Bilder, Wände und ein unkreativer Mensch

Ich habe mir gestern und heute den (vor allem zeitlichen) Luxus erlaubt und endlich mal ein paar Bilder an die Wand im Gästezimmer gehängt. „Unten“, in dem von mir selbst bewohnten Teil meiner Wohnung habe ich nicht viel Deko… dort befindet sich zwei Bilder die mein Mondscheinkätzchen gemalt hat und ein sehr tolles riesiges und aus drei Teilen bestehendes Buddha-Bild.

Sonst hängt und dekoriert da nicht viel – weil ich es auch nicht so besonders mag. Anders ist es in der Gästeetage… da ist das Zimmer noch immer so lila an den Wänden, wie es damals schon war, als Stigma ausgezogen ist. Ich hab es auch so belassen, weil es irgendwie zum Zimmer und auch zum Teppichboden passt… obwohl ich kurz einmal mit einem dunklen und wirklich glänzenden Rot geliebäugelt habe, dann aber zu dem Schluss gekommen bin, dass das Gästezimmer damit wie ein Bordellzimmer aussehen würde.

Jetzt hängen eben noch Bilder an den Wänden… und wirklich schöne!

Darunter meinen beiden Lieblingsbilder, die mich schon aus meinen vier Wänden in Süddeutschland hierher begleitet haben. Dann findet sich dort noch das handgemalte Bild vom Sensenmann, das (und das ist die Besonderheit) auf einer echten Röntgenaufnahme gemalt ist. Das hat mir meine damalige Freundin, die ich vor Stigma hatte, gemalt (die Röntgenaufnahme zeigt auch ihre eigene Wirbelsäule, weil sie Schwedin war und in Schweden bekommt man sowas als Patient mit) und es ist echt verdammt klasse gemacht. Der Foto-Kalender von Stigma mit den vielen Sprüchen darin hängt auch noch da… wie immer mit dem Monat „August“ aufgeschlagen… das ist eben so und das bleibt  auch so, finde ich nämlich irgendwie passend.

Einige andere Bilder brauchen erst noch schönere Rahmen… diese schmucklosen Glasrahmen mit den Blechhalter-Clips an jeder Seite kotzen mich inzwischen an. Also muss ich erstmal ordentliche Bilderrahmen kaufen und dann hab ich noch ein paar tolle Bilder und Fotos mehr aufzuhängen… die meisten Bilder sind gemalt, fotografiert und gezeichnet von Exfreundinnen.

Nein, ich hab kein Problem so etwas  aufzuhängen. Sind doch schöne Bilder und damals, als sie gemalt wurden, wurde auch viel Liebe reingesteckt und ich finde, das ist doch etwas, woran man sich auch gerne erinnern darf ohne dass es unanständig ist.

Nur eine echt große Fotografie von Stigma (erstes Bild in den Portraits auf meiner Fotoseite) hänge ich nicht auf. Zwar ist das Bild eines meiner absoluten Lieblingsbilder, aber es stammt aus Süddeutschland und gehörte eigentlich meinen Eltern, die das erst am dem Tag abgehängt haben, als sie davon erfahren haben, dass Stigma verheiratet ist. Was die Eltern abgehängt haben, will ich auch nicht mehr aufhängen. Aber ich fand es einfach zu schade zum wegwerfen und da noch immer ein Fahrrad von Stigma in meinem Keller steht, ergibt sich sicher die Gelegenheit mal das Bild zusammen mit dem Rad an jemand aus der Familie zu übergeben. Das Format des Bildes wäre obendrein auch völlig überdimensioniert für das Gästezimmer.

Was ich mir noch überlege ist, was ich mit den vielen kleinen Bildern mache. Ich habe Fotos von mir und einigen Freundinnen (kennt man ja, immer so zu weit nebeneinander sitzend und zusammenkuschelnd geknippst) und wenn man die in kleinen Rähmchen zwischen die großen Bilder setzen würde, würde es vielleicht ganz kuschelig aussehen. Sehen möchte ich die Bilder nämlich eigentlich ganz gern, auch wenn ich nur sehr selten im Gästezimmer bin (meist nur, wenn ich ein Buch brauche, weil dort mein großes Bücherregal steht).

Verdammte Scheisse bin ich unschlüssig….Inneneinrichtung und Dekoration waren eben nie meine Stärke…. schneller Internetanschluss, Computer, Mikrowelle, Bett, Toilette und Dusche: Wohnung fertig.

Und für meine große Fotowand (meine „Hall of Fame“, wo nur hängen darf, wer auch einen kleinen oder großen Passierschein zu der Seele, die hinter dem bööösen Asmodeus sitzt, besitzt) muss ich mir auch noch was überlegen. Die ist nämlich genau über einem Heizkörper im Flur gewachsen und dort hängt sie nicht gut, weil sich die Fotos biegen wenn man die Heizung einschaltet.

Immerhin hab ich inzwischen so viele Postkarten, tolle Bilder und Spruchkarten, dass ich damit schon eine ganze Wand bekleistern kann. Daher überlege ich mir das vielleicht an die Wand neben der Treppe, die zur Gäste-Etage führt, zu kleben. Aber dieser Treppenflur (der auch noch eine sehr hohe Decke hat, weil die Treppe recht steil geht) ist eben schneeweiß und durch den nüchternen Stil der Treppe und des rein funktionell aussehenden an der Wand montierten Geländers wirkt das so schön minimalistisch… die schöne hohe weiße Wand jetzt mit vielen bunten Flecken zu belästigen, das kommt mir fast schändlich vor.

Hach ja… das sind für mich eben fast unlösbare Probleme.

Vielleicht mach ich einfach mal ein Bild von allem und dann könnt ihr mir eure Meinung hier im Blog als Kommentar dazu schreiben…


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