Results for tag "sorgen"

Ohne Feindbilder

Zur der Zeit, als ich noch bei der Bundeswehr war, gab es offiziell keine Feindbilder mehr. Nun gut, offiziell gab es die beim Bund noch nie… auch wenn der Feind im Manöver oftmals an den „roten“ Markierungen an der Uniform erkennbar war und prinzipiell aus Osten angriff… aber daraus etwas abzuleiten wäre natürlich völlige Spekulation!

Ich bezweifle auch ernsthaft, ob eine Ausbildung, wie ich sie noch in der Grundausbildung genossen habe, dafür geeignet wäre einen wirklichen und entschlossenen Angreifer (gleich welcher Farbe und Himmelsrichtung) abzuwehren… erinnere ich mich dabei beispielsweise an einen Angriff, den wir auf den Stellungsraum der gegnerischen Kräfte durchzuführen hatten. Als wir (über freies Feld und völlig ungedeckt hangaufwärts) auf das Waldgebiet, in dem sich die gegnerischen Kräfte verschanzt hatten, zurannten wurde der erste Angriffsversuch vom Kompaniechef (der das von der Seite her beobachtete) abgebrochen, da keiner von uns dabei einen Schuss abgegeben hatte.

Auf den Hinweis, dass am (inzwischen) dritten Tag des Biwak (Biwak = „Bundeswehr im Wald außer Kontrolle“) eben keine Übungsmunition mehr abzufeuern ist, wenn man für ein gesamtes 3-Tages-Happening auch nur wirklich und ungelogen 3 Schuss Platz-Munition pro Mann bekommen hat und diese bereits in der ersten Nacht bei einem Angriff der feindlichen Kräfte auf die eigenen Stellungen verbraucht wurde, wurden wir dann angewiesen die Abgabe eines Schusses mit dem lauten Ausruf „Peng!“ anzuzeigen.

Somit ging es also wieder zurück auf die Ausgangsstellung (Waldrand hangabwärts auf der anderen Seite der Wiese) und wir stürmen mit lauten „Peng! Peng! Peng!“ Rufen erneut auf den natürlich nun nicht mehr ganz so überraschten Gegner im gegenüberliegenden Waldgebiet zu.

Erneut wurde aber in die Trillerpfeife geblasen, was wiederum einen Abbruch des Angriffs zur Folge hatte, denn es hatte sich einer erdreistet anstatt „Peng!“ doch lieber „Bumm!“ zu rufen und dies war nicht zulässig. „Bumm!“ markiert nämlich die Explosion eines Sprengsatzes (z.B. einer Mine oder einer Handgranate) oder den Einschlag eines Artillerie-Geschosses.

Nein, das ist kein Witz. Das ist erlebte Wehrgeschichte ungefähr Mitte der 90er Jahre in einer Armee, die einstmals (noch wenige Jahre zuvor) als erstes Bollwerk gegen den anrückenden Warschauer Pakt konzipiert war. Das kann man (auch wenn es den Warschauer Pakt dann zu meiner Zeit nicht mehr gab) angesichts solcher Grundausbildungen nur für einen blöden Witz halten. Vermutlich hoffte man, dass sich wenigstens einige Russen auf dem Weg durch Deutschland totlachen würden…

Inzwischen habe ich in den letzten Jahren gelesen, dass die „Peng!“ und „Bumm!“ Geschichte auch schon Eingang in den Bericht des damaligen Wehrbeauftragten gefunden hat und selbst bis in unsere heutige Zeit noch immer aktuell ist. Ich will damit nicht behaupten, dass ausgerechnet unsere Einheit damals Urheber dieser Geschichte war – ganz im Gegenteil: denke ich an den damaligen allgemeinen Zustand der Streitkräfte, halte ich es sogar ausdrücklich für sehr wahrscheinlich, dass es mit „Peng!“ und „Bumm!“ flächendeckend in unserer Armee zur Anwendung kam.

