Monthly archives "Juni 2014"

Pfingsten kann mich mal…

Also das sind definitiv nicht meine besten Tage zur Zeit, ich weiß auch nicht…. Dafür gibts zu viele Sachen, die mich insbesondere in den letzten Tagen zunehmend aufregen und ich glaube an der einen oder anderen Stelle muss ich jetzt auch mal klare Worte sprechen oder Fakten schaffen, die klarstellen, dass meine Geduld in manchen Angelegenheiten auch nicht grenzenlos ist, denn langsam hab ich auf die eine oder andere Nervigkeit echt keine Lust mehr.

Noch dazu läuft die Planung dieser Tage mehr als mies. Der morgige Sonntag ist quasi auch ins Wasser gefallen und fällt unter die Kategorie „Wenn man nicht alles selbst macht, dann isses schon scheiße.“…. aber naja, was beschwere ich mich? Hätte ich mich gleich selbst darum gekümmert, immerhin sollte ich es langsam schon aus Erfahrung wissen und erst Recht dann, wenn es um was von Belang geht. Kann gut sein, dass ich mich deshalb auch mehr über mich selbst ärgere.

Fotografisch lässt es derzeit auch zu wünschen übrig und ansonsten fühle ich mich im Moment eher etwas ausgepowert und gestresst anstatt so, wie man sich eigentlich im letzten Drittel seines Urlaubs fühlen sollte.

Einziger Lichtblink in Form von Ablenkung war, dass ich gestern zufällig entdeckt habe, dass es von einem (inzwischen sehr in die Jahre gekommenen) ehemaligen Lieblingsspiel zwei kleine Fortsetzungen gibt, von denen ich aber gar nichts gewusst habe. Stattdessen habe ich immer auf eine echte/große Fortsetzung gewartet…. so haben mich die zwei kleinen Episoden (für mich „neu“, aber in Wahrheit auch schon 6-7 Jahre alt) wenigstens ein paar Stunden gestern und heute abgelenkt…

Morgen werde ich mir dann irgendein Ersatzprogramm suchen… ich weiß noch nicht was, bei der Dreckshitze. Das einzige Glück ist wohl noch, dass ich wenigstens nicht bei dem Wetter zum schwarzen Schaulaufen in Leipzig unterwegs bin.

So mehr gibts heute nicht, je mehr ich über die Dinge gerade nachdenke, umso mehr geht es mir schon wieder auf den Piss.

Towarischtsch!

Manche Episoden, die ich so um mein Hobby (die Fotografie) herum erlebe, sind schon recht seltsam…

Heute zum Beispiel oblag es mir ein Model (eine Freundin meiner Freundin) und meinen Schatz zu einem Shooting vom Bahnhof abzuholen.

Seit Tagen schon habe ich bei jeder sich bietenden Gelegenheit in den Zeitungskiosken, an denen ich zufällig vorbeikam, nach Ausgaben von russischen Tageszeitungen (mit möglichst großen kyrillischen Lettern) gesucht.

Nein, ich spreche kein Russisch und ich kann es auch nicht lesen oder schreiben… de facto habe ich überhaupt gar nichts mit Russland zu tun, denn ich stamme auch nicht von dort.

Die Zeitung (oder besser gesagt eigentlich einen ganzen Stapel davon) benötige ich als Deko für ein Foto-Projekt, das schon seit Tagen völlig fertig ausgestaltet in meinem Kopf herumschwirrt und das ich bald Realität werden lassen möchte.

Leider sind für diese Idee brauchbare russische Zeitungen (ich meine die richtigen Tageszeitungen auf diesem grau/beigen Umweltpapier) relativ knapp. In Ebay findet man zwar sehr tolle (alte) Exemplare, insbesondere aus der Sowjetzeit und der Zeit der Auflösung des Warschauer Paktes, doch die werden nicht gerade billig an den Mann gebracht, sondern zu echten Sammlerpreisen verkauft. Da ich aber aber mehrere Quadratmeter auszuschmücken habe (wenn schon, denn schon) könnte ich mir bei den Preisen auch gleich mein Studio mit Goldfolie tapezieren – und dabei käme ich vermutlich sogar noch günstiger davon.

