Kennt ihr Tuwa?

Es wäre keine Schande wenn nicht, ich kannte Tuwa bis gestern nämlich auch nicht.

Fragen wir doch einfach mal Wikipedia:

Die Republik Tuwa (russisch Республика Тыва/Respublika Tywa, auch Тува/Tuwatuwinisch Тыва Республика/Tywa Respublika) ist eine zur Russischen Föderation gehörende autonome Republik im südlichen Teil von Sibirien. Tuwa, das frühere Urjanchai, war von 1921 bis 1944 als Tuwinische Volksrepublik formal unabhängig. Der geographische Mittelpunkt Asiens liegt nach einer Berechnung von 1914 in der Nähe der Hauptstadt Kysyl.[2]

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Tuwa

Für jemand, der sich weit weniger mit Einzelheiten auseinandersetzen möchte, könnte man (ganz im Klischee verweilend) auch sagen: viel Steppe, Pferdeherden, Jurten und verteilt auf einer Fläche, die etwa halb so groß ist wie die der Bundesrepublik Deutschland, tummeln sich gerade mal soviel Menschen wie bei uns in Bonn, Mannheim oder Bielefeld wohnen. Und damit sind wir – zumindest in geographischer bzw. geopolitischer Sicht – wieder ein wenig wissender geworden.

Was mir von Tuwa bis gestern auch nicht bekannt war (ich meine abgesehen von der Tatsache, dass es überhaupt existiert) ist die Musik der tuwinischen Einwohner, die wir als „Kehlgesang“ oder „Obertongesang“ bezeichnen. Auch davon hab ich bisher nichts gewusst und natürlich erst recht nichts gehört, doch genau dieser Gesang war es, der mich gestern – als ich zufällig in einer Dokumentation darüber gestolpert bin – regelrecht gefesselt hat.

Nun, man kann sagen, da ich schon immer eine Schwäche für „besondere“ Musik hatte, wozu ich durchaus auch meine Vorliebe für mittelalterliche, keltische und andere Klänge (z.B. die von Didgeridoos) zähle, war es klar, dass ich an dieser Musik irgendwie hängenbleibe. Es hat allerdings ein wenig gedauert, bis ich herausgefunden habe, wie die Folklore-Gruppe hieß, die mir in der Dokumentation der ARD aufgefallen war. Gut, hätte ich in Wikipedia mal nach „Tuwa“ gesucht, hätte ich mir die Arbeit ersparen können, denn dort ist die Gruppe als bekannteste Folklore-Gruppe (mit internationalen Engagements) auch explizit genannt.

Huun-Huur-Tu“ nennt sich die Band und ist für alle, die sich gerne mal mit völlig neuen musikalischen Eindrücken beschäftigen wollen und keine Angst vor ein wenig Folklore haben (solange es nicht Akkordeon, Tuba und Lederhosen sind), mein ganz persönlicher Tipp!

Irgendein netter Youtube-User hat sich sogar die Mühe gemacht ein ca. einstündiges Konzert in den USA in wirklich guter Qualität anzubieten:

Und (oh Wunder, denn ich hätte das nicht gedacht) es gibt wenigstens eine CD Huun-HuurTur – Mother-Earth! Father-Sky! sogar auf Amazon.de zu kaufen bzw. anzuhören.

Das Konzert auf Youtube hab ich mir natürlich komplett angeschaut, was Dank youtube-fähigen BlueRay-Players im Schlafzimmer möglich war (besserer Sound, großer TV) und mir nicht nur gute Unterhaltung brachte, sondern mir auch Lust machte nachzuforschen ob diese Band Deutschland demnächst wieder heimsucht, denn in Deutschland spielten sie auch schon einmal. Aber leider fand ich zu dieser Band keine Homepage mehr und selbst der Link, der bei Wikipedia.de genannt ist und auf eine Seite hunnhuurtu.com führt, bringt mich nicht weiter, denn diese Seite enthält (wenn die Schriftzeichen von meinem Google Chrome übersetzt wurden) lediglich Informationen über Golfschläger, deren Kauf und Patente und die Zulassung von Golf Clubs…

Ok… bei soviel tuwinischer Steppe ist Golf vielleicht die logische geografische Konsequenz, denn da ist sicher genug Platz für ein paar Greens.

Jedoch fürchte ich, dass die Seite deshalb nicht mehr existiert, weil es die Band vielleicht nicht mehr gibt…. was ich schade finden würde, weil es irgendwie ein Stigma meiner musikalischen Entdeckungsreisen darstellt, dass ich Bands immer erst dann für mich entdecke, wenn sie nicht mehr existieren oder sich die Künstler schon umgebracht haben. Na, wollen wir mal hoffen, dass es den Jungs von Huun Huur Tu wenigstens gut geht, auch wenn ich vermutlich vergeblich darauf hoffe sie einmal live hier in Deutschland erleben zu dürfen, denn nach Tuwa ist es mir definitiv zu weit… auch meine Begeisterung hat Grenzen.

Und nach soviel Folklore bin ich jetzt mit Sicherheit reif für einen ausgedehnten Streifzug durch die schwarz-elektronische Musik der Gothic-Szene, denn immerhin will die morgige Sendung auf radio.XES gut vorbereitet sein!

In diesem Sinne *Pommesgabel in die Luft streck*

euer böser Asmodeus


Comment ( 1 )

  1. mein.Dunkles-Leben » Blog Archive » Kunst und Künstlichkeit

    [...] erklären, wenn ich im Club am liebsten dröhenden Maschinenlärm habe, aber gleichzeitig von Tuwanischer Folklore begeistert [...]

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