Das Erlebnis Packstation

Seit Jahren schon bin ich Kunde bzw. Nutzer der Packstation von DHL. Ihr kennt diese gelb/grauen Boxen, ungefähr zweimal so groß wie eine Telefonzelle, die oft irgendwo auch ganz ohne Postfiliale in der Gegend herumstehen?

Für mich, der ich schon seit Jahren dafür kämpfe, dass man mir bei Hauszustellung über Übergabe des Pakets an einen Nachbarn doch bitte wenigstens eine Benachrichtigung in den Briefkasten legt (was seit Jahren [!] trotz mehrfacher Beschwerden nur in Ausnahmefällen klappt), ist die Packstation eine sichere Alternative, denn wenn dort ein Paket für mich eingelegt wird, erhalte ich eine automatische Nachricht per Email und SMS und muss nicht auf die Gnade hoffen, dass mir der Fahrer vielleicht doch so ein Kärtchen in den Briefkasten legt.

Schon allein deshalb bin ich großer Fan der Packstation.

Leider hat sich vor einem Jahr (oder so) aber die Bedienung geändert. Während man früher zu seiner Kundenkarte eine feste vierstellige PIN hatte, die immer Gültigkeit besaß, bekommt man jetzt pro Abholung eine neue PIN. Also muss man immer vorher noch einmal sein Handy herauskramen, die aktuelle PIN lesen und kann dann erst die Karte rausholen um sein Paket abzuholen. Sehr nervige Sache, aber laut Auskunft von DHL notwendig, weil viele Kunden zu blöd gewesen wären sich vier feste Zahlen zu merken.

Gut, muss man nicht verstehen… immerhin hätte man es dann auch so regeln können, dass man dem Kunden, der sich seine PIN nicht merken kann, diese immer gleiche PIN mit der Benachrichtigung mitschickt. Das macht auch kaum Unterschied, immerhin bekomme ich jetzt ja auch eine PIN geschickt… oder man hätte es so einrichten können, dass man sich sein PIN selbst wählen kann… aber was solls.

Nun, gestern Abend (die Post selbst hat am späten Samstag zurecht geschlossen) haben wir die anderen Funktionen der Packstation zum ersten Mal getestet, denn an der Packstation kann man auch (wenn man Besitzer einer EC Karte ist) Porto für ein Päckchen oder ein Paket kaufen und es dann in die Packstation einlegen um es auf die Reise zu schicken. Eine sehr interessante Sache, wenn man sich dabei nicht mehr an die Öffnungszeiten der Post halten muss!

Es hat auch auf Anhieb funktioniert.

Erster Schritt war natürlich eine Portomarke zu kaufen. In dem Fall ist es keine Briefmarke, sondern ein schon komplett bedruckter Strichcode-Streifen, auf dem auch die Absender- und Empfängeradresse geschrieben steht. Diese Daten muss man natürlich vorher auf der Bildschirmtastatur eingeben, was ein wenig mühsam ist, denn die Tastatur funktioniert leider nicht so schnell und flüssig, wie man es als Mensch eigentlich bedienen könnte. Danach steckt man noch seine EC-Karte ohne eine vergleichbare Karte mit Geldchip-Funktion in den Automat, gibt seine EC-Karten-PIN ein und schon rattert das fertige Versandlabel aus der Maschine.

Das klebt man dann auf das Paket oder Päckchen, das man logischerweise am besten schon dabei hat, und wählt den Punkt „Sendung einlegen“. Danach aktiviert sich ein Scanner, der ziemlich weit unten am Gerät angebracht ist und vor den man dann den Strichcode des Labels halten muss. Das korrekte Lesen des Strichcodes durch den Scanner hat uns allerdings 3-4 Anläufe gekostet, erst als ich den Strichcode durch Drehung des Pakets um 90 Grad von oben nach unten (also mit waagerechten Strichen) vorgehalten habe, konnte der Scanner etwas lesen.

