Der Franzose (Teil 2)

Nun ist er also schon seit ein paar Tagen auf und davon, der Franzose. Aber er fuhr gar nicht wieder nach Frankreich, sondern eigentlich nur einen Katzensprung von hier entfernt zu einem Bekannten um dort noch einen Besuch abzustatten.

Mit ihm ging auch meine Gitarre, das gute Stück, das ich jedoch schon seit mehr als 10 Jahren nicht mehr gespielt und überhaupt in der gesamten Zeit nur einmal ausgepackt habe – aber nur, um damit ein Shooting zu machen. Nackte Frau, hinter Gitarre sitzend und spielend… das Foto ist super geworden, aber ihr bekommt es nicht zu sehen.

Alle Fotos, mit nackten Tatsachen (die auf meinen Bildern ohnehin immer nur andeutungsweise zu sehen sind – da sich gute Erotik immer im Kopf und nicht im Auge abspielt) gelangen nie auf meine Webseite, sondern verschwinden in meinen Archiven. Lediglich manche Aufnahme (wie auch dieses Gitarrenbild) schaffen es aber auf einen Ehrenplatz in einem Bilderrahmen im Flur.

Aber jetzt bin ich irgendwie vom Thema abgekommen…

Nun jedenfalls spielt der Franzose nicht nur Gitarre, sondern er spielt SEHR GUT Gitarre und komponiert auch noch selbst. Es brauchte nur wenige Augenblicke um zu hören (nachdem wir am Tag zuvor erst einmal neue Saiten gekauft hatten), dass sich meine Gitarre bei ihm viel wohler fühlte als überhaupt jemals bei mir. Da lag der Gedanke nahe es dem Instrument zu gönnen wieder seiner Bestimmung folgen zu dürfen und so verließ mich die Gitarre ebenfalls – ich glaube, jetzt ist sie glücklich.

Über die Zeit des Besuchs habe ich gemischte Gefühle. Für mich, jemand der sich wirklich extrem schwer tut im sozialen Kontakt zu Männern, war es eine sehr ungewohnte Erfahrung. Mein Glück war, dass mein Besuch zu der sehr stillen und höflichen Sorte gehörte. Außerdem musste ich eigentlich nie selbst für Programm sorgen, da der Zweck seines Besuches eigentlich ein Verwandtenbesuch war und er somit meist schon Programm mit seiner Verwandten hatte.

Ob ich nochmals einen Mann beherbergen würde? Ich glaube nicht. Mit diesem Besuch habe ich sehr viel Glück gehabt – aber man soll sein Glück nicht zwei Mal herausfordern. Daher habe ich in meinem Couchsurfing-Profil erst einmal die Info aktualisiert dass mir das Geschlecht nicht egal ist. Nichts desto trotz darf mich der Franzose jederzeit wieder besuchen, was ich ihm auch ausdrücklich mit auf den Weg gegeben habe.

Nun denn, angesichts des Kaffs in dem ich wohne, bin ich überhaupt gespannt wie lange es wohl dauert, bis sich wieder einmal ein Couchsurfer bei mir meldet…

Leave a reply