Monthly archives "November 2014"

NRW. Ehrliches Land. Ehrliche Menschen.

Der Spruch des Beitragstitels „NRW. Ehrliches Land. Ehrliche Menschen“. stammt nicht von mir, sondern von der Regionalgesellschaft NRW und der Aktion „Ehrlich NRW“ der Deutschen Bahn deren Gastfreundschaft ich am Dienstag im „Alten Wartesaal“ in Köln genießen durfte.

Ich war mit einem ganzen Saal voll anderer Kunden zu einem bunten Abend geladen. Hintergrund war meine Teilnahme an einem Bahngeschichten – Wettbewerb (dieser Blog berichtete darüber) und die Veröffentlichung der Bilder in einem Buch.

Der „Alter Wartesaal“ war ein wirklich ziemlich nobel eingerichteter Veranstaltungsort und neben wirklich cooler Musikeinlagen bestand das Programm des Abends aus einer fiktiven Zugfahrt von Paderborn nach Aachen, wobei die Gänge des an diesem Abend servierten Menüs aus an den jeweiligen Zwischenhalten vorkommenden regionalen Spezialitäten bestanden. Verköstigt wurde man jedenfalls gut, auch wenn die Reihenfolge der Speißen so breit gefächtert war (Printen, Eisbein, Sushi, Currywurst…), dass ich schon etwas Sorge hatte, ob mein Magen diese Mixtour mitmacht.

Durch das Programm führten drei Entertainer, welche die Zugbegleiter spielten (in entsprechender Uniform) und auch regelmäßig an den Tischen die Fahrkarten kontrollierten (man kam nur mit Einladung zur Veranstaltung, hatte also eine entsprechende Fahrkarte für den Abend in der Tasche) und dabei ihre Scherze an den einzelnen Tischen machten. Die waren echt unterhaltsam und konnten eine frische Art von Humor gut mit dem leicht kühlen Beamten-Touch verbinden, den man so von den Zugbegleitern her kennt… ich hab mich ehrlich den ganzen Abend über gefragt, ob das „echte“ Zugbegleiter waren, die einfach ein sehr großes kabarettistisches  Talent besitzen oder ob es „nur“ Schauspieler sind, die sich super in die Rolle einleben konnten.

Die Antwort sind mir aber alle drei schuldig geblieben. 🙂

Die Synchronstimmen von Bruce Willis und Jodie Foster waren ebenfalls Gäste des Showprogramms an diesem Abend und gaben bei Vorlesungen diverse Geschichten zu Besten.

Dabei ist mir aufgefallen, dass es doch ein echt ermüdender Job sein muss, wenn man Synchronsprecher ist…. ich meine, wenn man ständig als „Hier kommt die Stimme von Bruce Willis“ angekündigt wird, würde ich mich irgendwie übergangen fühlen. Ich meine, wenn man mich immer mit dem Namen eines anderen Menschen ankündigt und tausend Leute im Jahr immer auf ein „Yippie Yeah, Schweinebacke“ warten… ist das berufliche Erfüllung? Ich weiß nicht… und wenn sich der Star, den ich synchronisiere dann plötzlich aus dem Show-Geschäft verabschiedet (auf welche Weise auch immer), bin ich plötzlich meinen Job los, denn dann kommt nichts mehr von ihm, was noch zu synchronisieren wäre…. Ne, ist nicht mein Ding.

Später am Abend wurden noch die ausgelosten Gewinner bekanntgegeben. Bei ca. 200 Personen im Raum (schätze ich mal so) war die Chance doch echt mal realistisch eines der vier Handys oder die Bahncard 100 zu gewinnen….

… aber nein, natürlich hab ich wieder nichts gewonnen.

Das ist schade, denn die Bahncard100 hätte ich für meine Fototouren gut gebrauchen können. An allen Ecken der Republik warten Leute auf Foto-Shootings, wenn sich dazu die Gelegenheit ergibt… aber vermutlich wird meine Freundin ganz froh sein, denn sonst wäre ich mindestens zwei Mal pro Monat das Wochenende über auf Tour gewesen.

