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Den Rhein wieder rauf… (eine traurige Reise)

Stuttgart, Mannheim, Mainz, Koblenz, Bonn, Köln….. ich nähere mich wieder meiner Wahlheimat. Im Moment befahre ich in einem Zug der Bahn die Hohenzollernbrücke mit ihren vielen Liebesschlössern links und rechts an den Zäunen.

Ich komme (wie sich der eingefleischte Leser meines Blogs sicher denken kann) einmal mehr aus meiner süddeutschen ehemaligen Heimat zurück, wo ich mir für zwei kurze Tage aufgehalten habe. Der Anlass hierfür war einer der sehr traurigen Sorte, denn meine Oma starb vor wenigen Tagen und nun galt es für mich natürlich auch als eine persönliche Ehrensache der Beerdigung beizuwohnen.

Gestern nun fand die Beerdigung statt und obwohl ich eigentlich niemals (außer denn ich alleine bin) irgendwelche Gefühle von Traurigkeit zeige, fiel es mir zeitweise doch ziemlich schwer, dies auch dort so beizubehalten. Dabei fällt mir das wohl auch deshalb leichter, weil meine Sicht von Werden und Vergehen eine andere ist, als man das hier landläufig hat (ich schrieb dazu bereits am Todestag meiner Oma etwas in diesem Blog).

Doch auch die Familie und Verwandtschaft war relativ gefasst. Dies liegt sicher zu einem Teil auch daran, wie friedlich und ohne Leiden und nicht ganz unerwartet meine Oma aus dem Leben schied. Viel mehr möchte ich aber auch nicht darüber schreiben, denn ich finde, dass der Blog eine falsche Plattform für solche doch recht persönlichen Dinge ist – selbst für einen persönlichen Blog trifft das zu.

Meinen größten Respekt hat sich meine Schwester verdient, denn die hat vor einiger Zeit verwirklicht, was ich lange schon einmal angedacht aber nie umgesetzt hatte… und nun war es zu spät für mich. Ich wollte schon lange einmal die Oma vor einer laufenden Kamera interviewen und sie nach ihren Jugenderinnerungen und lustigen Familienanekdoten befragen, denn dies sollte mit dem Tod meiner Oma (aus damaliger Sicht) irgendwann nicht verloren gehen. Doch umgesetzt hatte ich das leider nie. Umso dankbarer bin ich meiner Schwester, dass sie das vor einiger Zeit mal auf eigene Regie (wenn auch technisch natürlich nicht ganz so perfekt wie mit meiner Hardware) erledigt hat.

Was dabei herausgekommen ist sind ca. 40-50 Minuten als Videoclip, auf denen meine Oma von früher erzählt und wie ihr Alltag und das Familienleben vor ca. 90 Jahren so ausgehen hat.

Die ersten 20 Minuten haben wir uns gestern Abend nach der Beerdigung bereits angeschaut. Ein Wort ist mir dabei besonders im Gedächtnis und es passt zu dem Nachruf den ich vor einigen Tagen für meine Oma hier im Blog hinterlassen habe, so sehr, dass es einfach komplett die positive Meinung bestätigt, die ich von meiner Oma hatte…

Auf die Frage meiner Schwester hin: „Welchen Rat oder welche Empfehlung würdest Du aus deiner Erfahrung heraus anderen Familien/Sippen geben?“ und Omas allererste Antwort bestand aus einem wichtigen Wort: „Zusammenhalten.“

Genau das ist es, was meine Sippe nämlich lebt und worauf man (s)ich immer und alle Zeit verlassen kann und was diese Familie so einzigartig macht. Auch wenn ich über 500km entfernt von allen wohne, weiß ich doch, dass im wirklichen Notfall ein Anruf von mir reicht und mindestens ein halbes Dutzend nahe Verwandte sitzen quasi sofort im Auto oder Zug und sind auf dem Weg zu mir oder holen mich zur Not auch vom Ende der Welt ab. In meiner eigenen Familie (also Eltern, Geschwister, Schwager) ist das natürlich umso selbstverständlicher… und ich denke alle wissen, dass das im umgekehrten Notfall für mich natürlich ebenso selbstverständlich ist.

Und selbstverständlich ist das für uns, weil es ebenso selbstverständlich für meine Oma war immer für alle da zu sein. Und so lebt sehr viel von ihr weiter, auch wenn sie nicht mehr da ist.

