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Briefe, die Berlin nie erreicht haben, aber die deshalb dennoch nicht ungeschrieben sind

Kein Kanzler unter dieser Nummer….

… denn liebe NSA, es ist wirklich nicht nett das Telefon von Frau Angela Merkel anzuzapfen. Das tut man einfach nicht.

Eigentlich müsstet ihr doch schon vorgewarnt genug sein, denn immerhin hat euch Frau Merkel schon einen Fragebogen zu den vielen Abhöhr- und Datenskandalen in den Netzknoten geschickt… das war doch sicher ein unheimlich beeindruckendes Signal für euch aus Deutschland!

Sicher, damals war sie nicht so empört wie jetzt, aber damals ging es auch nur die Bürger ihres Landes und weniger um sie selbst.

Tja Frau Merkel, Sie haben es jetzt selbst gesagt: „Das geht war nicht…“

Das stimmt.

Ihr Volk ist schon lange dieser Meinung und fragt sich, wo Ihre echte Empörung blieb, als Sie noch nicht direkt und selbst betroffen waren?

Keine Qual der Wahl

Es ist wieder einmal Wahltag… was mich hoffen lässt, dass die Plakate der Parteien, die mich schon seit Wochen mit ihren Inhalten nerven, bald wieder vom Straßenrand verschwinden.

Es kotzt mich nämlich immer wochenlang vor der Wahl an, dass dort irgendwelche Grins-Grimassen, aufgereiht wie die Huren am Straßenstrich, um die Entscheidung des Wählers werben… obwohl, nein… eigentlich kotzt es mich an, dass sich davon die Wähler wohl auch noch beeinflussen lassen.

Solange ich FDP, die sich (wenn wir schon bei käuflicher Liebe sind) weniger als Partei sondern viel mehr als die (ich drücke es mal sehr höflich aus) Mätresse der Lobbyisten verhält, es nicht mehr in den Bundestag schaffen würde, dann wäre die Wahl aus meiner Sicht wenigstens nicht vergebens… sollen sie sich zukünftig von ihren Hoteliers bezahlen… äh, sorry… ich meine „wählen“ lassen.

Aber was schimpf ich… die anderen sind auch nicht besser.

Die Grünen, die mit den Leichen der nicht bereinigten und jahrzehnte-alten Pedo-Debatte, auch das letzte Fünkchen ihrer moralischen Glaubwürdigkeit verloren haben, sind für mich (der ich einstmals selbst ein Grüner war… bevor der ehemals antiautoritäre „Herr Präsident mit Verlaub, Sie sind ein Arschloch“-Joschka als Außenminister mitverantwortlich die Bundeswehr in den Einsatz geschickt und innerparteilich ein Gebaren gezeigt hat, das eher an einen Herbert Wehner erinnert hätte als an einen Grünen Joschka) einfach nicht mehr wählbar.

Die SPD hat bei mir verschissen, da sie für mich die Ausgeburt einer Partei der sozialen Ungerechtigkeit ist. Dabei spreche ich das Thema Hartz IV gar nicht erst an. Aus den (vor der letzten großen Koalition versprochenen) „0% MwSt-Erhöhung“ (CDU/CSU kündigten 2% an) wurden dann sozusagen als Kompromiss 3%. Das ich nicht lache! So etwas hätte ich von einer Partei, die das Wort „Sozial“ im Namen führt nicht erwartet, denn die mit Abstand unsozialste Steuer, die wir in Deutschland überhaupt haben IST die Mehrwertsteuer, denn sie trifft alle mit gleicher Härte. Ob ein Zeitarbeiter mit Niedriglohn oder ein Multi-Millionär beim Bäcker einkauft ist der MwST nämlich ziemlich egal… das ein kleiner Mann durch sein geringes Gehalt bei gleichen Lebensmittelbedarf aber im Verhältnis viel stärker belastet ist als ein Reicher, das interessiert die PD (das „S“ spare ich mit an dieser Stelle) nicht.

Und was soll ich zur CDU sagen… da fällt mir nicht besonders viel ein, was auch nicht verwundert, denn großartige Konzepte legt die CDU auch nicht vor. Abgesehen davon, dass wir heute in genau den Zeiten leben, die uns früher von CDU Leuten ausdrücklich ausgeredet wurden (ein Theo Waigel meinte mal, der Euro-Raum würde eine Währungsunion werden und keine Haftungsunion) und wir vor der ganzen Welt und ihren Geheimdiensten katzbuckeln, bietet die CDU so wenig Diskussionsfläche, dass man sie einfach nur ignorieren kann.