So war die (für die Verhältnisse unserer „Stadt“) realtiv große Zeitschriftenhandlung am Bahnhof meine vorerst letzte Rettung…

… und tatsächlich, da lag eine moderne Version dessen, was ich suchte! Naja, „modern“ sollte es eigentlich nicht sein, denn das Foto soll retro wirken, aber Nachrichtenmagazine aus den alten Zeiten, als noch groß und nur mit schwarzer Tinte gedruckt wurde, dürften wohl in allen Zeitungsläden schon längst aus den Regalen geräumt sein. Aber egal, ich hatte zunächst wenigstens mal ein Exemplar für knapp Euro 2,- vor mir liegen, was für ein erstes Experiment für das Shooting auch ausreichen sollte.

So stand ich da eigentlich nur noch eine kurze Weile mit dieser Zeitung unter dem Arm am Zeitschriftenladen und versuchte die Seiten irgendwie optisch zu selektieren oder wenigstens mal den Namen der Zeitschrift (der natürlich auch kyrillisch geschrieben war) herauszufinden.

Aber die alte Frau, die auf mich zukam und mich ansprach, die wusste sicher wie die Zeitung hieß, denn sie sprach mich direkt auf Russisch an.

Was sie von mir wollte? Ich hab keine Ahnung.

Ich habe ihr (sehr freundlich und mit gutem Deutsch) gesagt: „Es tut mir leid, ich spreche kein Russisch.“, doch das hat sie entweder nicht verstanden oder sich davon nicht beeindrucken lassen, denn sie sagte gleich noch einmal etwas auf Russisch. Da sich aber meine Sprachkenntnisse in den letzten 5 Sekunden nicht verbssert hatten wiederholte ich noch etwas langsamer, dass ich wirklich kein Russisch sprechen würde.

Da schaute sie mich erst einmal ein oder zwei Sekunden sehr seltsam an und dann begann sie auf einmal zu schimpfen und ich bin mir sicher, dass es wohl besser war, dass ich nicht verstand, was sie zu mir sagte. denn es kam ein paar Mal ein Wort darin vor, dass man (wenn Google mich nicht anlügt) „bljad“ schreibt.

Die genaue Bedeutung kenne ich nicht, aber von einigen Arbeitskollegen (die sich untereinander des öfteren in Russisch unterhalten) weiß ich wohl, dass es sowas wie „Verdammt“ heißen muss und nicht unbedingt in den Wortschatz einer feinen Aussprache gehört.

Nach zwei oder drei sehr energischen Sätzen drehte sich die ältere Dame dann um und ging noch etwas mit den Armen gestikulierend davon.

Natürlich bin ich ihr nicht böse. Wieso sollte eine alte Frau mich aus der Ruhe bringen mit etwas, das ich ohnehin nicht verstehe? Aber mir war schon klar, weshalb sie mich so anschnauzte.. ich vermute, sie hat wohl gedacht, ich würde sie auf den Arm nehmen oder hätte schlicht keine Lust mich mit ihr zu befassen.

Welcher normale Mensch steht schon mit einer kyrillischen Zeitung unter dem Arm im Bahnhof und spricht/versteht dabei kein einziges Wort Russisch???

Zu versuchen das Missverständnis aufzuklären erschien mir nicht sinnvoll… ich würde bestenfalls riskieren die Situation weiter zu eskalieren…. aber falls von euch da draußen jemand eine Oma hat, die Russisch spricht und die euch heute erzählt hat, dass sie sich am Bahnhof über so einen ignoranten glatzköpfigen Kerl aufgeregt hat, dann könnt ihr eurer Oma bitte sagen: Ich spreche wirklich kein Russisch. 🙂

До свидáния. (Auf Wiedersehen)