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Schwarze Hemden, mein Thema….

Als Goth wirklich anständige schwarze Hemden zu finden, das ist aber gar nicht so einfach.

Hier in Hamm gibt es zum Beispiel zwar einen Herrenausstatter, jedoch sind die Preise dementsprechend und selbst dort ist bei der Farbe schwarz die Auswahl einfach sehr gering. Im Internet sind gute Bezugsadressen sogar noch schwerer zu finden…. dachte ich bisher.

Das hat sich zum Glück inzwischen geändert, denn eine definitiv sehr gute Adresse für richtig tolle schwarze Hemden ist hemdenbox.de/hemden/schwarz/

Leider bin ich bei anderen Händlern inkl. dem Händler mit dem großen „A“ und auch bei Auktionen schon böse auf die Nase gefallen. Was auf Fotos oft toll und richtig schön schwarz aussieht, entpuppt sich dann als schon bei Lieferung recht bleich und schlecht vernäht. Krumme und ungleichmäßige Schnitte hatte ich auch schon und das bei Hemden, die nicht gerade die Billigsten waren. Zudem sind modische Schnitte sind bekanntlich Geschmackssache und schon deshalb ziehe ich eine möglichst breite Auswahl vor.

Seit immerhin mehr als 15 Jahren sehe ich mich nun schon mehr oder minder der Gothic-Welt zugehörig und deshalb hab ich schon einige Erfahrungen sammeln können. In Sachen Gothic-Mode bin ich daher von irgendwelchen halbherzigen Angelegenheiten schon lange kuriert.

Bei Hemden, Hosen und Jacken zählt für mich nur noch Qualität und dass es mir wirklich zu 100% gefällt… alles andere hat doch wirklich keinen Wert, denn dann liegen die Sachen ohnehin nur ungenutzt im Schrank rum. Deshalb mache ich da keine Kompromisse mehr. Wenn ich mich nämlich nicht wohl drin fühle, wenn ich mal ein Event oder ein Gothic-Treffen besuche, dann bringt es mir nichts.

Jedoch trage ich auch im „zivilen“ Leben (ganz ungothisch motiviert) gerne mal schwarz… zum Beispiel bei Anzügen (die in schwarz dann ohnehin zu jeder Gelegenheit passen) und auch bei den Hemden, die ich dann darunter trage. Dazu noch als Kontrastprogramm eine Krawatte mit starker Farbe und schon hat man ein starkes Outfit parat.

Ich bin jedenfalls ziemlich froh endlich mal eine Internetseite mit vernünftiger Auswahl gefunden zu haben.

Zu n/fett für H&M

„Was soll die Überschrift nun bedeuten?“ mag sich der unschlüssige Leser nun vielleicht denken. „Zu fett“ oder „Zu nett“, das ist hier die Frage. Die Antwort dazu lautet: „beides gleichzeitig“.

Gestern war ich (dieser Blog berichtete bereits darüber) in der von mir ungeliebten Innenstadt unterwegs und weil ich so ungern Klamotten kaufe, habe ich die nach dem Blutspenden verordnete Zwangspause (betreffend das Führen von Kraftfahrzeugen) dazu genutzt mich im benachbarten Einkaufszentrum nach ein paar Hosen umzusehen.

Im Moment scheinen wieder die Hosen „in“ zu sein, die ich schon in den 80er nicht habe leiden können. Ich rede von Jeanshosen, die nach unten hin immer enger werden… lieber sind mir aber Hosen mit einem ganz leichten Schlag am Fußende. Scheiß drauf, wenn die nicht stylish sind! Mir gefallen sie und ich bin auch der, der sie bezahlt, also muss das „mir“ auch reichen.

Das eigentliche Hauptproblem gestern lag aber nicht am Ende der Hose, sondern vielmehr am Anfang.

So langsam beginnt es sich zu rächen, dass das Fintesscenter seit mehr als einem Jahr nur noch meine Monatsbeiträge von mir sieht, mich hingegen jedoch gar nicht mehr… und so ist es also nicht nur die Auswahl, die enger wird.

Auch bei Preissenkungen bleibt man in den oberen Größen meist unberücksichtig, wie mir aufgefallen ist. Die Verhungerten-Größen waren durch die Bank weg alle reduziert, wohingegen meine Größen entweder gar nicht reduziert waren oder bereits ausverkauft sein mussten (falls ich nicht der einzige Fette mit Hosenbedarf war)… aber gut, das ist ein persönliches und in meinem Fall nicht unabänderliches, sondern durch Faulheit begründetes Schicksal, mit dem ich (ungesund) leben kann.