Nun ja, der dritte Anlauf des Angriffs gelang natürlich und – ich weiß nicht wie – irgendwie konnten wir selbst im dritten Angriff die gegnerischen Kräfte noch immer so sehr überraschen, dass wir (natürlich!) den Feind besiegen konnten…. und seltsamerweise ist bei dem Angriff auch kein Kamerad meines Zuges gefallen. Vermutlich war der Feind von unserer konsequenten und kompromisslosen Umsetzung des Gefechtsgrundsatzes „Wirkung geht vor Deckung“ dermaßen begeistert, dass er vor Erstaunen vergessen hat auch nur einen einzigen Schuss abzugeben.

Meine persönliche Einschätzung lautet aber eher: die Jungs im Wald hatten auch keine Munition mehr und die Anweisung „Peng!“ zu rufen hat die Kameraden anderen Zug (Feinde) wohl nicht rechtzeitig erreicht…. oder sie kamen sich (im Gegensatz zu uns) einfach dafür zu blöd vor. Da ich den Oberleutnant dieses Zuges als sehr korrekten Charakter kennengelernt habe, halte ich es durchaus für möglich, dass es es keine Anweisung gab uns ein „Peng!“ aus dem Wald entgegen zu rufen.

Heute ist es eine schöne Anekdote aus meiner Zeit.

Doch wenn ich dieser Tage die Nachrichten verfolge und miterlebe, wie sich die russischen Großmachtsträume wieder regen und wie schnell ein kleines Land plötzlich quasi wieder geschluckt werden kann… dann wird mir weniger wohl dabei. Nun, ich glaube sicher nicht, dass Donnerstag nächster Woche wieder der Ivan an der Elbe steht, aber gerade wir Deutschen sollten uns sensibel dafür halten, wie schnell ein Volk, das von Staat und Volkswirtschaft enttäuscht ist, sich von laut tönenden Großschnauzen und ihren Wahnträumen von starken und geeinten Reichen anstecken lässt.

Dann beginne ich mich doch zu fragen, wie wahrscheinlich es ist, dass nach einer Zeit der langen Ruhe in Europa wieder die Säbel rasseln… mit Sanktionen und Blockbildung fängt es doch jedesmal an.

Vielleicht geht es uns fetten und eigentlich doch recht zufriedenen Deutschen auch derzeit einfach nur zu gut um uns mit solchen Dingen zumindest gedanklich zu beschäftigen…. treibt uns doch eher die Sorge um, dass unser Lieblingskandidat in der Casting-Show im Privat-TV nicht weiterkommt oder ob der Bierpreis bei der nächsten Münchner Wiesn von (letztjährig) durchschnittlich EUR 9,40 bis EUR 9,85 nun doch über EUR 10,- steigt.

Und ich weiß nicht was mir mehr Sorgen macht… dass wieder ganze Nationen versucht sind ihre Minderwertigkeitskomplexe durch Expansion zu kompensieren oder dass im Verteidigungsfall der Oberbefehl über die Bundeswehr an die Bundeskanzlerin übergeht… ich will NICHT von der Frau Merkel in den Krieg geschickt werden, das ist ja noch schlimmer als „Peng!“!!!

 

Der Blutnichtdruck

Urks… was war das gestern denn für eine beschissene Nacht???

Erst konnte ich mal wieder bis ca. 02:00 Uhr nicht einschlafen, obgleich ich doch müde und sehr spät (gegen 00:00 Uhr) ins Bett gegangen bin… und dann hatte ich wieder meine komischen Geräusche-Anwandlungen.

Das ist so ein Geräusch, das aus dem Inneren des Ohres kommt und sich anhört wie ca. 1-2 Sekunden laut rieselnder Sand in der Größenordnung von Lastwagenfuhren… es rieselt und zischt im Ohr und es elektrisiert auch irgenwie und dann macht es einen extrem lauten „KNALL!!!!“ im Ohr und ich zucke zusammen, denn die 1-2 Sekunden vorausgehendes Rauschen/Rieseln reichen nicht um mir durch die innere Vorbereitung den Schock vor dem Knall zu nehmen.

