Was bleibt?

Habt ihr euch mal die Frage gestellt, was zurückbleiben würde, wenn ihr einfach heute spontan und völlig unvorhersehbar sterben würdet?

Ich meine, was ist – wenn euer Leben zu Ende ist – dann noch übrig von dem, was einmal euer Leben war? Ein Grab… OK, aber sonst?

Ich bin kein Freund davon sich durch das Klammern an ewige Dinge vor der Einsicht der eigenen Vergänglichkeit zu flüchten und sich damit zu belügen, dass man selbst irgendwann einfach nicht mehr da ist und das die Weltgeschichte nicht die Bohne juckt, so wie es mich heute auch nicht juckt wer gerade in dieser Sekunde irgendwo auf der Welt stirbt (schlicht weil ich diese Leute nicht kenne und nichts von ihrer Existenz weiß).

Jeder muss irgendwann einmal sterben, vielleicht sogar auch ich.

Aber es wäre doch schön, wenn die Welt durch mich ein wenig anders (und im Optimalfall sogar etwas besser oder zumindest lustiger) geworden wäre… oder verpuffen alle Jahre, die ich auf der Erdenscheibe verbracht habe, einfach sang- und klanglos im Nichts und gerade so, als hätte es mich nie gegeben?

Viele Menschen hinterlassen etwas… ein Haus, Vermögen, eine Firma oder auch einfach nur einen Haufen Schulden… aber sind das Dinge, die zählen?

Andere hinterlassen Kinder und Enkelkinder…. ok, das mag substantieller sein, aber ich habe mich schon immer geweigert einzusehen, dass er Hauptzweck meiner Existenz meine Reproduktion sein soll… obgleich ich dem „Üben“ natürlich nicht abgeneigt war und bin. Kinder (oder gar Enkelkinder) aber sind für mich keine Hinterlassenschaft, die mich in meinem Lebenssinn beruhigen würde.

Eigentlich finde ich den Gedanken, einfach in das Nichts einzugehen, aus dem ich gekommen bin, auch ganz tröstlich. Wie heißt es doch im Song aus „Das Leben des Brian“? „Du kommst aus dem Nichts und Du gehst ein ins Nichts… also was hast Du verloren? Nichts!“ und Elling in einem meiner Lieblingsfilme („Elling“) sagt: „Die Vorstellung von Reinkarnation hat oft gequält. Einer wie ich, wird sich vermutlich immer wieder verlaufen, auf dem schweren Weg ins Nirwana.

Und Tatsache: mir wäre ein einfaches Nichts ziemlich sicher auch lieber als irgendwas sonst.

Außerdem, wenn es ein Paradies geben sollte und ich (wider Erwarten) dorthin finden würde, würde ich sofort wieder austreten wollen, wenn dort nicht mindestens KalkbrennerDaft Punk oder VNV Nation als Hintergrundmusik läuft. Ohne den Sountrack zum Paradies, braucht es kein Paradies für mich sein… da geht es mir um’s Prinzip.

Also, was würde heute bleiben?

Ein paar Leutz, die noch eine Zeit lang an mich denken (im Guten wie im Bösen)… im Optimalfall bis sie selbst zu Staub werden. Ein paar Webseiten, die vermutlich erstmal verwaisen, weil sich niemand zuständig fühlt. Eine Community die weisungsgemäß verwaltet und dann „abgewickelt“ wird und eine Wohnung mit Möbeln und was eben so darin zu finden ist.

Traurig finde ich das nicht.

Besonders toll aber auch nicht.

Aber ganz allgemein nachdenkenswert finde ich das schon.

Comments ( 3 )

  1. Micha

    Hey, das sind normale Gedanken, die jeder hat. Wenn du es nicht besonders toll findest, warum tust du nichts dagegen und gibst deinem Leben - wenn auch nicht speziell Kindern - einen tieferen Sinn? Hospiz arbeit, Tierheim, Ehrenamt.. Es gibt soviel gutes zu tun, wenn man es nur wirklich will. Die Frage ist dann nicht ob man etwas hinterlässt, sondern ob und wie man sich an einen erinnert, denke ich. Lg

  2. Schwupp

    Hi, du schreibst: "Jeder muss irgendwann einmal sterben, vielleicht sogar auch ich." Sorry, das Leben endet immer tödlich ;-) sic! Möchtest du nach deinem Tod in den Himmel? Glaub an Jesus Christus und änder dein Leben. Mehr muss man dafür nicht tun. Keine selbstauferlegten Gesetze und keine Beichten halten. Nur glauben. Weißt du wann dein Leben zu Ende ist? Nein, ich auch nicht. Und welches Herz findet Gott vor, wenn er dich in den Himmel lassen will? Gruß Schwupp

    • AsmodeusAsmodeus

      Huhu, danke aber (und nimm das Folgende bitte nicht persönlich) der Liebe Bibel-Gott kann mich mal... auf Wunsch auch kreuzweise. Daher zitiere ich nochmal aus meinem Blogeintrag: "Und Tatsache: mir wäre ein einfaches Nichts ziemlich sicher auch lieber als irgendwas sonst."

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