Monthly archives "Mai 2014"

Kirschblüten – Hanami … eine Empfehlung

So Freunde, es wird mal wieder Zeit für die Empfehlung eines Film, den ich durch meine Freundin kennenlernen durfte.

Kirschblüten – Hanami“ heißt diese deutsche Produktion…. oh je… ein Deutscher Film… dachte auch ich. Noch dazu beginnt dieser Film in der tiefsten süddeutschen Pampa mit Eindrücken, wie man sie eher in einer Heimat-TV-Produktion des Bayerischen Fernsehens erwarten würde…. und Japan (das man schon der Bilder auf dem Cover wegen erwartet) lässt und lässt sich einfach nicht blicken.

Bei guten Filmen (das heißt: bei Filmen, die mir gefallen) will ich nicht spoilern. Wer sich jedoch, wie ich, am Anfang etwas zerknirscht die traute friedliche Idylle typisch deutscher Südländigkeit antun lässt, der wir alsbald in der Geschichte verwoben sein, denn es ist eben nicht nur ein Film über Japan, sondern ein Film über zwischenmenschliche Beziehungen. Ein Film darüber, wie man Menschen selbst wahrnimmt und wie sie wirklich sind, welche Freiheiten man ihnen gibt und wie man sie einsperrt und das alles ohne es bewusst zu erkennen. Ein Film, der sich auch gnadenlos mit dem Verhältnis zwischen Eltern und Kinder beschäftigt (auch das hat mich gewaltig nachdenken lassen) und damit, wie unterschiedlich man „Liebe“ leben oder erfahren kann….

Und ja, natürlich spielt ein Teil des Filmes in Japan… und ich finde es ist der schönste, aber auch der traurigste Teil.

Ein Teil, der nur Sinn macht, wenn man die Handlung davor kennt…

Ich mag es, wenn Filme etwas bewirken – zum Beispiel im eigenen Denken oder der eigenen Wahrnehmung. Dies ist so ein Film. Er lässt mich nachdenken darüber, dass man viele gute Dinge zu selbstverständlich nimmt, weil sie immer da sind… dass man manchmal gerade die Personen, die einem am liebsten sind, nur furchtbar oberflächlich sieht und das es manchmal auch zu spät ist Menschen, die einem wichtig sind, etwas zu schenken, was sie längst schon verdienen.

Zumindest die letzte Erfahrung habe ich schon einmal in meinem Leben gemacht.

Die Webseite dieses tollen Films (inkl. zweier Trailer) findet ihr HIER.

Du hast die Wahl, alter Mann

Jetzt ist es vorbei… endgültig… aus und am Ende… 🙂

Gestern bin ich mit dermaßen schweren Beinen und versteinerten Waden ins Bett gegangen, wie ich sie früher (höchstens!) nach einer komplett durchtanzten Nacht oder einem Gewaltmarsch beim Bund mal hatte…. im Jahre 2014 reicht schon ein Shooting mit der Dauer von 3 (drei) Stunden aus um mich zum Wadenkrüppel zu machen.

Gestern dachte ich noch… „hmmm… 40… so langsam gehts doch abwärts“… heute bin ich eher der Meinung, ich befinde mich im freien Fall. 🙂

Na, aber mal Spaß beiseite: ich weiß nicht, was mich so erledigt hat. Sonst habe ich bei den meisten Fototermine auch immer eine kleine Leiter, die ich (je nach Bedarf) hoch und runter klettere und da hatte ich nie Probleme.

Vielleicht lag es an der Tatsache, dass das Shooting in einem Tanzstudio stattgefunden hat und in einem solchen Trainingsraum ist Muskelkater vielleicht obligatoisch…. ja, das wirds sein! Es liegt gar nicht am Alter und dass ich so schrecklich aus der Form gekommen bin… das Raum-Karma hat mich in voller Breitseite erwischt!

