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Alles zum Thema Liebe und was sonst noch Leiden schafft ;)

28 Minutes later….

Nachdem ich gestern gegen kurz nach 21 Uhr mal einen Blick durchs Küchenfenster auf die Straße vor meinem Haus warf und nicht ein Auto fahren sehen habe, habe ich das Fenster geöffnet und wollte dem üblichen Klang der Stadt lauschen, doch es herrschte Totenstille.

Offensichtlich hat das Fußballspiel gegen Italien (die erste Halbzeit lief gerade) auch noch den letzten Einwohner Hamms vor den Fernsehbildschirm gefesselt.

Ein guter Augenblick um einzukaufen“ dachte ich mir und da der REWE um die Ecke bis 22 Uhr geöffnet hat, zog ich los, um mir den hektischeren (weil mehr Menschen unterwegs) Einkauf am Freitagnachmittag zu ersparen.

Kennt ihr die Filme wie „I am Legend“ oder „28 Days later“ oder vergleichbare Produktionen? Ich meine die Szenen, wenn der letzte Mensch auf der Welt durch eine ehemals von vielen Menschen bevölkerte Stadt läuft und quasi alles für sich allein hat?

So ungefähr fühlte ich mich (nur ohne Zombies und Monster), denn auf dem Weg zum Auto traf ich niemand. Der Parkplatz war menschenleer. Die 1-2 Kilometer zum Supermarkt-Parkplatz fuhr ich ohne jemand zu treffen und auf dem Supermarkt-Parkplatz war ich ebenfalls einsam und verlassen. Selbst im Supermarkt war ich der einzige Kunde, etwas, das ich noch nie zuvor erlebt habe… ich kam mir wirklich vor, als wäre der Rest der Menschheit dahingerafft worden und mir würde die Welt jetzt als Einzigem gehören… JA….. ICH BIN LEGEND! Leider wurde diese schon fast erotisch geile Wahnvorstellung dann durch die Kassierin getrübt, die natürlich auch im Supermarkt war und mich um Euro 56,- erleichterte… da war es dann also auch schon wieder vorbei mit der Legende.

Außerdem, so habe ich mir das überlegt, bringt einem die ganze Welt (selbst wenn man sie für sich alleine hat) nichts, wenn einem der Mensch fehlt, den man liebt….

 

… die mit Eifer sucht, was Leiden schafft

Eifersucht ist schon manchmal kompliziert – in all ihren Formen und Abwandlungen.

Gestern führte ich ein kurzes Gespräch mit einer sehr guten Freundin, die etwas unvorbereitet mit der Nachricht konfrontiert wurde, dass da jemand vor wenigen Tagen völlig unerwartet und unbeabsichtigt in mein Leben getreten ist, die mich aus der Winterkälte, die mich seit März so undurchdringlich umschlungen hat, befreien konnte. Doch obwohl diese gute Freundin eigentlich selbst in einer Beziehung lebt, also quasi ich seit Monaten mehr als Grund genug gehabt hätte eifersüchtig zu sein (was ich mir selbst aber verboten hatte, wie schon so oft), reagierte sie auf diese Nachricht zunächst einmal eifersüchtig – immerhin ist da nun jemand, der ihr, ihren „Status“ (auch wenn er sich schlecht erklären oder definieren lässt) streitig machen könnte.

Oh, ich kann meine gute Freundin nur allzu gut verstehen und ihr nachempfinden. Mir erging es auch schon ähnlich so, weil es immer schwer ist (auch wenn man sich von einem Partner getrennt hat oder trennen musste), wenn man danach miterleben muss, dass der Partner plötzlich in einem anderen das findet, was man damals zu zweit nicht fand. Und auch, wenn man selbst (wie in meinen eigenen Fall in der Vergangenheit) sicher weiß, dass man die Beziehung damals zu einem guten Teil selbst durch Nachlässigkeit und dumme Fehler versemmelt hat – also auch selbst dazu beigetragen hat den Partner zu verlieren – schützt auch das vor Eifersucht auf einen anderen/neuen Menschen im Leben des ehemaligen Partners nicht. Jedoch ist dies eine Form von Eifersucht, die ich mir selbst nie gestattet habe, denn immerhin bin ich ja selbst schuld… doch zu leugnen, dass sie nicht wenigstens in mir fühlbar ist, wäre nicht ehrlich.

Menschen sind eben nicht einfach.

Zum Glück hat sich das Gespräch gestern Nacht genau so gut und konstruktiv entwickelt, wie ich es von einem Menschen, wie sie einer ist, erwartet habe. Sie ist schon eine ganz besondere Seele und sowas darf man (ob Beziehung oder nicht) nicht einfach links liegen lassen. Ich schätze, in ein paar Tagen werden wir Gelegenheit haben auch noch den Rest zu besprechen, aber dafür braucht es einfach noch etwas Zeit. Das Gespräch gestern war jedenfalls ein erster Vorgeschmack auf das, was mir noch bevorsteht, denn da ist noch jemand, mit dem ich reden muss – denn selbst als Single (was ich noch immer bin) hab ich Menschen, denen ich mit dieser Neuigkeit so verletzten kann oder muss, wie das sonst bei Menschen der Fall ist, die sich lieben – eben weil sie sich Hoffnungen gemacht haben.

Dieses Gespräche fallen mir am schwersten… aber – egal was ist oder sein wird – sie müssen einfach sein… schon allein aus Respekt vor diesen Menschen.