Danach erscheint die Abfrage, wie groß das Päckchen/Paket sei. Das kann die Maschine natürlich nicht wissen. Man hat keine Möglichkeit zur Eingabe direkter Maße… das sehe ich auch ein, denn wenn angeblich so viele DHL Kunden sich nicht einmal ihre vier Nummern der eigenen PIN merken können, dann stellen drei Maßangaben eine wirklich unglaubliche Herausforderung dar.

DHL hat für die Größen aber Standardtypen festgelegt und so kann man anhand von drei oder vier Auswahlmöglichkeiten wählen ob das Paket z.B. „So groß wie ein Aktenordner“ oder „So groß wie ein Schuhkarton“ ist.

Danach rumpelt die Packstation und es öffnet sich eine Tür zu einem leeren Fach. Jetzt kann man das Paket einlegen oder (falls man wirklich nicht zwischen Aktenordner und Schuhkarton unterscheiden konnte) man drückt die Schaltfläche für „Fach zu klein“.

Sobald man das Paket eingelegt hat, bestätigt man dies anhand eines Knopfs auf dem Display. Man erhält nun auch eine Sendungsnummer angezeigt. Leider habe ich keine Möglichkeit gefunden mir diese Sendungsnummer als Beleg auszudrucken, deshalb habe ich es mit dem Handy abfotografiert. Kann sein, dass es eine Funktion für den Belegdruck gab, aber dann ist dies meiner Aufmerksamkeit entgangen.

Die Packstation schließt sich und das Paket ist unterwegs.

Also diesmal ein ausdrückliches Lob an DHL, denn das ist ein wirklich sehr guter automatisierter Service, wenn man keine Lust hat sich auf Schlangen vor dem Postschalter oder Öffnungszeiten einzulassen!

Allerdings dauert das ganze Procedere seine Zeit… vor allem die Eingabe der Absender- und Empfängeradressen… und das kann schon nervig sein, wenn zur Stoßzeit zwei oder drei Packstation-Kunden hinter einem warten. Ich würde aber darauf wetten, dass es eine Portokaufen-Funktion bestimmt auch im Internet gibt, so dass man es sich selbst ausdrucken und aufkleben kann, so dass für die Packstation nur noch die „Paket einlegen Funktion“ übrig bleibt.

Das werde ich beim nächsten Paket mal herausfinden.

Ein paar Einschränkungen gibt es allerdings doch. Die Packstation kann nicht Pakete jeder beliebigen Größe aufnehmen. Außerdem gibt es wirklich nur Päckchen- und Paketmarken… wer also sein kleines Päckchen noch z.B. als Maxibrief verschicken könnte und das auch tun möchte, der muss sich wieder direkt zur Post wenden. Die hat ja auch Briefmarkenautomaten außerhalb der Öffnungszeit… die Frage ist dann oft nur, ob der Maxibrief in den Schlitz des gelben Briefkastens passt.

Besondere Sendungsarten wie z.B. Luftfracht oder Einschreiben sind auch nicht möglich. Dies ist aber doch eher zu vernachlässigen, denn es wird kaum die Regel sein.

Ebenso weiß ich nicht, was geschieht, wenn z.B. das Paket zu schwer für die gekaufte Marke ist (falls das überhaupt geht).

Für mich steht fest: ich werde diesen automatischen Service definitiv regelmäßig nutzen, denn ich persönliche hasse es, dass immer dann, wenn ich Feierabend und damit Gelegenheit habe zur Post zu gehen, in meiner kleinen Filiale manchmal eine Schlange bis vor die Türe (auf der Straße) steht. Das sind dann so die Moment, in denen ich den 15 Rentner vor mir in der Schlange gerne die Frage stellen würde, ob sie den ganzen lieben langen Tag keine andere Zeit finden würden zur Post zu gehen, als ausgerechnet dann, wenn die Werktätigen Feierabend haben und auch nach Hause wollen…. *grrr*

 


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