Der imaginäre Freund

Es gibt zwei Dinge im Leben, bei denen ich mir ziemlich sicher bin.

Die erste Gewissheit in meinem Leben ist, dass mein Leben irgendwann einmal ein Ende haben wird. Irgendwann einmal werde ich sterben und wenn ich viel Glück habe, weiß ich bei meinen letzten Atemzügen vielleicht noch gar nicht, dass es meine letzten sein werden, denn ansonsten wäre unter Umständen doch noch Zeit für Panik und auf die könnte ich zur Not eigentlich auch verzichten. Aber das ist ein Thema für sich und vielleicht sogar für einen ganz anderen Blog.

Die zweite Gewissheit, die ich habe, ist die, dass ich der festen Überzeugung bin, dass der nächste (dritte) große Krieg wieder ein Krieg der Religionen sein wird. Sicher, meistens waren auch in den vergangenen Kriegen die Religionen nur ein massenbegeisterndes Alibi, denn in Wahrheit ging es um Macht und Reichtum…. aber ich denke, auch der nächste große Krieg wird unter diesem Zeichen „Religion“ stehen.

Das Problem ist nur, dass wir inzwischen nicht mehr mit Knüppeln aufeinander einschlagen, sondern weit tollere atomare, chemische und biologische Möglichkeiten gefunden haben uns gegenseitig so richtig auf die Eier zu hauen… und wenn es im Namen Gottes ist, dann ist doch eigentlich alles in Ordnung was zum Sieg führt… selbst Passagierflugzeuge sind dann als Waffe moralisch gar kein Problem mehr.

Man muss Menschen, die auf diesen Trip sind, dann auch nicht fragen welchen Sinn es hat, dass sie irgendwo in Afrika eine deutsche Botschaft stürmen, weil ein Depp in Amerika einen miesen Film dreht.

Ich glaube, die Menschen können mit der Frage: „Was hat irgendein Gesetz (gleich religiöser oder weltlicher Art) in einem fremden Land, das diese Gesetze nicht hat, für eine Bedeutung?„… ich meine, wenn jetzt irgendwo in einem Kuhkaff in Afrika ein Typ einen Jesuswitz erzählt, darf ich dann auch dem nächsten Afrikanischstämmigen, der mir hier begegnet, aufs Maul hauen?

Wie kann man moralisch rechtfertigen, dass ich mich hier in Europa an ein Gesetz halten soll, dass im tausende Kilometer entfernten Afrika gilt?

Aber klar, solche Fragen braucht man nicht stellen. Es geht eben auch nicht um Vernunft, sondern darum, wer den tolleren imaginären Freund hat und da kann ich als prinzpiell Anti-Religiöser-Mensch ohnehin nicht mitreden…. würde mir aber die ganze Entwicklung nicht so viele Sorgen machen, könnte ich darüber eigentlich nur laut lachen…

Und eins stelle ich mal fest: wenn es Gott wirklich geben sollte… liebe sudanesische Gotteskrieger… dann würde ich mal sagen, dass die Verhältnisse zeigen dass er uns viel lieber hat als euch…. und das würde mir doch zu denken geben.

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