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Live vs. Studio

Dieser Tage werde ich immer wieder mal gefragt, weshalb ich nicht (fest) auf dem Mera Luna bin. Schon wieder nicht – sozusagen – und das auch noch als Admin eines großen schwarzen Szene-Forums….

Nun, die letzten Jahre hatte ich es wirklich immer wieder vor, jedoch kam mir dazu jedes Mal etwas im Job oder sonst etwas (das man höher priorisieren sollte als ein Festival-Wochenende) dazwischen. Dieses Jahr jedoch hätte ich mir das Wochenende eigentlich dafür freihalten können und nun endlich mal (nachdem ich ohnehin kostenlos dazu die Möglichkeit gehabt hätte) vorbeischauen können…. doch ich habe eigentlich gar keine Lust darauf und das betrifft nicht nur das Mera Luna, sondern eigentlich alle anderen ähnlichen Veranstaltungen auch.

Auf so ein Festival würde ich nicht (mehr) der Musik wegen hingehen. Ich bin auch sonst nur sehr selten auf Konzerten (das letzte aus eigenem Antrieb besuchte Konzert war von Qntal) und selbst das ist schon gut 3-4 Jahre her und war eigentlich nur dem geschuldet, dass ich (obwohl Qntal damals zu meinen Lieblingen zählte) sie noch nie live erlebt hatte. Doch ansonsten kann ich aus Live-Darbietungen allgemein nur wenig für mich gewinnen, eben auch GERADE DANN wenn ich die Musik des/der Künstler(s) mag.

In der Regel bevorzuge ich ein gut abgemischtes und stimmlich perfekt aufgenommenes Studio-Album – und zwar quer durch alle Musikrichtungen, die ich mag. Live-Musik ist natürlich immer „echter“… aber eben auch weniger perfekt, denn der Sänger braucht Atem für seine Bewegungen, der Wind (bei Freiluft-Veranstaltungen) und die Menschen vor mir nehmen Klang weg… usw usw usw. kurz und gut, die Musik ist dann einfach nicht so perfekt, wie sie eigentlich sein könnte bzw. wie sie auf dem Studio-Album ist.

Sicher, es gibt andere Dinge, die das wieder wettmachen sollten: die Stimmung auf dem Konzert, das Eintauchen in die begeisterte Menschenmasse usw… aber das bringt mir nichts oder bestenfalls wenig. Daraus kann ich mir einfach kein positives Erlebnis machen, wenn ich doch lieber allein zuhause mit Kopfhörern die „bessere“ Version der Lieder hören könnte.

Vielleicht bin ich eigenbrödlerisch oder einfach zu einzelgängerisch… aber das glaube ich eigentlich auch nicht., denn der einzige für mich noch legitime Grund auf ein Festival zu gehen wäre nicht die Musik, sondern das gemeinsame Campieren mit anderen, also das Gemeinschaftserlebnis außerhalb der Bühne. Das ist durchaus etwas, das ich gerne habe … aber „nur“ deshalb auf ein Musikfestival zu fahren, um dann nicht ein einziges Mal vor einer Bühne zu stehen, das wirkt dann doch selbst für mich ein wenig seltsam. 🙂

Und so kommt es, dass ich auch in diesem Jahr das Mera Luna „verpasse“… aber vielleicht schau ich ja mal einfach so für eine kurze Stippvisite vorbei, bei diesem oder einem der nächsten Festivals der schwarzen Szene. Man muss ja nicht immer von der ersten bis letzten Minute dabei gewesen sein. Gerade bei Festivals zu denen ich völlig umsonst Zutritt haben kann bzw. zu denen ich von Bands dazu extra eingeladen werde, würde sich das anbieten… naja, nächstes Jahr vielleicht und schon deshalb, damit sich meine Sedcard auch mal mit Fotos aus der Szene füllt… 🙂

Popoliebe und falsche Klamotten

So lautet die Aufschrift auf meinen Lieblings-Tshirt. Ich würde es gerne mal wieder anziehen, doch ergibt sich dabei das Problem, dass das Tshirt leider nicht zusammen mit mir gewachsen ist – dabei ist natürlich speziell die Breite gemeint – so dass es mir leider auch beim allerbesten Willen nicht mehr passt.

