Bildgeschichten

Das Shooting vorgestern ging eigentlich ziemlich gut über die Bühne, auch wenn ich mich ein wenig bei manchen Bild über eine nicht sofort beim Fotografieren bemerkte Unstimmigkeit ärgere…. aber ich glaube, das gehört eben auch zu den Faktoren, die einen Lerneffekt letztlich begünstigen und antreiben. Insgesamt denke ich, dass ich zufrieden mit meiner Arbeit beim Shooting sein kann….

… aber das Shooting ist eben immer nur die halbe Arbeit, denn danach kommt fast immer zwangsläufig bei der People-Fotografie das Thema „Bildnachbearbeitung am PC“… und das ist ein von mir ziemlich ungeliebtes Thema.

Ich muss mal unbedingt einen Kurs suchen, der so richtig in die Tiefe der Bildbearbeitung abtaucht. Ich meine keinen Kurs, der die Hälfte der Zeit damit verbringt zu erklären wie man seine Bilder organisiert und katalogisiert, sondern der speziell die Beauty-Retusche behandelt. Tutorials in den Videoportalen bringen wenig und aus Büchern lerne ich sowas nicht… und mit einigem Neid schaue ich auf Leute in Medienberufen oder in entsprechenden Fachschulen, die sowas im Lehrplan haben.

Je weiter ich in der Fotografie vorankomme, umso mehr erkenne ich auch, welcher Unsinn in so manchen Tutorial verzapft wird. Das sträuben sich einmal manchmal wirklich alle Haare! Vor einigen Tagen hab ich ein Tutorial geschaut, das sich mit der exakt auf den Augen / Nasenrücken liegenden Schärfe bei der People-Fotografie beschäftigte. Der Tipp des Fachmanns war doch tatsächlich auf die schnelle Serienbildfunktion umzuschalten und beim Drücken auf den Auflöser sich leicht nach vorne und hinten zu bewegen, so hätte man in jedem Fall mindestens ein exakt scharfes Bild.

Ah ja… klasse… ich soll also 9 Bilder pro Sekunde machen um am Ende aus ca. 18 Bildern mir gnädigerweise ein zufällig scharfes Bild auszusuchen? Blitzt mein Blitz, den ich vielleicht brauche, denn auch 18 Mal in 2 Sekunden? Wohl eher nicht… Da wäre es dann vielleicht doch besser, sich einmal mit dem Fokussieren vertraut zu machen und vielleicht auch mit dem Model zu sprechen, während einer Pose nicht zu headbangen… dann klappt das mit der Schärfe auch ohne dass ich die Lebensdauer meiner Spiegelmechanik sinnlos und unnötig verkürze.

Mit den Tutorials zu Bildnachbearbeitung steht es leider auch nicht viel besser. 90% davon ist sinnloses Amateurgeschwafel (damit ihr mich nicht falsch versteht, ich bezeichne mich selbst auch nicht als Profi – aber ich mach wenigstens keine Tutorials mit meinem Halbwissen). Da hat einer den Kopierstempel gefunden und will das der Welt gleich auf sinnlose Weise in einem vierminütigen Video zeigen… andere Tutorials sind mit Fotos, die so unkompliziert zu bearbeiten sind (z.B. niedrige Auflösung), dass man ohnehin keine Probleme hat dort unauffällig rumzumalen… nur wenige Tutorials sind wirklich brauchbar… und sowieso geht es immer nur um Photoshop in der teuersten Version – weil die ja auch jeder legal zuhause hat.

Da bin ich doch froh hier in Hamm meinen Fototrainer zu haben, der mir auch gerne mal mit wirklich guten Tipps aushilft und bei dem ich schon mehrere Workshops besucht habe. Leider ist das Thema Beauty-Retusche wohl ein zu spezifisches Anwendungsgebiet, als dass sich dafür ein Workshop lohnt… sowas muss man wohl in großen Städten machen. Aber die Augen werde ich dennoch mal aufhalten…

Übrigens bastelt mein Fototrainer gerade an einem neuen Blog, den ihr gerne mal besuchen könnt: http://www.fotokurs.org/blog/

Gleich werde ich mich jetzt wieder an die Bearbeitung eines Bildes machen… aber diesmal gehe ich da nicht ganz so unbesorgt ran, denn im Unterschied zu vielen anderen Models hat das letzte Model bisher viel mehr Shootings absolviert als ich. Ich muss vor mir selbst eben auch im Vergleich zu den bisherigen Bildern anderer Fotografen bestehen – darunter ist auch ein Bild meines Mentors. Natürlich mache ich mir den Druck selbst und ganz allein… aber die Vorstellung, dass mein Bild später vielleicht mit den anderen Bildern zusammen auf einer Webseite zu sehen ist… hmm… da will  ich einfach nicht, dass man sofort mit dem ersten Blick erkennt: „Ah, das Bild da, das so scheisse aussieht, das ist vom bööösen Asmodeus“.

Ja, ich weiß (und bekomme es auch immer wieder mal gesagt): ich nehme mir das zu sehr zu Herzen und vielleicht teilweise auch unbegründet… aber andererseits ist es eben auch eine guter Antrieb sich zu steigern.

So… zum guten Ende gibt es für hier noch das erste Ergebnis aus dem letzten Shooting :

 

Miss Fragile (Hamm, 2014)

Miss Fragile (Hamm, 2014)

 

Mehr davon und von früheren Shootings findet ihr auf  http://www.allsvartur.de

 

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