Ich bin verdammt sicher, dass derartiges aus den Nerven der Wirbelsäule kommt oder dort irgendwie beeinflusst wird, denn da elektrisiert es dann auch noch. Nach so einem Knall (der in Wirklichkeit gar nicht hören ist, sondern eben nur in meinem Ohr vorkommt) liege ich dann auch richtig verkrampft und dadurch kommt der nächste Riesel-Rauschen-Knall-Anfall umso schneller… also muss es doch was mit der Haltung der Wirbelsäule oder im Hals zu tun haben.

Aber locker und entspannt liegen kann ich dann einfach nicht.

Irgendwann, nachdem ich gegen 02:00 Uhr zum letzten Mal auf die Uhr geschaut habe, bin ich dann wohl eingeschlafen… doch nicht für lange. Die ganze Nacht hatte ich immer wieder den gleichen beschissenen Traum, der sich ständig wiederholte und mich in kurzen Abständen mit Schwindelgefühl zum Aufwachen brachte:

Ich stand auf einem sehr hohen Turm, der muss so um die 100 Meter hoch gewesen sein. Der Turm bestand nicht aus Mauerwerk oder Beton, sondern nur aus an den Ecken jeweils lose aufeinander gestapelten Kisten, die ab und zu von einer holzbrettartigen Ebene unterbrochen waren. Die Kisten waren nicht verbunden, sondern nur aufeinander gestellt… dementsprechend wackelte der Turm ganz oben extrem hin und her… und ich hatte ständig Angst, dass die Kisten zuviel hin und her rutschen und der Turm irgendwann zusammenfällt.

Es war ein Seegang wie bei einem Sturm auf dem Meer… und ich rannte auf der obersten Plattform umher um das Gleichgewicht des Turmes zu halten und um nicht auf einer Seite von der Plattform zu fallen.

Spätestens einmal in der Stunde wurde ich wach und dabei war mir übel und schwindelig…. als das nach 04:00 Uhr wieder passierte habe ich mir echt überlegt einfach gleich aufzustehen und wach zu bleiben, denn ich hatte echt keinen Bock mehr auf den Mist. Außerdem wusste ich schon vor dem Einschlafen um 02:00 Uhr, dass die Nacht sicher alles andere als lustig würde… ich hatte da so eine Vorahnung.

Heute früh war der Blutdruck dann auch noch auf Rekordtief. Ich hatte nicht einmal die 100 angekratzt, dabei muss ich den Mist doch täglich messen, weil ich eigentlich über 140 liege…. und auch der zweite Wert war mit Rekordtief zu verzeichnen…

Gut, der Blutdruck war in den letzten 3-4 Tagen allgemein tiefer als sonst gesunken, aber ich hab das eher meiner seit nunmehr 3-4 Wochen limonadefreien Ernährung zugeschrieben.

Ich glaube, mein Körper kann mir gesünderer Ernährung nichts anfangen… er hat über drei Jahrzehnte jeden Mist und jede Ungesundheit mitgemacht und sich wohl daran gewöhnt… und jetzt nimmt er mir es wohl übel, wenn ich mal was anders machen will.. 🙂

Na, mal sehen wer den größeren Dickkopf hat – er oder ich. 🙂

 

Aber eine Sache ist noch wirklich erwähnenswert:

Ich habe solche Geräusche-Anwandlungen nur in Nächten, in denen ich allein schlafe. Wenn meine Freundin bei mir ist, dann gibt es sowas gar nicht. Vermutlich liege ich da einfach doch etwas entspannter… 🙂

Shooting… Köln… Event… Hochzeit.