Aber nein Freunde, ich habe das Ufer nicht gewechselt und habe es auch nicht vor! Lasst euch von einem alten (leider trifft das zu) Clubgänger sagen, dass man mit so einem Tshirt einen ziemlich hohen Unterhaltungs- und Flirtfaktor mit sich herumträgt. Man(n) glaubt es nicht, mit wem ich da so alles ins Gespräch gekommen bin. Sicher, wenn man natürlich in Clubs wie dem „Kings Club“ oder „Laura“ in Stuttgart unterwegs ist (wo ich früher gerne war weil die Musik cool und die Party gut war), dann darf man eben auch nicht böse sein, wenn es auch mal missverstanden wird, aber ich denke damit kann man leben.

Naja, jedenfalls habe ich mich jetzt echt schon lange erfolglos mit einer Suche nach einem ähnlichen Tshirt bemüht… aber so richtig komme ich ja nicht mehr in die Clubstores… aus der Houseszene bin ich ja nun auch schon über zehn Jahre weg… und abgesehen davon: Finden tut man sowas eh nicht mehr, es war ja schon ein Zufall dass ich das damals in einem Clubstore gefunden habe. Doch selbst wenn das Ding heute noch irgendwo hängen würde… wäre es sicher kaum meine Größe, denn wie das immer so ist: meist gibt es in den Szene-Shops nur Klamotten, die eher an Kindergrößen erinnern.

Das ist eines der Dinge, die alle Szene-Läden (ob nun Gothic, House oder sonst was…) verbinden, wenn ich sie besuche: da gibts nur Klamotten für Kinder oder zumindest für Menschen, die dem Hungertod schon recht nahe sein müssen. Selbst wenn ich auf die Schilder dort schaue und „XL“ lese, komme ich mir dabei höchstens XL-verarscht vor.

Aber vielleicht bin ich auch einfach nur der Einzige, dem das so ergeht… oder ich bin in den falschen Läden.

Passt mal was (womit insbesondere Hosen gemeint sind), sind sie elend zu lang. Das ist bei einfachen Exemplaren nicht besonders schlimm, denn dafür gibt es ja LaLa (so nenne ich meine Änderungsschneiderin). Blöd wird es nur dann, wenn die Hose irgendwelche Applikationen oder andere Installationen hat, die dann (wenn man sie kürzen wollte) die Aktion entweder komplett verhindern oder eben bewirken, dass es danach einfach nicht mehr gut aussieht (z.B. wenn ein Element, das auf dem Knie sein sollte, dann irgendwo am unteren Schienbein hängt).

 

Popoliebe im DUNKLES LEBEN Shop

 

Von den ganzen Kleidungsstücken, die man sich so als Goth, der ernst genommen werden möchte (wobei das Popoliebe!-Tshirt sicher nicht dazu zählt), hab ich eigentlich nur mit Tshirts und Mänteln kein Problem… aber das allein macht eben auch nicht glücklich… es sei denn man gibt sich vielleicht mit einer Existenz als Exhibitionist zufrieden – da reicht ein Mantel ja völlig. Mit Sweaties und Hosen aber steh ich größentechnisch auf Kriegsfuß und wenn es um Männerröcke oder gar exotischere Dinge geht würde ich das schon als „totalen Krieg“ bezeichnen.

Sicher, es gibt das Internet… aber da hab ich mir noch nie was bestellt was hinterher auch gepasst hat. Überhaupt habe ich im letzten Jahr nur einmal ein Kleidungsstück bestellt und das waren Schuhe, die es sonst wirklich nirgendwo mehr gab und (ja richtig!) das war bei dem Laden in dessen Werbung die Paketbringer und -empfänger immer so laut zu kreischen beginnen…. ok, ich glaube jetzt hab ich mich als komplett untrue geoutet…

Aber was solls? Solange ich mein Popoliebe!-Tshirt habe und damit ganz in Erinnerungen schwelgend irgendwo abtanzen gehen kann, wo mich kein Grufti jemals vermuten würde… solange scheiss ich doch darauf wie true ich bin…

In diesem Sinne, man sieht sich (eher nicht)

euer böser Asmodeus