Und wenn es ein Handy gewesen wäre, dann hätte es auch gepasst, denn alle Welt beschwert sich schon, dass sie mich per Handy nicht erreicht. Das Scheissding ist nämlich kaputt und resetet sich ständig und wenn ich das nicht bemerke und den PIN eingebe, bin ich natürlich auch nicht erreichbar. Ein neues Handy mit Vertrag würde ich mir schon holen, aber ich will ein bestimmtes Handy und einen bestimmten Vertrag (für Wenigtelefonierer) und in dieser Kombination bin ich nicht Willens > Euro 200,- für das Handy zu zahlen…

Naja, wenigstens bekam ich ein kostenloses Exemplar des Buches (Buch siehe hier), in dem sich nun das Foto von Stigma und mir befindet (allerings nur sehr klein in einer Bilderwand auf einer Doppelseite), in die Hand gedrückt und durfte dann kurz vor 24 Uhr den (wie auch bei der Anfahrt) kostenlosen Rückweg mit der Bahn antreten. Ein schöner Abend war es dennoch… allerdings wäre er mit einem Gewinn natürlich NOCH schöner gewesen. 🙂

Was ich leider nicht wusste: das tollste Foto wurde auch mit einem Preis bedacht. Das hatte ich gar nicht gelesen. Das Foto mit Stigma und mir (es zeigt eine Verabschiedung von damals, als ich noch regelmäßig nach Hamm pendelte) ist auch toll und es hat es sogar in den offiziellen Banner der DB Regio NRW Seite geschafft (ihr könnt mal schauen, ob ihr es findet: http://www.ehrlich-nrw.de )…. aber hätte ich von dem Foto-Wettbewerb etwas gewusst, hätte ich mir eins meiner Models geschnappt und noch ein stimmungsvolles Bahnhofsfoto gezaubert… naja, vielleicht im nächsten Jahr.

Warum die DB Regio NRW überhaupt so eine Veranstaltung macht? Ja, das habe ich mich auch gefragt. Immerhin sind wir kostenlos mit der Bahn angereist und haben einen kostenlosen und tollen Abend verlebt und durften auch kostenlos wieder nach Hause fahren…. wieso macht man das? Immerhin wurde an diesem Abend nichts verkauft. Keine Bahncards. Kein Merchandising. Keine Fahrkarten-Abos und auch keine Reise-Wärmedecken.

Die verantwortliche Mitarbeiterin der DB Regio NRW gab zur Auskunft, dass es sich hierbei um eine „Dankeschön“ Aktion für die Teilnehmer handle, aber auch ein Dankeschön für die Kunden allgemein und eine Gelegenheit die Bahn auch mal von einer anderen Seite kennenzulernen…. bzw. eben auch mal die anderen Fahrgäste und das in dieser „Schicksalsgemeinschaft“ jeder so seine kleine Geschichten hat.

Speziell der letzte Teil gab mir noch etwas zu denken, als ich auf der Rückfahrt war.

Eigentlich reist man oft viel zu anonym… was schade ist, gerade wenn man eh stundenlang nebeneinander sitzt…. und dass das nicht immer so sein muss, hab ich dann gleich auf der Rückfahrt wieder mal trefflich lernen können… aber von der jungen lustig-hungrigen Truppe, mit der ich es  bis Mühlheim/Ruhr zu tun hatte, berichte ich irgendwann mal.

Was mich auf jeden Fall an diesem Abend überrascht hat, war die Bereitschaft der Bahn zur schonungslosen Ehrlichkeit. Es wurden im ausgewogenen Maße auch kritische und eine sogar recht üble Bahngeschichte vorgelesen… in denen eben gerade nicht künstlich hochgelobte Bahnhymnen gesungen wurden. Da muss ich sagen, hat sich die Bahn an diesem Abend meinen Respekt verdient.

Für die Bahn dürfte die Veranstaltung auf jeden Fall etwas gebracht haben, denn ich denke, jeder der Teilnehmer wird den Menschen in seinem Umfeld etwas von dieser recht ungewöhnlichen Bahn-Aktion erzählt haben… immerhin blogge ich selbst gerade darüber… ein gewisser Werbeeffekt ist also wirklich nicht zu leugnen. 😉

Zu n/fett für H&M

„Was soll die Überschrift nun bedeuten?“ mag sich der unschlüssige Leser nun vielleicht denken. „Zu fett“ oder „Zu nett“, das ist hier die Frage. Die Antwort dazu lautet: „beides gleichzeitig“.

Gestern war ich (dieser Blog berichtete bereits darüber) in der von mir ungeliebten Innenstadt unterwegs und weil ich so ungern Klamotten kaufe, habe ich die nach dem Blutspenden verordnete Zwangspause (betreffend das Führen von Kraftfahrzeugen) dazu genutzt mich im benachbarten Einkaufszentrum nach ein paar Hosen umzusehen.

Im Moment scheinen wieder die Hosen „in“ zu sein, die ich schon in den 80er nicht habe leiden können. Ich rede von Jeanshosen, die nach unten hin immer enger werden… lieber sind mir aber Hosen mit einem ganz leichten Schlag am Fußende. Scheiß drauf, wenn die nicht stylish sind! Mir gefallen sie und ich bin auch der, der sie bezahlt, also muss das „mir“ auch reichen.