Morgen obliegt es mir noch ein paar Bilder der letzten Tage zu bearbeiten, denn es war gewünscht, dass ich vom Grab noch Aufnahmen mache. Leicht fällt mir das trotz der eigenen Inneren Klarheit zu Tod und Sterben nicht gerade, aber Fotos vom Grab sind auch eine Form der Trauerarbeit und der Bewältigung und deshalb stelle ich die natürlich auch den Verwandten zur Verfügung – gerade für diejenigen auch, die leider nicht persönlich anwesend sein konnten. So wird mich das Thema also auch am Sonntag noch etwas beschäftigen, bevor mich die Arbeit und der Alltag am Montag dann wieder haben wird.

Meine Freundin blieb die Tage über in NRW, denn ich wollte sie eigentlich nicht dabei haben. Sie hat meine Verwandtschaft schon einmal besucht und als wirklich sympathische Sippe kennengelernt und diesen Eindruck wollte ich jetzt nicht ändern, denn wenn es darum geht, sich von einem geliebten Menschen zu verabschieden, dann hat man auch einfach nicht immer die Zeit und die Aufmerksamkeit sich um Andere zu kümmern – trotz aller guten Eigenschaften mit denen meine Sippe wirklich trumpfen kann. Da wir dieses Jahr wohl noch einmal im Sommer gen Süden fahren, besteht dann für meine Freundin wieder Gelegenheit mitzukommen… und dies dann für einen richtigen Urlaub im angenehmen Sinne und nicht für einen traurigen Anlass.

Eben passiere ich Duisburg, was bedeutet, das Ende einer weiteren langen Zugreise ist nun abzusehen und in circa einer Stunde bin ich dann auch zuhause… wo mich dann erst einmal der samstagliche Einkauf erwartet, den man beim Supermarkt um die Ecke zum Glück noch bis 22 Uhr unternehmen kann.

Den Abend werde ich ruhig verbringen und die dutzenden Mails checken, die mich erreicht haben und die natürlich unerledigt blieben. Im Forum sollte ich auch mal reinschauen und natürlich werde ich mich dann auch wieder um Fotoangelegenheiten kümmern, die ich vor einigen Tagen per öffentlicher Mitteilung auf meiner Fotografen-Fanpage offiziell für kurze Zeit ausgesetzt habe.

Mehr als ein Dutzend Shooting-Anfragen liegen noch von der letzten Aktion als „offen“ markiert auf meinem Schreibtisch ohne fest vereinbarten Termin. Dabei wollte ich dieses Jahr doch eher weniger als mehr Shootings machen, sondern mich eher auf ganz besondere Projekte konzentrieren… aber diesmal waren eben auch Bewerberinnen dabei, die ich unmöglich ablehnen konnte.

Ach ja… den Blogtext muss ich natürlich auch noch hochladen. Es wäre höchst witzlos das hier einfach nur im Notebook gespeichert zu lassen.

Das Auspacken aber werde ich wohl heimlich erledigen, denn meine Mutter hat, lieb wie sie ist, für meine Freundin etwas gekocht, wonach sie seit ihrem ersten Besuch in Süddeutschland verrückt ist. Das will ich heimlich in den Kühlschrank packen und da wir gleich vom Einkaufen zurück sein werden, wird meine Freundin nicht umhin kommen im Kühlschrank eine freudige Entdeckung zu machen… ich glaube, für den Rest des Wochenendes brauch ich mich nicht mehr anstrengen etwas Großartiges zu kochen, weil die Ernährung meiner Freundin dann quasi schon feststehen dürfte… (grins).

Was ich ganz dringend machen muss, ist mal wieder den Kontakt zu ein paar Leuten mehr zu pflegen. Da war ich etwas nachlässig im letzten Jahr und die Fotografie ist zwar eine Erklärung aber keinesfalls eine Entschuldigung dafür – erst recht nicht, wenn es sich um liebe Menschen wie z.B. auch Exfreundinnen handelt mit denen ich noch im guten Kontakt stehe. Da habe ich mich doch als ziemlich unzuverlässig erwiesen und das ist eigentlich sonst gar nicht meine Art.

