Schluss machen

Erst mal das Wichtigste: Schatz, mach dir ob dieses Titel keine Sorgen. 🙂 Alles super! 🙂 *kiss*

Aber ich bin dieser Tage auf einen längst von mir vergessenen aber wirklich genialen Lieblingsfilm gestoßen.

Der Dank hierfür gebührt dem neuen Streaming-Dienst von Amazon.de der mir als Prime-Kunden jetzt Spielfilme und Serien (wie die bereits etablierten offiziellen Stream-Anbieter) als Stream anbieten. Dabei habe ich in den letzten Tagen mal die Gelegenheit genutzt, die Liste möglich weit durchzuschauen …

… und siehe da, da war er: „High Fidelity“ (Trailer auf Youtube)

Eigentlich mag ich John Cusack nicht… selbst in 2012 akzeptiere ich ihn nur deshalb, weil man als Ausgleich dafür auch sehen kann, wie die ganze Welt an Arsch geht.

Der Film handelt von den verkorksten Beziehungsgeschichten eines Kerls, die er zunächst nur aus seiner eigenen Perspektive betrachtet und dann doch noch zu einer Art von Selbsterkenntnis kommt. Eine (wohl aber nicht nur für Männer) sehr typische Haltung, die sich leider aber nicht immer automatisch wie im Film wendet.

Der zweite Aspekt an diesem Film ist, dass er sehr viel (Stimmungen, Lebensphasen, Beziehungen) in Musiktitel (gespielt oder genannt, denn John Cusack spielt einen Plattenladeninhaber) assoziiert werden.

Außerdem (aber das ist nur eine nette Nebensache) neigt John Cusack auch dazu alles in Top-Listen einzuordnen… das tu ich auch, wenn ich auch bisher noch nie dazu öffentlich etwas gesagt habe. Das hat vor allem den Grund, weil ich mir nicht sicher bin, ob diese Listen sich nicht je nach eigenem Befinden auch mal ändern könnten.

Alle beide letzten Absätze treffen voll auf mich, mein Leben und wie ich es empfinde zu…. einzig, die übersteigerte Selbstgerechtigkeit in Sachen Beziehungen (ich such die Fehler gern bei mir) und die Eifersucht (ist quasi nicht existent) des John Cusack ist gar nicht mein Ding… aber dazu schreib ich vielleicht extra mal was. Doch ich denke viel über frühere Beziehungen nach, vor allem darüber welche Veränderungen es für mein späteres Leben mit sich gebracht hat durch diese Brüche (obwohl so fast alle Beziehungen gütlich und in Frieden endeten und ich viel besser loslassen kann als John Cusack).

Aber John Cusack bekommt bei einem zweiten Blick auf seine Ex-Freundinnen einen durchaus anderen, realistischeren Blick auf die Frauen, die Qualität seiner Beziehungen, seine falschen Entscheidungen aber auch auf die negativen Dinge und Vorzeichen, die er in seinen Beziehungen und an seinen Exfreundinnen ausgeblendet hatte. Naja… immerhin versuche ich zu relektieren und auch, wenn mir nicht alles und immer gelingt, so denke ich doch mit gutem Gewissen sagen zu dürfen, dass ich aus früheren Dingen lerne und es auch schaffe vieles davon besser zu machen.

Nun… letztlich müsste dazu meine Freundin ein Bild abgeben… am realistischsten wäre dieses Urteil natürlich nachträglich, wenn es nicht mehr durch die rosa Liebesbrille gefärbt wäre… aber das hätte ich eigentlich gar nicht so gerne.

Die Einteilung meines Lebens in unterschiedlicher Betrachtungsweise in Musik ist mir auch wirklich dermaßen zueigen, dass ich meine Gefühls- und Stimmungsgeschichte wirklich anhand einer inzwischen doch recht langen Playlist wirklich sehr gut wiedergeben könnte.

Um eine Sache beneide ich John Cusack allerdings… er hat noch Gelegenheit gehabt sich mit seinen wichtigsten Exfreundinnen persönlich zu unterhalten. Das kann ich leider nicht von allen behaupten, was ich persönlich auch nach Jahren noch immer eine echt miese Sache finde… wenn nach Jahren des Zusammenseins trotz guter Trennung sowas nicht möglich ist. Das ist ziemlich schade.

Aber kommen wir zurück zum Film…

Wenn ich auch schon nicht mehr so ganz jung seid und vielleicht noch wisst, wie sich echte Schallplatten anfühlen und womöglich für eure(n) Liebste(n) auch mal ein Mix-Tape (ja, ich meine auf Kassette) gemacht habt… und euch dabei um die Songs, die Reihenfolge, den Wechsel der Stimmungen usw. Gedanken gemacht habt… dann seid ihr in diesem Film sicher richtig.

Ich liebe den Film….

… und eines habe ich daraus auch gelernt: die, die einen lieben, sollte man nicht dafür büßen lassen, wenn man mit seinem eigenen Leben nicht glücklich ist…. z.B. indem man sich zurückzieht.  Das war für mich ganz sicher eine ganz wichtige Lektion, die ich auch ganz klar auf diesen Film zurückverfolgen kann.

Filme, auch wenn es fiktive Geschichten sind, können auch etwas bewirken – und ist sowas nicht das beste Urteil, das man einem Film geben kann?


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