auch an all das, was zusammen mit der Luft ebenfalls noch in die Wohnung kommt, vor allem dann, wenn ihr dort noch Licht erzeugt.

„Stechmücken“ und „Motten“ sind da zwei passende Begriffe… deshalb schreibe ich dann morgen evtl. etwas über eine andere sehr nützliche Sache im Sommer: Fliegengitter an den Fenstern. 🙂


Comments ( 2 )

  1. Frau_Shmooples

    Ein wirklich sehr interessantes und vielseitiges Aufgebot, das Du da beschreibst. Viele der geschilderten Möglichkeiten, die Wohnung zu kühlen, waren mir nicht mal bekannt. Dein Ventilator hat's mir da aber besonders angetan ;) Das scheint ja ein klasse Teil zu sein! Wir wohnen zwar nicht direkt unter'm Dach, doch leider bietet unser Wohnzimmer mit großer Fensterfront ausreichend Angriffsfläche für die sonnenlastigste Seite des Hauses. Seit wir renoviert haben (Teppich gegen Laminat getauscht) und die Jalousien gegen Abdunklungsrolos gewechselt, ist es aber deutlich erträglicher geworden. Diese Rolos sind zur Außenseite silber gehalten, das hält einen großen Teil der Sonneneinstrahlung fern. Im Schlafzimmer haben wir sogar Thermorolos, die auch ziemlich klasse sind. Leider kann ich da nicht sagen, wie gut sie bei andauernder Sonneneinstrahlung sind, denn das Schlafzimmer liegt auf der schattigeren Seite des Hauses :)

  2. Dark-Lord

    Sei dir meines Mitgefühles sicher, aber nur in Spuren, wir wollen ja nicht übertreiben :P Ich halte die beste Möglichkeit immer noch in abgedunkelten Gardinen. Meine Wohnung ist finster, aber dafür a) gruftig true und b) kühl ;)

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