Vielleicht organisiere ich auch wieder ein Foto-Event der Community in diesem Jahr. Nachdem in den letzten zwei Jahren (seit ich die Organisation der regelmäßigen Bochumer Usertreffen aufgrund fortwährend unzuverlässiger Anmeldungen eingestellt habe) hat sich trotz anfänglichem großen Bedauern und diverser Absichtserklärungen meiner Kenntnis nach noch nicht selbst organisiert das vergleichbar mit den früheren regelmäßigen Usertreffen wäre. Daher kümmere ich mich vielleicht zur Abwechslung mal um ein Foto-Event an passender Location evtl. mit ein oder zwei von mir noch zusätzlich organisierten externen und guten Fotografen.

Ach Du je…. meine Freundin hat mich beim Instagram mit der Anzahl der Abonennten aber schon meilenweit abgehängt, wie ich das eben sehe. Da werde ich also auch wieder einiges tun müssen…. und so häuft sich schon wieder die Liste der Dinge, die eigentlich zu erledigen sind.

Am besten ich beende hier meinen Blogeintrag, bevor die Liste noch länger und obendrein noch öffentlich bekannt wird, so dass ihr mich womöglich zum Ende des Jahres an der Erledigung all dieser Punkte messen könnt…

… oder meine Freundin im Dezember 2015 mit noch viel mehr Abonennten (als ich sie habe) mit einem breiten Grinsen vor mir steht. 🙂

Die Abrechnung

Wenn ich -Weltuntergang 2015- google, bekomme ich gerade mal 363 Treffer… das sind nicht einmal so viele Treffer, wie das neue Jahr Tage hat! Also wenn man sich nicht einmal mehr auf die Verrückten, Endzeitreligiösen, Durchgeknallten und Paranoiden verlassen kann, dann scheint mir irgendwie, dass sich die Menschen wohl noch nicht so richtig auf das neue Jahr eingestellt haben.

So oder so, das Jahr in der 2014er Edition geht heute defintiv den Bach runter und morgen bin ich (zumindest von der Jahreszahl her) schon wieder ein Jahr näher nach meinem derzeit voraussichtlichem Renteneintrittsjahr…. und wie immer um diese Zeit nimmt Hinz und Kunz und natürlich auch der böööse Asmodeus die Gelegenheit wahr ein wenig zu resümieren, ob das letzte Jahr gut oder schlecht war.

Dabei muss ich eigentlich sagen, dass bisher in meinem Leben eigentlich nur zwei Jahre wirklich und ehrlich als „schlecht“ bezeichnen würde und die lagen auch noch fast acht Jahre auseinander, wobei das letzte der beiden Jahre auch schon etwas her ist… und das ist in Hinsicht auf die schon etwas stattliche Gesamtzahl von bald 41 Jahren doch gar keine schlechte Statistik. Das Gefühl, mich insgesamt mit Recht beschweren zu dürfen, habe ich jedenfalls nicht.

Tja, wie wahr nun 2014?

Beruflich durchwachsen mit Ups und Downs, wobei die Downs wohl dieses Jahr leicht dominieren – zumindest so vom inneren Gefühl her. Ich glaube mit einiger Sicherheit sagen zu dürfen, dass ich in 2013 an den meisten Tagen mit einem besseren Gefühl zur Arbeit ging als es 2014 der Fall war. Da dies vor allem in der Struktur begründet ist (und dies außerhalb meiner Möglichkeiten liegt) und ich zum Thema Arbeitswelt niemals konkrete Worte verliere, will ich hier dazu auch nicht weiter ausholen.

Im Privatleben hat sich im Vergleich zum letzten Jahr auch wenig geändert. Die Situation ist stabil und eher ruhig und das empfinde ich natürlich eher positiv. Was mich ganz persönlich betrifft muss ich allerdings sagen, dass es in Bezug auf mich selbst in 2014 Punkte gibt, die mir auch schon in 2013 nicht gefallen haben. Insofern ist die ganz persönliche Erfolgsstatistik in diesem Jahr wohl nicht so gut… andererseits hatte ich auch viel Ablenkung, die ich „natürlich“ dankbar angenommen habe.

