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Asmodeus und die 99 Wünsche

Ich gebe zu, einfach ist es nicht bei mir in den Sendungen (die ich immer Mittwochs von 20:00 Uhr bis 21:00 Uhr mache) zu wünschen.

Immerhin werden Live-Wünsche (also Wünsche, die während der Sendung gewünscht und auch noch innerhalb dieser einen Stunde gespielt werden) nur umgesetzt, wenn diese von meiner Freundin oder einer meiner Ex-Freundinnen kommen.

Böse Zungen könnten das auch so umdeuten, dass man erst mit dem Moderator geschlafen haben muss, um sich einen Wunsch zeitnah erfüllen lassen zu können.

Das kann man schon so sehen, aber ich kann damit leben, kommen doch die meisten Hörer nach dieser Erkenntnis und einer kurzen Phase des Nachdenkens alle schnell darauf, dass sich dieser Aufwand nur wegen eines Musikwunsches nicht lohnt… und tatsächlich bin ich speziell den männlichen Hörern sehr dankbar, wenn sie sich dieser Auffassung anschließen.

Da mein Publikum aber eben nicht nur aus Liebschaften bzw. Ex-Liebschaften existiert, ist es nun also so, dass sich die Wünsche meiner Hörer in 99% der Fälle frühestens zur nächst folgenden Sendung auswirken.

Dies bewirkt leider auch, dass sich die Wünsche zu einigen Sendeterminen dann stauen und eigentlich mehr Wünsche vorhanden sind, als überhaupt Sendeplätze für Songs innerhalb dieser Stunde vorhanden sind.

Und da haben wir das Problem.

Nach meiner Philosophie soll ein Moderator (ganz gleich ob im „echten“ Radio oder im WWW) auch seinen Stil in die Sendung einbringen. Dazu gehört eben auch, dass er selbst seine eigene Note und seine persönliche musikalische Art in die Sendung einbringt und dazu ist innerhalb einer Stunde auch nicht wirklich viel Zeit.

Das ist der Grund, weshalb ich Wünsche eigentlich stets recht sparsam erfülle und eigentlich auch nur dann, wenn sie mir in mein persönliches Konzept passen.

Ginge es in einer Sendung eigentlich „nur“ darum, die Wünsche von Hörern zu spielen, dann bräuchte man keinen Moderator. Dann würde auch ein einfaches kurzes Programm ausreichen, das die Wünsche nach einer Texteingabe oder Listenauswahl des Hörers spielt…. und seien wir ehrlich: dafür bräuchtet ihr auch kein Radio, denn genau die Funktion übernimmt auch gerne die Playlist-Funktion in Winamp oder im MediaPlayer.

Deshalb seht es mir bitte nach, wenn ich eure Wünsche nicht zeitnah oder sofort spiele, denn ihr seht, ich habe auch meine Gründe und mache das nicht aus Boshaftigkeit…. auch wenn ich „der böööse Asmodeus“ bin.

Live vs. Studio

Dieser Tage werde ich immer wieder mal gefragt, weshalb ich nicht (fest) auf dem Mera Luna bin. Schon wieder nicht – sozusagen – und das auch noch als Admin eines großen schwarzen Szene-Forums….

Nun, die letzten Jahre hatte ich es wirklich immer wieder vor, jedoch kam mir dazu jedes Mal etwas im Job oder sonst etwas (das man höher priorisieren sollte als ein Festival-Wochenende) dazwischen. Dieses Jahr jedoch hätte ich mir das Wochenende eigentlich dafür freihalten können und nun endlich mal (nachdem ich ohnehin kostenlos dazu die Möglichkeit gehabt hätte) vorbeischauen können…. doch ich habe eigentlich gar keine Lust darauf und das betrifft nicht nur das Mera Luna, sondern eigentlich alle anderen ähnlichen Veranstaltungen auch.

Auf so ein Festival würde ich nicht (mehr) der Musik wegen hingehen. Ich bin auch sonst nur sehr selten auf Konzerten (das letzte aus eigenem Antrieb besuchte Konzert war von Qntal) und selbst das ist schon gut 3-4 Jahre her und war eigentlich nur dem geschuldet, dass ich (obwohl Qntal damals zu meinen Lieblingen zählte) sie noch nie live erlebt hatte. Doch ansonsten kann ich aus Live-Darbietungen allgemein nur wenig für mich gewinnen, eben auch GERADE DANN wenn ich die Musik des/der Künstler(s) mag.

In der Regel bevorzuge ich ein gut abgemischtes und stimmlich perfekt aufgenommenes Studio-Album – und zwar quer durch alle Musikrichtungen, die ich mag. Live-Musik ist natürlich immer „echter“… aber eben auch weniger perfekt, denn der Sänger braucht Atem für seine Bewegungen, der Wind (bei Freiluft-Veranstaltungen) und die Menschen vor mir nehmen Klang weg… usw usw usw. kurz und gut, die Musik ist dann einfach nicht so perfekt, wie sie eigentlich sein könnte bzw. wie sie auf dem Studio-Album ist.

Sicher, es gibt andere Dinge, die das wieder wettmachen sollten: die Stimmung auf dem Konzert, das Eintauchen in die begeisterte Menschenmasse usw… aber das bringt mir nichts oder bestenfalls wenig. Daraus kann ich mir einfach kein positives Erlebnis machen, wenn ich doch lieber allein zuhause mit Kopfhörern die „bessere“ Version der Lieder hören könnte.

Vielleicht bin ich eigenbrödlerisch oder einfach zu einzelgängerisch… aber das glaube ich eigentlich auch nicht., denn der einzige für mich noch legitime Grund auf ein Festival zu gehen wäre nicht die Musik, sondern das gemeinsame Campieren mit anderen, also das Gemeinschaftserlebnis außerhalb der Bühne. Das ist durchaus etwas, das ich gerne habe … aber „nur“ deshalb auf ein Musikfestival zu fahren, um dann nicht ein einziges Mal vor einer Bühne zu stehen, das wirkt dann doch selbst für mich ein wenig seltsam. 🙂

Und so kommt es, dass ich auch in diesem Jahr das Mera Luna „verpasse“… aber vielleicht schau ich ja mal einfach so für eine kurze Stippvisite vorbei, bei diesem oder einem der nächsten Festivals der schwarzen Szene. Man muss ja nicht immer von der ersten bis letzten Minute dabei gewesen sein. Gerade bei Festivals zu denen ich völlig umsonst Zutritt haben kann bzw. zu denen ich von Bands dazu extra eingeladen werde, würde sich das anbieten… naja, nächstes Jahr vielleicht und schon deshalb, damit sich meine Sedcard auch mal mit Fotos aus der Szene füllt… 🙂