Von Frittenbuden und Weihnachtskotze

OK, alle Jahre verdammt nochmal wieder hat uns meine absolute Hass-Zeit heimgesucht: die Vorweihnachtszeit.

Ach! Wie beschaulich und jingle-glitzernd-sternenstaub-lebkuchen-süß plärrt mir an allen Ecken und Enden der zum Frontalangriff geblasene Konsumrausch in Form von Werbung entgegen….

Beim einem Autohändler ist Weihnachten schon im November, weil da irgendeine Blechkarre auf den Markt kommt. Beim Elektronikdiscounter (naja.. ob das wirklich so „Discount“ ist, das wäre allein schon einen Blogeintrag wert)  ist sogar 30 Monate am Stück Weihnachten, denn so lange dauert es bis man das Zeug, das man dort gekauft hat, dann abbezahlt hat. Der Mobilfunkanbieter hat ja ohnehin immer Weihnachten und selbst wenn ich kaum noch Radio und TV einschalte um dem allgegenwärtigen schlittenklingel-schneeflocken-Weihnachtspiss zu entgehen, so trifft mich spätestens dann wieder der Schlag, wenn ich meinen Briefkasten öffne und mir güldene Gutscheine mit Tannenbaumillustrationen entgegenfallen (und dann direkt ins Altpapier wandern).

Habe ich schon erwähnt, dass ich die Weihnachtszeit hasse?

Für meinen Stromanbieter ist sowieso Weihnachten, weil der alle Mehrkosten der „Energiewende“ (so nennt man das, wenn Deutschland dank gestiegener Braunkohleverbrennung ca. 9 Mio Tonnen CO2 mehr in die Luft pustet) direkt und mit Aufschlag und anteiliger Mehrwertsteuer an mich weitergeben kann.

Mich hat heute der (nicht elektrische) Schlag getroffen, als ich gelesen haben wieviel ich im kommenden Jahr mehr zahlen muss, nur damit wir unsere grüne Stromerzeugerseele in wohliger Unschuld baden können (und nebenher mehr Atomstrom aus den vermutlich weniger sicheren AKWs im Ausland importieren müssen).

Der Herr Steinbrück meint zwar, dass „jede Frittenbude besser gemanaged“ sei als die Regierung das mit der Energiewende macht und damit hat er sicher auch ein Stück weit recht, aber er vergisst bei seiner Anprangerei auch noch eines: von einer Frittenbude erwartet der Staat dass sie ihre Einkünfte auf Euro und Cent genau angibt… was nach meinem Eindruck der Herr Steinbrück als (künftiger?) Vertreter des Staates der Bevölkerung gegenüber eher als nachrangig zu betrachten scheint.

Daher, lieber Herr Steinbrück, würde ich vorschlagen: werden Sie in erstmal in Sachen Nebeneinkünfte und Veröffentlichung so genau, wie man das von einer Frittenbude verlangt, dann dürfen Sie auch weiter große Reden (bezahlte und unbezahlte) schwingen.

Nur einer hat dieses Jahr wirklich keine schöne Weihnachten: unsere kirchenmausarmen und am Hungertuch nagenden Krankenkassen.

Ich sehe schon, wie die Mitarbeiter dort aus den tollen Palästen ausziehen und ihre Kundenschalter demnächst in der Straßenunterführung nebenan aufbauen müssen, denn die Praxisgebühr soll gestrichen werden. Selbstverständlich ist es da absolut notwendig hohe Ausgleichszahlungen an die Krankenkassen zu leisten… ich meine, letztes Jahr hatten die doch immerhin „nur“ 4 Milliarden Überschuss erwirtschaftet…

Gut, damals wurde zwar gesagt, man würde deshalb die Beiträge nicht senken, sondern das Geld lieber für schlechte Zeiten sparen damit man, wenn die Einnahmen mal einbrechen, nicht sofort wieder mit „Beitragserhöhungen“ und „Ausgleichszahlungen“ kommen muss… aber das ist ja schon 12 Monate her und vielleicht ist von den gesparten 4 Milliarden Euro deshalb auch schon nichts mehr da…

… 4.000.000.000 Euro.

Es gibt einfach Zeiten, da kann man unmöglich soviel in sich hineinfressen wie man gerade auskotzen könnte. Und dabei weiß ich gar nicht, was mich eher zum Kotzen bringt: dass sich Politik und Wirtschaft sowas herausnehmen oder dass es sich das dumme Wahlvolk einfach so gefallen lässt, bzw. es überhaupt nicht wahrnimmt was da abgeht. „Solange es mir noch gut geht, einfach hübsch das Maul halten“… tolles Erfolgskonzept.

Mit dieser Einstellung hat es auch Griechenland in die Hitparade geschafft und ich denke, viel fehlt nicht mehr bis auch wir gar nicht mehr weit davon entfernt sind, wo andere Staaten in Europa jetzt bereits schon stehen.

Aber egal… jetzt ist erstmal Vor-Weihnachten…. schon wieder was zum Kotzen… und nur ein Trost bleibt mir: Weihnachten fällt dieses Jahr aus, denn drei Tage zuvor (am 21.12.12) geht die Welt unter.

Und nun Freunde, werde ich ich meinen Aktionismus in der Küche am schmutzigen Geschirr austoben und dabei gedanklich der Frage nachgehen:

Wenn die Tabaksteuer vor dem Rauchen abschrecken soll, wie ist es dann mit der Lohnsteuer?

In diesem Sinne euer böööser Hausmann Asmodeus

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