Das eigentliche Hauptproblem gestern lag aber nicht am Ende der Hose, sondern vielmehr am Anfang.

So langsam beginnt es sich zu rächen, dass das Fintesscenter seit mehr als einem Jahr nur noch meine Monatsbeiträge von mir sieht, mich hingegen jedoch gar nicht mehr… und so ist es also nicht nur die Auswahl, die enger wird.

Auch bei Preissenkungen bleibt man in den oberen Größen meist unberücksichtig, wie mir aufgefallen ist. Die Verhungerten-Größen waren durch die Bank weg alle reduziert, wohingegen meine Größen entweder gar nicht reduziert waren oder bereits ausverkauft sein mussten (falls ich nicht der einzige Fette mit Hosenbedarf war)… aber gut, das ist ein persönliches und in meinem Fall nicht unabänderliches, sondern durch Faulheit begründetes Schicksal, mit dem ich (ungesund) leben kann.

Was mir jedoch ganz gewaltig gestunken hat, war die… hmm… ja gut, ich nenne sie jetzt trotzdem mal „Servicekraft“ oder „Verkäuferin“ im H&M.

Die gute Frau stand gerade vor dem Jeansregal und war damit beschäftigt Hosen ordentlich zusammenzulegen und wieder in das Fach mit der richtigen Größe einzuordnen. Weil ich etwas Probleme hatte die spaltenmäßig etwas schlecht angeordnete Tabellengröße (EU-Größe im Vergleich zu anderen Maßeinheiten) zu interpretieren – vor allem, weil ich dabei meine Größe nicht fand – erdreistete ich mich doch glatt, die „Verkäuferin“ mit einem „Entschuldigung, ich hätte da mal kurz eine Frage“ anzusprechen.

Ja ich weiß, das ist böööse… wie kann sich ein Kunde nur erdreisten eine Verkäuferin zu stören… und das auch noch MITTEN in der Arbeit?! Aber seht es mir nach, Freunde… immerhin begann ich meine Ansprache schon mit einer Entschuldigung.

Jedenfalls war ich dann noch todesmutig genug, sie trotz ihrer nicht besonders versteckt zur Schau gestellten Genervtheit zu fragen, ob Jeans in der Größe 40/32 oder 42/32 in diesem Laden irgendwo zu finden sind.

„40 was?“ war die sehr direkte Antwort. Also ehrlich gesagt, war ich darauf etwas unvorbereitet…. Ich meine, selbst ein Blinder mit Krückstock müsste ohne Beleuchtung in tiefdunkler Nacht erkennen, dass in meinem Fall mit 32 nicht die Größe des Hosenbundes gemeint sein kann und was die „40/32“ letztlich konkret bedeutet, kann ich als dummer Kunde doch auch nicht sagen… ich weiß nur, dass es in der Hälfte aller Läden, die ebenfalls Hosen verkaufen, als Angabe für Bundmaß/Beinlänge dient.

Was macht man nun also, wenn Sprach- oder Verständigungsprobleme auftauchen? Genau! Man bedient sich der Zeichensprache. Ich zeigte von links nach rechts auf meine Hüfte  und sagte „40“ und dann von der Hüfte das Bein abwärts und sagte „32“. Nach einem kurzen eher zweifelnden Blick (den ich der Verkäuferin auch absolut zugestehe, immerhin reden wir hier nicht von Starmodelgrößen) antwortete sie „Die Größen haben wir nicht“.

Somit ist es also offiziell: Ich bin zu fett für H&M

Hinter diesem vordergründigen Informationsgehalt der Antwort der Verkäuferin lag aber durch den unmissverständlichen Tonfall noch eine zweite (weit aussagekräftigere) Informationsebene verborgen, welche übersetzt ungefähr folgenden Inhalt hatte: Hör gefälligst auf mich bei meiner Arbeit zu stören.

Die Botschaft ist auch angekommen. Somit ist es also ebenso offiziell: Ich bin auch zu nett für H&M.

Doch selbst wenn diese H&M-Filiale in Hamm der letzte mir bekannte Laden wäre, in dem noch überhaupt noch Klamotten irgendwelcher Art zu kaufen geben würde, würde ich lieber im Adams-Kostüm oder mit alten Kartoffelsäcken bekleidet herumlaufen als solchen Mitarbeitern auch noch das Gehalt zu finanzieren… denn, liebe „Verkäuferin“, genau das tun Ihre Kunden nämlich… und auch wenn man von kaufwilligen Kunden überhaupt nichts hält, so sollte es doch zum Verständnis des Jobs gehören, wenigstens ein Grundmaß an (zur Not auch gespielter) Freundlichkeit abrufbar zu haben.

