Couchsurfing und so….

Einige von euch wissen es vielleicht, ein Zimmer meiner Wohnung, das ich nicht täglich benötige (da es auf der oberen Etage liegt) und in dem früher meine Freundin ihr Refugium hatte, biete ich als „Couch“ bei Couchsurfing.com an.

Dieses überaus tolle Netzwerk erlaubt es sogenannten „Couchsurfern“ kostenlos bei ihren Gastgebern (den „Hosts“) zu übernachten. Das ganz läuft per Ausschreibung und Anfrage… man beschnuppert sich in den Profilen, lies die Bewertungen früherer Gäste (oder Gastgeber) und entscheidet sich dann, ob man eine Couchanfrage stellt bzw. ob man (als Host) eine Couchanfrage annimmt.

Sicher, für eine fünfköpfige Familie mit Hund wäre diese Art zu Reisen eher untauglich… aber für junge (oder junggebliebene) Menschen, die mit Rucksack und Tasche unterwegs sind und die sich nicht scheuen neue Menschen kennenzulernen ist dies eine hervorragende und vor allem extrem günstige Art zu übernachten. Den größten Vorteil (neben den Kosten) sehe ich aber auch darin, dass man durch den direkten Kontakt mit den Menschen eben auch das Land viel besser kennenlernt.

Ein freundlicher Host kann einem die Stadt viel besser zeigen und dich mehr in das Leben dort eintauchen lassen, als man es als anonymer Tourist in einem Hotel anstellen könnte.

Dementsprechend plane ich schon länger, nachdem ich schon seit Jahren hoste, auch mal als Couchsurfer unterwegs zu sein…. vielleicht im Sommer nach Verdun oder im Frühjahr nach Amsterdam…. und das schiebe ich dann Jahr für Jahr vor mir her, denn irgendwie komme ich entweder nicht dazu, vergesse meine Pläne oder bekomme schlicht den Arsch nicht hoch… „aber irgendwann“ sag ich mir dann und versuche mir dabei keine Jahreszahl vorzustellen.

Auf der anderen Seite bin ich eben auch Host. Das heißt, ich biete meine Couch für Couchsurfer an.

Würde ich im schönen Köln wohnen oder vielleicht in der Hauptstadt Berlin, dann hätte ich sicher mehr Couchanfragen als wenn man im tristen und völlig uninteressanten Flächendorf „Hamm in Westfalen“ wohnt. Wann fährt man schon nach Hamm? Um etwas zu erledigen oder um jemand zu besuchen… aber ganz sicher aus keinem anderen Grund und erst recht nicht um hier einfach nur Urlaub zu machen.

In all den Jahren hatte ich (Zählung bis letzte Woche) gerade einmal 3 vernünftige Couchanfragen, von denen ich zwei auch zugesagt habe. Diese beiden Couchsurfer waren wirklich nette Menschen. Die anderen Anfragen, die ich hatte und die ich nicht als vernünftig bezeichne, waren seltsame Typen mit noch seltsameren Geschichten… die es mir nicht gerade schmackhaft machten, diesen Leuten mein Heim und auch meine Wohnungsschlüssel für einige Tage anzubieten.

Doch ausgerechnet jetzt… wenn ich gerade gar keine Zeit für Couchsurfer habe, kommen in gerade einmal 48 Stunden gleich DREI Couchanfragen rein….

Was ist los? Ist in Hamm Gold gefunden worden und ich weiß noch nichts davon? Das ist schon sehr seltsam und das verstehe auch wer will… was wollen die nur alle plötzlich in einer Stadt, die so uninteressant bzw. austauschbar ist dass (würde ich nicht hier wohnen und arbeiten) ich sie einen Tag nach meinem Wegzug quasi schon wieder vergessen hätte? … Ja, meine Meinung von Hamm ist nicht so besonders…. aber eben auch nicht besonders schlecht… sondern einfach nur funktional… so wie die Stadt auch. Sie funktioniert für meine Bedürfnisse, aber mehr auch nicht.

Aber vielleicht schaffe ich es doch noch dieses Jahr… einmal als Couchsurfer auf Tour zu gehen… vielleicht sogar nach Frankreich – möglich ist es, vielleicht. 🙂

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