Au weia…

Eigentlich gibt es Shootings bzw. Engagements, die ich nicht annehme. Dazu gehören zum Beispiel Shootings mit Kindern und Tieren, aber auch sämtliche Arten von Event-Shootings, wie zum Beispiel Konzerte, Feiern, Begräbnisse (ja, auch darum wurde ich schon gebeten) und ganz besonders Hochzeiten.

Außerdem nehme ich normalerweise keine Aufträge entgegen, wenn die Location weiter entfernt ist. Der Grund hierfür ist, dass es meine eiserne Regel ist für ein Shooting oder allgemein für meine fotografischen Dienste kein Geld zu verlangen. Daher muss ich natürlich auch die Kosten im Auge behalten.

Aber wenn mich ein guter Freund (der mir selbst schon in den letzten Jahren oftmals EDV-technisch wirklich viel geholfen hat) fragt, ob ich eine Hochzeit von guten Freunden in Köln fotografieren könnte, dann wäre es auch falsch abzulehnen – finde ich zumindest.

Dennoch ergeben sich dabei 2-3 Problemchen, an die ich schon lange vorher gedacht und auch mit meinem Mentor einmal besprochen habe.

Hochzeitsfotografie ist etwas völlig anderes als „normale“ Fotografie. Man muss völlig andere Dinge beachten, an die man zuerst nicht denkt.

Es geht schon los mit der entsprechenden Hardware.

Es wäre fatal zu so einem Termin nur mit einer Ausrüstung anzureisen, denn wenn man ausgerechnet mitten im feierlichsten Moment merkt, dass die Kamera nicht mehr funktioniert oder das Objektiv einen Schaden genommen hat oder was weiß ich… dann kann man schlecht zum Standesbeamten und der versammelten Festgemeinde sagen: „Wartet mal ein oder zwei Stunden, bis ich mir kurz für Euro 1.000,- + X einen Ersatz im nächsten Elektronikfachmarkt gekauft habe und wieder zurück bin….„.

Ein Hochzeitsfotograf muss – zumindest verstehe so die Professionalität darin – mindestens mit einem redudanten Set anreisen, so dass er ohne Probleme auf eine andere Hardware ausweichen kann, damit kein Moment dieses wichtigsten aller Tage im Leben eines Paares verloren geht.

Da haben wir schon Punkt 1 der „Warum das der böööse Asmodeus nicht machen sollte“ – Liste.

Desweiteren sollte ein Hochzeitsfotograf über eine gewisse Erfahrung verfügen, denn im Gegensatz zu den Shootings, wie ich sie sonst habe, kann ich schlecht zu Standesbeamten sagen: „Hey! Du da mit der Urkunde! Stell dich mal weiter links und dreh dich mal ein wenig mit der Hüfte seitlich, damit sie nicht so breit wirkt“ oder „Der Trauzeuge könnte auch mal sein Kinn etwas vorstrecken, damit das Doppelkinn darunter verschwindet…“ … es ist schwer Menschen in spontanen Situationen gut abzubilden, denn je mehr man eigentlich nur nach guten Schnappschüssen jagt, umso mehr entfernt man sich meiner Meinung nach vom „Fotografen“ und gelangt immer mehr zum „Knipser“.

Das bereitet mir doch einige Magenschmerzen, muss ich ehrlich sagen…. aber bis August ist auch noch etwas Zeit. Ich werde wohl sicherheitshalber mal meinen Mentor konsultieren…. dennoch hab ich ziemlichen Bammel das irgendwie nicht so gut zu machen, dass ich zufrieden bin. Naja, aber so wirklich 100% war ich bisher eh nie zufrieden – irgendwas findet man immer, das nicht passt.

Dass die Hochzeit auf einem Rheindampfer stattfindet, was eigentlich auch noch für andere Platzverhältnisse sorgt als es bei einer Hochzeit auf der grünen Wiese wäre, ist bei all diesen Dingen schon fast ein nebensächlicher Gedanke…

Hmmm…. ich werde das noch etwas vor mir herwälzen… wie das immer so ist, wenn ich mich auf was Neues einlassen soll.