Was mir jedoch ganz gewaltig gestunken hat, war die… hmm… ja gut, ich nenne sie jetzt trotzdem mal „Servicekraft“ oder „Verkäuferin“ im H&M.

Die gute Frau stand gerade vor dem Jeansregal und war damit beschäftigt Hosen ordentlich zusammenzulegen und wieder in das Fach mit der richtigen Größe einzuordnen. Weil ich etwas Probleme hatte die spaltenmäßig etwas schlecht angeordnete Tabellengröße (EU-Größe im Vergleich zu anderen Maßeinheiten) zu interpretieren – vor allem, weil ich dabei meine Größe nicht fand – erdreistete ich mich doch glatt, die „Verkäuferin“ mit einem „Entschuldigung, ich hätte da mal kurz eine Frage“ anzusprechen.

Ja ich weiß, das ist böööse… wie kann sich ein Kunde nur erdreisten eine Verkäuferin zu stören… und das auch noch MITTEN in der Arbeit?! Aber seht es mir nach, Freunde… immerhin begann ich meine Ansprache schon mit einer Entschuldigung.

Jedenfalls war ich dann noch todesmutig genug, sie trotz ihrer nicht besonders versteckt zur Schau gestellten Genervtheit zu fragen, ob Jeans in der Größe 40/32 oder 42/32 in diesem Laden irgendwo zu finden sind.

„40 was?“ war die sehr direkte Antwort. Also ehrlich gesagt, war ich darauf etwas unvorbereitet…. Ich meine, selbst ein Blinder mit Krückstock müsste ohne Beleuchtung in tiefdunkler Nacht erkennen, dass in meinem Fall mit 32 nicht die Größe des Hosenbundes gemeint sein kann und was die „40/32“ letztlich konkret bedeutet, kann ich als dummer Kunde doch auch nicht sagen… ich weiß nur, dass es in der Hälfte aller Läden, die ebenfalls Hosen verkaufen, als Angabe für Bundmaß/Beinlänge dient.

Was macht man nun also, wenn Sprach- oder Verständigungsprobleme auftauchen? Genau! Man bedient sich der Zeichensprache. Ich zeigte von links nach rechts auf meine Hüfte  und sagte „40“ und dann von der Hüfte das Bein abwärts und sagte „32“. Nach einem kurzen eher zweifelnden Blick (den ich der Verkäuferin auch absolut zugestehe, immerhin reden wir hier nicht von Starmodelgrößen) antwortete sie „Die Größen haben wir nicht“.

Somit ist es also offiziell: Ich bin zu fett für H&M

Hinter diesem vordergründigen Informationsgehalt der Antwort der Verkäuferin lag aber durch den unmissverständlichen Tonfall noch eine zweite (weit aussagekräftigere) Informationsebene verborgen, welche übersetzt ungefähr folgenden Inhalt hatte: Hör gefälligst auf mich bei meiner Arbeit zu stören.

Die Botschaft ist auch angekommen. Somit ist es also ebenso offiziell: Ich bin auch zu nett für H&M.

Doch selbst wenn diese H&M-Filiale in Hamm der letzte mir bekannte Laden wäre, in dem noch überhaupt noch Klamotten irgendwelcher Art zu kaufen geben würde, würde ich lieber im Adams-Kostüm oder mit alten Kartoffelsäcken bekleidet herumlaufen als solchen Mitarbeitern auch noch das Gehalt zu finanzieren… denn, liebe „Verkäuferin“, genau das tun Ihre Kunden nämlich… und auch wenn man von kaufwilligen Kunden überhaupt nichts hält, so sollte es doch zum Verständnis des Jobs gehören, wenigstens ein Grundmaß an (zur Not auch gespielter) Freundlichkeit abrufbar zu haben.

Nicht zusätzlich behost ging es dann nach Hause… im Konkurrenzladen fand ich auch nichts was mir gefallen hat. Dann werde ich eben warten müssen, bis der Rest der Modewelt einsieht, dass Jeans mit leichtem Schlag doch besser aussehen… immerhin kommt und geht das alle paar Jahre.

Die Invasion der Bärte

Gibt es eigentlich noch junge, sportliche, angesagte Männer ohne Vollbart? Kaum mehr, wie es mir scheint.

Ich beobachte das schon eine ganze Weile, wie sich die „hippen“ Vollbärte immer mehr und mehr ausbreiten. Seinen Anfang nahm das bereits vor einiger Zeit schon bei den Moderatoren von Jugendsendern und Musikkanälen und diese Woche, als der neue EMP Katalog im Briefkasten lag, lachte mir auch dort ein langhaariger und vollbärtiger Mann entgegen.