Eine dieser Ablenkungen ist die Fotografie. Die ist in 2014 sehr gut gewesen. Ich habe nicht alle (aber doch viele) Projekte umgesetzt. Dass man nie alles schafft, halte ich für normal, denn es ist gut immer mehr im Kopf zu haben, als man umsetzen kann… so hat man das Gefühl, dass einem die Ideen nicht ausgehen. Für 2015 will ich auf jeden Fall noch zwei oder drei Videoprojekte machen, die aber vielleicht vom Inhalt her etwas kritisch sind und dafür dann bereitwillige Mitspieler zu finden dürfte noch spannend werden. Ein weiterer Punkt ist die Zuverlässigkeit der Projektpartner bzw. insb. einiger Models. Da war ich dieses Jahr zu Anfang mit Sicherheit etwas zu nachgiebig, was ich dann aber bald geändert habe. Personen, von denen ich den Eindruck habe, dass ihnen die notwendige Einstellung / Zuverlässigkeit fehlt, landen seither sofort auf der Kick-Liste und sind kein Thema mehr…. sonst geht das nur auf Kosten der Begeisterung, die man für ein Hobby empfinden sollte.

Meine sonstigen Aktivitäten insbesondere im WWW habe ich aufgrund der Fotografie stark zurückgefahren. Das Forum, welches noch den Hauptteil meiner Internetzeit verschlingt, hat sich ganz nach Wunsch entwickelt. Wenn ich in den kommenden Monaten noch nach und nach zuerst die jeweils Inaktivsten und Unkontruktivsten aus der Community nehme, dann erreichen wir wohl bis spätestens Ende des kommenden Jahres dann die wesentlich kleinere Userzahl, die ich mir wünsche und die ich dann auch nicht mehr zu überschreiten gedenke. Aktuell schaue ich eigentlich nur, dass wir unter 1.000 User bleiben indem ich Inaktive schwerpunktmäßig dann lösche, wenn wieder einmal zu viele neue Anmeldungen durchkommen. Der vor einigen Monaten zur Pflicht gemachte Personencheck via zweier genau bestimmter Fotos hat jedenfalls exakt die gewünschte Entwicklung hinsichtlich Quantität und vor allem Qualität der Useranmeldungen gebracht, wobei zeitweise noch immer wesentlich mehr Anmeldungen reinkommen als ich eigentlich bei Einführung gedacht hätte. Ich hätte die Fotocheck-Pflicht allerdings auch schon viel früher (!) machen sollen, schon lange bevor wir über 4.500 Userkonten hatten.

Fast alle anderen eigenen Internetprojekte ohne fremde Beteiligung (abgesehen von meinem Blog und natürlich der Fotografenseite) habe ich dieses Jahr offiziell eingestellt oder einfach nicht mehr fortgeführt, so dass ich meine Zeit im WWW zukünftig nur Foto, Blog und Community zu widmen brauche.

Meine Moderatorenätigkeiten betreibe ich auch weiter, was hauptsächlich dem Pflichtgefühl gegenüber dem Radiobetreiber geschuldet ist (immerhin bin ich aktuell der letzte noch verbliebene Moderator dort), denn er ist auch einer auf den ich mich immer verlassen kann und sowas weiß ich sehr zu schätzen. Übrigens gibt es heute Abend ab 20 Uhr die Gelegenheit wieder dabei zu sein. Infos findet ihr oben im Blogmenü unter dem Punkt „Wie der böööse Asmodeus klingt“ oder ihr könnt ab 20 Uhr direkt unter „diesem Link“ hier zuhören.

Großartige Pläne für 2015 habe ich eigentlich keine. Das Kampfziel lautet eigentlich nur „Gut durch das Jahr kommen“. Neben den bereits erwähnten Projekten steht im kommenden Jahr eigentlich erstmal wenig an. Die meisten Angelegenheiten ergeben sich ohnehin stets ungeplant und aus der Situation heraus, was mir aber auch eher weniger Sorgen bereitet, da ich doch recht ungebunden bin und derzeit nicht das Gefühl habe irgendwie nicht mit Situationen fertig zu werden.

Ein großes Thema ist jedoch leider die Gesundheit. Das muss sich leider stark verbessern und ich muss auch mehr Bereitschaft zeigen dafür Lebenszeit zu investieren um nicht irgendwann später dafür Lebenszeit opfern zu müssen. Seit mehr als einem Jahr diktiert der innere Schweinehund wieder zu sehr den Wochenablauf…. seltsamerweise habe ich sowas nur in Singlezeiten richtig gut im Griff und da diese Zeiten bei mir immer nur sehr kurz waren, sind die positiven Effekte daraus auch immer wieder schnell verpufft.