Nicht vergessen dabei habe ich auch noch, wie sich insbesondere einige CDU-Abgeordnete damals gegen eine bessere Offenlegungspflicht ihrer Nebeneinkünfte gewehrt haben… sowas erweckt Vertrauen, wenn man nicht zugeben will, von wem man sich Geld in den Darm stopfen lässt… während man gleichzeitig zur besseren finanziellen Durchleuchtung des Volkes Datenmonster wir „ELENA“ erschafft.

Und wenn ich dann, einen Tag vor der Wahl, noch von den CDU Leuten höre, dass „noch nie zuvor so viele Menschen in Arbeit“ gestanden hätten wie zur Zeit, dann kommt mir das kalte Kotzen. Noch nie zuvor konnten so wenige Menschen von ihrer Arbeit leben wie heute. Die Leiharbeit, die in vielen Fällen ohnehin schon ein Ausbeutungswerkzeug war, ist dabei noch das kleinere Problem im vergleich zu den (mit Hilfe der CDU ermöglichten) Werksverträgen. Was bringt ein (Mini-)Job, von dem man nicht leben kann und was bringt eine Arbeitsmarktpolitik, die es den Arbeitgebern attraktiver macht Aufstocker einzustellen anstatt „richtige“ Löhne zu bezahlen?

Aber wenigstens haben sie es vor der Wahl noch geschafft einen Mindestlohn durchzudrücken. Die Steinmetze in Deutschland leben jetzt sozial abgesicherter (und ich gönne es ihnen wirklich), aber ein wirklicher Weitwurf für die Arbeitsmarkt der Bundesrepublik war das nicht gerade… und wäre nicht gerade Wahl, dann wäre dies Meldung wegen gerade einmal knapp 11.000 Steinmetzten in keine Nachrichtensendung gekommen… solche Meldungen erinnern eher an die Siegesmeldungen der Wochenenschau von 1944, wo die Rückeroberung eines Dorfes (das aus zwei Bauernhäusern und einem Kuhstall besteht) schon die für die gesamte Ostfront-Berichterstattung stellvertretende Erfolgsmeldung darstellt.

Tja… und sonst? Eigentlich bleibt mir nur die Frage, wie große die Quote bundesdeutschen Wahlviehs wieder ist, die sich nicht erinnert, wie sie von der Politik verarscht wurden und werden und die sich ihre Meinung wieder nur in den letzten 6-8 Wochen der Schönfärberei des Wahlkampfes gebildet haben.

Ganz ehrlich? Ich habe den Wahl-O-Mat gefragt…. am Ende kam heraus, dass ich mit knapp über 60 Prozent mit „ProDeutschland“ übereinstimmen würde und das waren dann auch schon mit weitem (!) Abstand die Spitzenreiter in der Vorschlagsliste.

Aber ich sag euch etwas: bevor ich einen Stift in die Hand nehmen und diese „Leute“ (oder alles andere, was sich mit einfachen Parolen am rechten Rand oder noch weiter jenseits davon in der politischen Unzurechnungsfähigkeit tummelt) wählen würde, würde ich mir eher die Finger abhacken lassen um nie wieder einen Stift halten zu können.

Nun also, was tun an diesem Wahltag… Wenn ich heute um 18 Uhr keinen gelben Block mehr in der ersten Hochrechnung der Sitzverteilung sehe, dann war der Tag nicht umsonst für mich.

Und ihr… ihr tut ja sowieso nur das, war ihr wollt…. ist vielleicht auch besser so. 😉

O’zapft is!

Lieber Herr Obama, sehr geehrte Nachrichtendienste,

ich gebe ganz ehrlich zu, dass ich ein oder zwei Sekunden durchaus in Versuchung war diesem tollen Artikel auf Chip.de zu folgen und mir Auskunft darüber geben zu lassen, ob und ggf. was so alles in irgendwelchen Rechnern bei euch über mich gespeichert ist.

Nicht dass ich mir besonders viel davon versprochen hätte… ich hätte es einfach nur lustig gefunden euch, die ihr euch so gerne und viel in Netzen bewegt, ein wenig Arbeit zu machen und auch endlich mal einen offiziellen Brief von einer so tollen und wichtigen Einrichtung in meinem Briefkasten zu haben… man stelle sich vor: ein Schreiben – womöglich sogar noch mit dem Dienstsiegel der CIA – bei mir zuhause auf dem Küchenschrank!

