Sprechen Sie Denglisch?

Hallo Friends,

heute wollte ich euch mal (sozusagen total up to date) ein wenig von dem reporten, was mir so letzte Woche bei einem Meeting aufgefallen ist…. nämlich das ich nicht die Bohne „hip“ bin.

Why not? Weil ich in den meisten Statements (außer jetzt hier im Blog natürlich) deutlich weniger als 50% aus dem Englischen entlehnte Wörter nutze und manchmal sogar gar keine! Sätzelang! Ja, wirklich!

Letzte Woche im „Meeting“ hörte sich ein typischer Satz ungefähr so an: „Nach dem Evaluation Process müssen wir erst noch die Ergebnisse reporten und gegebenfalls mit dem TD (Trading Developer) ein Meeting machen, bevor wir dann eine Go oder NoGo Entscheidung treffen und das Ganze dann submitten, damit der TIC weiter approven kann, ob der Request das nächste Gate schafft und wir damit Live und nach dem Freeze in die Operations gehen.“

Mal ehrlich Friends… äh, Freunde… MUSS das denn wirklch sein?

Ich meine, sicher, bei einem „Global Player“ ist es sinnvoll bestimmte Schritte und Programme in Englisch zu benennen damit sichergestellt ist, dass auf der gesamten Erdenscheibe auch alle von den gleichen Dingen/Prozessen sprechen. Gar keine Frage.

Aber ist es wirklich nötig eine Entscheidung zu „approven“ oder reicht es nicht auch, wenn ich sie einfach nur „prüfe“? Und muss ich das Ergebnis meiner approvten Entscheidung dann wirklich unbedingt „submitten“ oder reicht es nicht auch, wenn sie sie einfach versende oder übertrage? Kann man ein Projekt nicht auch einfach starten oder muss ich damit wirklich unbedingt „Live“ gehen? Und wenn ein Kunde etwas von mir wissen will, darf er mir dann nicht einfach eine Anfrage schreiben oder muss das für mich wirklich unbedingt ein „Request“ sein?

Ganz ehrlich, wenn man in einem Raum voller Menschen sitzt, von denen man das Gefühl hat, dass sie alle Teilnehmer beim „Wer packt die meisten englischen Worte in einen Satz“ Wettbewerb („Contest“) teilnehmen… fühlt man sich schon irgendwie als Bauerntrampel wenn man sich noch einigermaßen der Sprache bedient, die uns Menschen wie Luther, Goethe und Schiller hinterlassen haben. Ich meine, ich bin doch auch keine Deutschkanone (der Blog ist hierfür Beweis genug), aber muss ich mich denn wirklich dann in eine Fremdsprache flüchten für Begriffe des täglichen Gebrauchs wie „Entscheiden“, „Betrachten“, „Fragen“, „Antworten“, „Weitergeben“, „Ermitteln“….?

Also das Thema der Fortbildung selbst war hochinteressant und ich hab gerne speziell in diesem Bereich einiges dazugelernt. Ich hätte auch gar kein Problem damit gehabt, wenn die Schulung komplett in englischer Sprache abgehalten worden wären, aber dieses „Denglisch“ ging mir den ganzen Tag über doch schon sehr gewaltig auf den Senkel.

Ich glaube, es war schon gut dass ich nie in Richtung Marketing oder Europäische BWL studiert habe…. das hätte ich keine paar Semester mit der Sprache durchgehalten.

In diese Sinne, „cu“!

Euer evil Asmodeus


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