Na, das wird sich dann ja spätestens zum nächstes Jahresresümee herausstellen… findet ihr in 12 Monaten keine 2015er Edition mehr… dann ist entweder der Blog umgezogen oder der Betreiber hat in die nächste Inkarnation gewechselt…

… oder die Welt ist doch 2015 noch untergegangen! 😀

NRW. Ehrliches Land. Ehrliche Menschen.

Der Spruch des Beitragstitels „NRW. Ehrliches Land. Ehrliche Menschen“. stammt nicht von mir, sondern von der Regionalgesellschaft NRW und der Aktion „Ehrlich NRW“ der Deutschen Bahn deren Gastfreundschaft ich am Dienstag im „Alten Wartesaal“ in Köln genießen durfte.

Ich war mit einem ganzen Saal voll anderer Kunden zu einem bunten Abend geladen. Hintergrund war meine Teilnahme an einem Bahngeschichten – Wettbewerb (dieser Blog berichtete darüber) und die Veröffentlichung der Bilder in einem Buch.

Der „Alter Wartesaal“ war ein wirklich ziemlich nobel eingerichteter Veranstaltungsort und neben wirklich cooler Musikeinlagen bestand das Programm des Abends aus einer fiktiven Zugfahrt von Paderborn nach Aachen, wobei die Gänge des an diesem Abend servierten Menüs aus an den jeweiligen Zwischenhalten vorkommenden regionalen Spezialitäten bestanden. Verköstigt wurde man jedenfalls gut, auch wenn die Reihenfolge der Speißen so breit gefächtert war (Printen, Eisbein, Sushi, Currywurst…), dass ich schon etwas Sorge hatte, ob mein Magen diese Mixtour mitmacht.

Durch das Programm führten drei Entertainer, welche die Zugbegleiter spielten (in entsprechender Uniform) und auch regelmäßig an den Tischen die Fahrkarten kontrollierten (man kam nur mit Einladung zur Veranstaltung, hatte also eine entsprechende Fahrkarte für den Abend in der Tasche) und dabei ihre Scherze an den einzelnen Tischen machten. Die waren echt unterhaltsam und konnten eine frische Art von Humor gut mit dem leicht kühlen Beamten-Touch verbinden, den man so von den Zugbegleitern her kennt… ich hab mich ehrlich den ganzen Abend über gefragt, ob das „echte“ Zugbegleiter waren, die einfach ein sehr großes kabarettistisches  Talent besitzen oder ob es „nur“ Schauspieler sind, die sich super in die Rolle einleben konnten.

Die Antwort sind mir aber alle drei schuldig geblieben. 🙂

Die Synchronstimmen von Bruce Willis und Jodie Foster waren ebenfalls Gäste des Showprogramms an diesem Abend und gaben bei Vorlesungen diverse Geschichten zu Besten.

Dabei ist mir aufgefallen, dass es doch ein echt ermüdender Job sein muss, wenn man Synchronsprecher ist…. ich meine, wenn man ständig als „Hier kommt die Stimme von Bruce Willis“ angekündigt wird, würde ich mich irgendwie übergangen fühlen. Ich meine, wenn man mich immer mit dem Namen eines anderen Menschen ankündigt und tausend Leute im Jahr immer auf ein „Yippie Yeah, Schweinebacke“ warten… ist das berufliche Erfüllung? Ich weiß nicht… und wenn sich der Star, den ich synchronisiere dann plötzlich aus dem Show-Geschäft verabschiedet (auf welche Weise auch immer), bin ich plötzlich meinen Job los, denn dann kommt nichts mehr von ihm, was noch zu synchronisieren wäre…. Ne, ist nicht mein Ding.

Später am Abend wurden noch die ausgelosten Gewinner bekanntgegeben. Bei ca. 200 Personen im Raum (schätze ich mal so) war die Chance doch echt mal realistisch eines der vier Handys oder die Bahncard 100 zu gewinnen….

… aber nein, natürlich hab ich wieder nichts gewonnen.

Das ist schade, denn die Bahncard100 hätte ich für meine Fototouren gut gebrauchen können. An allen Ecken der Republik warten Leute auf Foto-Shootings, wenn sich dazu die Gelegenheit ergibt… aber vermutlich wird meine Freundin ganz froh sein, denn sonst wäre ich mindestens zwei Mal pro Monat das Wochenende über auf Tour gewesen.