Nicht zusätzlich behost ging es dann nach Hause… im Konkurrenzladen fand ich auch nichts was mir gefallen hat. Dann werde ich eben warten müssen, bis der Rest der Modewelt einsieht, dass Jeans mit leichtem Schlag doch besser aussehen… immerhin kommt und geht das alle paar Jahre.

Besuch bei Blutengels

Heute war ich entgegen meiner eigentlichen Neigungen wieder einmal an einem Samstag in der Innenstadt. Grund hierfür war meine Freundin… oder genauer gesagt war es das Blut, das in meinen Adern fließt.

Meine Freundin warb mich heute nämlich beim örtlichen Blutspendedienst und dazu muss ich dann ja wohl auch persönlich erscheinen (zuhause selbst Gezapftes wollten die nicht). So bin ich jetzt einen halben Liter Körperflüssigkeit ärmer, meine Freundin aber Euro 15,- Werbeprämie und einen Euro 20,- IKEA Gutschein reicher… und 35 Euro, dafür dass man den Freund ein wenig bluten lassen kann, ist doch gar nicht schlecht… 😉

Ne, im Ernst. Früher war ich regelmäßiger Blutspender, was sich dann aber so um das Millenium herum eingestellt hat. Seit längerer Zeit schon hatte ich eigentlich vor wieder spenden zu gehen, doch waren die Termine des Blutspendedienstes immer entweder von mir unbemerkt verstrichen oder ich hab einfach nicht daran gedacht.

Daher ist das Spendezentrum gar nicht schlecht, denn da kann ich hingehen, wann ich das möchte bzw. kann und muss mich nicht an einen Termin halten. Sicher, dass es dort etwas Geld gibt ist eine feine Sache… jedoch sehe ich die paar Euronen eher wirklich als Aufwandsentschädigung dafür, dass ich in die ungeliebte Innenstadt fahre und mich mit Menschen, Parkhäusern und Verkehr herumschlage und vor allem meine Zeit opfere und weniger als „Bezahlung“ für meinen Lebenssaft.

Die wollten mich schon für Dienstag wieder einbestellen um Plasma zu spenden… aber so schnell gehts dann mit mir doch nicht. Unter der Woche hab ich da keine Lust zu mir den Stress nach der Arbeit noch anzutun. Das ist eher etwas für einen frühen Samstagmorgen, wenn meine langschlaffreudige Freundin noch im Bett liegt und ich locker wieder zurück bin bis sie das erste Mal aus dem Bett krabbelt.

Allerdings sind die Untersuchungsmethoden etwas lustig… was vielleicht auch daran gelegen haben mag, dass ich den Fragebogen sehr gewissenhaft korrekt ausgefüllt habe. Wenn man dann seine Armbeugen zeigen muss und sich dabei überlegt, welche Diagnose sich daraus wohl ableiten lässt…. bis es mir dann doch einfiel und ich mal prüfte, ob ich den Doktor mit einem lockeren „Ich spritz mir den Shit immer zwischen die Zehen, da sieht man die Einstiche nicht“ aus der Ruhe bringen kann…. aber meine Zulassung bekam ich dennoch ohne dass ich die Socken ausziehen musste.

Viel los war jedenfalls nicht – obwohl ich in diversen Eckem im Internet Warnungen fand, dass Samstags die Hölle los sei. Vielleicht waren wir einfach zu früh dran für den Stress. Sonst war eigentlich alles gut, wenngleich der junge dynamische Mann am Empfang für meinen Geschmack eine etwas zu kesse Lippe hatte… aber das ist wohl dem Ruhrpottgemüt geschuldet, weshalb ich mir als verklemmter Schwabe da keine zuverlässige Meinung bilden kann. Die Mädels, mit der lustigen Aufschrift „Blutengel“ auf ihren Tshirts, waren aber schon etwas gestresst… aber dennoch sehr nett.

Auffällig war aber, dass ich fast nur junge Männer ausländischer Herkunft gesehen habe. Da mag dann vielleicht doch auch der Aspekt der „Aufwandsentschädigung“ eine Rolle spielen – was ich aber nicht schlechtreden will. Ich finde Blutspenden (auch wenn man für Geld tut) keinen Fehler – vorausgesetzt man ist ehrlich in seinen Angaben und gefährdet nicht durch bewusst falsche Angaben spätere Empfänger seines Blutes… dergleichen habe ich nämlich auch schon kennengelernt.

Also frühestens nächsten Samstag werde ich mich dort wieder blicken lassen…. dann hat meine Freundin aber nix mehr davon 😉