Auch in meinem (nicht islamisierten) Kreis meiner Kollegen fällt mir die Tendenz zum Vollbart immer mehr und mehr auf.

Und ich frage mich: ist das nur wieder eine Modewelle, die eben nach 20-30Jahren nun wieder eine Extra-Tour dreht, wie das allgemein mit diversen Erscheinungen der Fall ist (man vergleiche bei den Damen-Brillen seit einiger Zeit aktuell die großen Plastikgestelle, die man aus dem Ende der 80er bzw. Anfang der 90er noch in schrecklicher Erinnerung hat) oder steckt doch noch mehr dahinter.

Ein Vollbart… das ist natürlich nicht nur ein stylisches Objekt, sondern eben auch ein Stück Abgrenzung vom anderen Geschlecht.

Hosen, Kurzhaarfrisuren, Hüte, Zigarren und Pfeifen, Monockel, Hosenträger… nichts, was die Damenwelt nicht schon in einer Style- und Modewelle für sich entdeckt hat… in vielen Fällen schon zu Zeiten, lange bevor wir alle geboren wurden.

Ein Vollbart jedoch ist unerreichbar… genetisch natürlich unter Umständen (zumindest im Ansatz) möglich… jedoch galt und gilt das im typischen Fall der Frau immer schon als höchst unattraktiv… zum Glück.

Dennoch… die Bilder von Mann und Frau befinden sich im Wandel… auch weiterhin.

Bedenkt man die Männer, die wir teilweise noch zur Generation unserer Väter zählen können und die ihre Prägung noch vor der Zeit der Emanzipation und vor der Sexuellen Revolution erfahren haben, so wird an die Männer der heutigen Generation eine völlig andere Erwartung gestellt.

Heute muss ein Mann über eine enorme empathische Intelligenz verfügen, sozial kompetent sein, einfühlsam, nicht zu sehr dominant (oder nur in den Teilbereichen, in denen dadurch keine Bevormundung entsteht), muss Verständnis haben, ganz selbstverständlich auf dem Beifahrersitz Platz nehmen, bei typischen Frauenproblemen auch mal mitreden können und er sollte wissen, wann seine Freundin ihre Tage hat und entsprechend verständnisvoll auf etwaige Befindlichkeitsschwankungen reagieren usw…

Auch an sich selbst legt der Mann einen anderen Maßstab an. Man(n) pflegt sich, macht sich Gedanken um seinen BMI und ob achtet auf das Cholesterin und man(n) ist, will man(n) angesagt sein, allgemein möglichst „Metrosexuell“…

… doch was bleibt vom (natürlich hoffnungslos archaischen) Urtyp des Mannes noch übrig, wenn er manikürt, wohlriechend und sich gerade selbst in Elternzeit befindend mit Babywindeln unterm Arm im Supermarkt in der Schlange steht, während er mit seiner Partnerin skyped, ob er ihr noch Damenhygieneartikel aus der Drogerie mitbringen soll?

Kein Vergleich zu dem Mann noch vor 50 Jahren, dessen Rolle sich auf Erzeuger und Ernährer beschränkte und der sonst vom Beziehungsleben und von der Befindlichkeit der Frau nicht mehr viel Ahnung haben musste.

Oh nein Freunde… niemand möge denken, ich würde mich in die alten Zeiten zurücksehnen. Ich (der ich selbst möglichst nie mit Männern privat zu tun haben will, weil mir alles „typisch Männliche“ unheimlich auf den Keks geht) finde den „aufgeklärten“ Mann der Jetztzeit besser, vernünftiger und nachhaltiger!

Mir scheint es aber, als wäre ein Vollbart… dieses Symbol alles Urigen… des witterungsgegerbten Bergsteigers, des Aussteigers, Holzfällers, Bärenjägers… des Kämpfers der Wildnis, der allen Elementen trotzt… eine der letzten noch gesellschaftlich widerspruchslos akzeptierten Wege sich als echter Kerl zu zeigen ohne sich dabei selbst als Chauvi zu stigmatisieren

Gerade dann, wenn es sehr sehr junge Menschen sind, die sich solche Bärte wachsen lassen… kann ich mich eines solchen Eindrucks kaum noch erwehren…. und dann zweifle ich daran, ob es wirklich „nur“ ein modisches und nachwachsendes Accessoires ist oder ob da (vielleicht auch eher etwas unbemerkt und ganz tief drinnen) nicht doch noch etwas anderes mitspielt… eine kleine Art von unbewusster Sehnsucht vielleicht einer etwas zu stark empfundenen Weichgespültheit wenigstens optisch zu entrinnen….?

Wer weiß!?

Es grüßt, euer unbebarteter Jäger und Sammler…