Und wenn es ein Handy gewesen wäre, dann hätte es auch gepasst, denn alle Welt beschwert sich schon, dass sie mich per Handy nicht erreicht. Das Scheissding ist nämlich kaputt und resetet sich ständig und wenn ich das nicht bemerke und den PIN eingebe, bin ich natürlich auch nicht erreichbar. Ein neues Handy mit Vertrag würde ich mir schon holen, aber ich will ein bestimmtes Handy und einen bestimmten Vertrag (für Wenigtelefonierer) und in dieser Kombination bin ich nicht Willens > Euro 200,- für das Handy zu zahlen…

Naja, wenigstens bekam ich ein kostenloses Exemplar des Buches (Buch siehe hier), in dem sich nun das Foto von Stigma und mir befindet (allerings nur sehr klein in einer Bilderwand auf einer Doppelseite), in die Hand gedrückt und durfte dann kurz vor 24 Uhr den (wie auch bei der Anfahrt) kostenlosen Rückweg mit der Bahn antreten. Ein schöner Abend war es dennoch… allerdings wäre er mit einem Gewinn natürlich NOCH schöner gewesen. 🙂

Was ich leider nicht wusste: das tollste Foto wurde auch mit einem Preis bedacht. Das hatte ich gar nicht gelesen. Das Foto mit Stigma und mir (es zeigt eine Verabschiedung von damals, als ich noch regelmäßig nach Hamm pendelte) ist auch toll und es hat es sogar in den offiziellen Banner der DB Regio NRW Seite geschafft (ihr könnt mal schauen, ob ihr es findet: http://www.ehrlich-nrw.de )…. aber hätte ich von dem Foto-Wettbewerb etwas gewusst, hätte ich mir eins meiner Models geschnappt und noch ein stimmungsvolles Bahnhofsfoto gezaubert… naja, vielleicht im nächsten Jahr.

Warum die DB Regio NRW überhaupt so eine Veranstaltung macht? Ja, das habe ich mich auch gefragt. Immerhin sind wir kostenlos mit der Bahn angereist und haben einen kostenlosen und tollen Abend verlebt und durften auch kostenlos wieder nach Hause fahren…. wieso macht man das? Immerhin wurde an diesem Abend nichts verkauft. Keine Bahncards. Kein Merchandising. Keine Fahrkarten-Abos und auch keine Reise-Wärmedecken.

Die verantwortliche Mitarbeiterin der DB Regio NRW gab zur Auskunft, dass es sich hierbei um eine „Dankeschön“ Aktion für die Teilnehmer handle, aber auch ein Dankeschön für die Kunden allgemein und eine Gelegenheit die Bahn auch mal von einer anderen Seite kennenzulernen…. bzw. eben auch mal die anderen Fahrgäste und das in dieser „Schicksalsgemeinschaft“ jeder so seine kleine Geschichten hat.

Speziell der letzte Teil gab mir noch etwas zu denken, als ich auf der Rückfahrt war.

Eigentlich reist man oft viel zu anonym… was schade ist, gerade wenn man eh stundenlang nebeneinander sitzt…. und dass das nicht immer so sein muss, hab ich dann gleich auf der Rückfahrt wieder mal trefflich lernen können… aber von der jungen lustig-hungrigen Truppe, mit der ich es  bis Mühlheim/Ruhr zu tun hatte, berichte ich irgendwann mal.

Was mich auf jeden Fall an diesem Abend überrascht hat, war die Bereitschaft der Bahn zur schonungslosen Ehrlichkeit. Es wurden im ausgewogenen Maße auch kritische und eine sogar recht üble Bahngeschichte vorgelesen… in denen eben gerade nicht künstlich hochgelobte Bahnhymnen gesungen wurden. Da muss ich sagen, hat sich die Bahn an diesem Abend meinen Respekt verdient.

Für die Bahn dürfte die Veranstaltung auf jeden Fall etwas gebracht haben, denn ich denke, jeder der Teilnehmer wird den Menschen in seinem Umfeld etwas von dieser recht ungewöhnlichen Bahn-Aktion erzählt haben… immerhin blogge ich selbst gerade darüber… ein gewisser Werbeeffekt ist also wirklich nicht zu leugnen. 😉