Das würde sich neben der Karte des (aktuellen) Bundespräsidenten und dem Brief des vor-vor-vorvorletzten Verteidigungsministers sicher gut machen. Außerdem liegt nach noch ein Dankesschreiben an den Herrn Bundespräsidenten (a.D.) von Weizsäcker, dessen Bild ich eine Kiste Bier (die ich nicht getrunken habe, weil mir Bier nicht schmeckt) verdanke… aber das Schreiben habe ich irgendwie nie abgeschickt. Ein wenig Post von dem einen oder anderen Geheimdienst wäre da schon eine feine Sache….

… wäre da nicht die Frage, ob man dann nicht erst recht auf sich aufmerksam macht… schlafende Hunde und so… .

Gut, ich meine… ich schreibe ja nicht vom Heiligen Krieg, ich will keine Atombombe in den USA in die Luft jagen, keinen Chemiewaffenangriff auf die westliche Welt starten und auch kein Bombenattentat auf eine Militäreinrichtung der Amis verüben…. obwohl, wenn man den Zeitungen glauben darf, reichen diese Worte im Blog auch schon aus, dass man besucht wurde.

Ähm…. Hallo Geheimdienst! 🙂

Dass eine gewisse Überwachung und eine Nachforschung auch bei uns in begründeten Einzelfällen angebracht ist, steht dabei doch außer Frage. Vergessen wir nicht, wo ein Geselle wie Mohammed Atta jahrelang lebte und studierte, bevor er in Auftrag irgendeiner göttlichen Wahnvorstellung tausende Unschuldige tötete.

Aber das Abfischen aller Netze in Form von massenhafter Vorratsspeicherung, das erinnert eher an die Arbeitsweise der STASI als an die Arbeit einer Organisation, die eigentlich dafür sorgen soll, das Werte wie „Freiheit“, „Demokratie“ und „Menschenwürde“ nicht verkommen…

Nun… die Frage ist: was soll man davon halten?

Ist es moralisch einen „Verräter“ der Spionage anzuklagen und es dabei selbst nicht so ganz genau zu nehmen, was man so tut? Ich meine, gerade die Amis, die mit der Vorbereitung und Führung von Angriffskriegen (z.B. Irak) heute vor einem Gericht wie damals in Nürnberg ziemlich alt aussehen würden, sollten jetzt nicht so angepisst sein, wenn ihnen mal jemand (und wenigstens einer ihrer eigenen Leute) die bigotte Maske vom Gesicht reißt… YES, HE CAN! Kann man da nur sagen.

Und das entrüstete Theater, das hier in Deutschland, wo sogar die Post angeblich mit Geschäftsbriefdaten mithilft ein Überwachungsszenario aufzubauen, in der Politik zu verfolgen ist einfach nur lachhaft. Da steht man als deutsches Politikerlein und flennt über den Atlantik hinüber dass die netten Freunde gemein zu uns waren.

Ich weiß nicht was erbärmlicher wäre: anzunehmen, dass unsere deutschen Staatsorgane und Nachrichtendienste davon gar nichts wussten… oder dass sie es wussten und die Amis und Briten gewähren ließen? Irgendwie hat man da die Wahl ob man die Verantwortlichen bei uns nun für Inkompetent oder für Verräter am eigenen Volk und Datenschutz halten soll… das ist wie die Wahl zwischen Pest und Cholera.

Lassen wir den Herr Obama doch im September den ersten Stich in München auf der „Wies’n“ machen… denn ich wette, er hat sicher kein Glaubwürdigkeitsproblem damit, wenn er verkündet: „O’zapft is!“

Ich schau mir das Thema jedenfalls noch gerne eine Weile an… wäre doch mal schön, wenn der Herr Obama oder der Herr Cameron mal irgendwo mit dem Flieger aufgehalten werden… Sibirien wäre gut oder von mir aus auch Ägypten…. das Echo in der US-Presse würde mich dann schon interessieren… denn in den letzten Wochen, während sich die Politikprominenz in Deutschland (kurz vor der Wahl) Empörungswettkämpfe liefert, schaue ich gerne mal in den US-Medien vorbei, was die so berichten. Dort sind z.B. Berichte über einen einzigen gespendeten Kinderrollstuhl, der im Iran angekommen ist, nämlich reicher bebildert und mit größeren Überschriften versehen, als alle maulenden Politikerschnauzen aus diesem unseren Lande.

Yes, they can!

Entschuldigt mich, ich geh‘ jetzt mal kurz kotzen….