Der Gang heute früh morgens zum Wahllokal war entsprechend mühsam. Circa 100 Meter vor mir kreuzte ein alter Mann (der war nicht 40, sondern eher Jahrgang 40) über die Straße und auf den Bürgersteig und lief mir ins Wahllokal voraus. Nicht ganz ohne peinliches Entsetzen ist mir selbst (mit meinem Muskelkater humpelnd) aufgefallen, dass sich seine und meine Gangart wohl für außenstehende Betrachter gar nicht so sehr unterscheiden würden… oh Mann….

Das hat mich dann noch bis in die Wahlkabine hinein so sehr beschäftigt, dass ich der Meinung war, ich könne sowas nicht einfach auf mir sitzen lassen. Und nur zum Beweis, dass ich doch noch besser drauf sein kann, habe ich mich nach Abgabe meiner Stimme dann entschlossen noch einen Umweg zum Bäcker zu machen. OK…. ich hatte auch ganz extremen Heißhunger auf etwas Süßes, aber ich zog es vor meine Rechtfertigung dafür darin zu suchen, um mir beweisen zu können, dass ich doch noch mobiler bzw. agiler bin, als es mir meine Waden vorzumachen versuchen.

Beim Bäcker war leider (obwohl ich vor 09:00 Uhr dort war) kaum noch etwas Süßes zu ergattern. Ich weiß nicht ob es am Wahlsonntag lag (die Wahllokale waren nach meiner Beobachtung alle leer als ich kurz nach 08:00 Uhr meine Stimme abgab) oder ob die Bäcker ggf. erst gegen später das ganze Sortiment bereitzustellen in der Lage waren….. jedenfalls war die einzige Zuckersünde eine seltsame Art von Zuckergußgebäck, die „Schnecke“ genannt wurde.

Nun, ich kenne Schnecken (also die vom Bäcker meine ich). Ich komme aus Süddeutschland… und meine Kindheit bestand zu einem nicht unwesentlichen Teil aus „Schnegga“ und „Schäumla“. Die Schnecken werden spiralförmig gedreht und sind mit vieeeeel Zuckerguß und mit Rosinen drin.

Diese Schnecke war eher ein flacher Fladen mit einem meteoritenkraterartigem Außenrand und darin einer Fülllung aus Pudding (vermute ich zumindest). Der Pudding war aber recht klumpenförmig und der Zuckerguß, der über allem lag, war nicht fest (und somit weiß-milchig), sondern noch recht flüssig und daher nass-durchsichtig. Mit diesen gelblich-weißen Puddingsklumpen und dem Zuckergußwasser machte das Gesamtkunstwerk eher den Eindruck, als wäre das der Abfallbehälter der Intensiv-Behandlung einer Akne-Klinik… wer schon einmal einen Pickel ausgequetscht hat, der weiß was ich meine.

Geschmeckt hats trotzdem.

Nach Hause zu humpeln war dann auch gar nicht mehr so mühsam. Vermutlich funktioniert es besser, wenn die Waden erstmal ein wenig benutzt worden sind.

Den Rest des Tages werde ich mich (Wohnungsbrand, Alienangriff und Apokalypse ausgenommen) nicht mehr aus der Wohnung bewegen…. außer vielleicht noch für eine Portion Pommes im Maxipark, der ja nur 200-300 Meter entfernt ist. Mal sehen, ob (bzw. wie lange) ich widerstehen kann. Da ich keine Shootings heute habe und auch die Freundin bei sich zuhause weilt und lernt, werde ich mir wohl ein paar Filme anschauen für die sie sonst eher nicht so zu begeistern wäre.

In diesem Sinne, habt einen schönen Sonntag…. und GEHT WÄHLEN, sonst schenkt ihr euren Stimmanteil den Dummen, die ihre Wahlplakate immer so hoch hängen.

Japan-Tag in Düsseldorf auch 2015?

Wie bereits im vorherigen Eintrag erwähnt, war ich vor einigen Tagen mit meiner Freundin auf dem Japan-Tag in Düsseldorf.

Ich persönlich war zum ersten Mal dort, habe also zu diesem Event bisher noch keine Vergleichsmöglichkeiten…. aber wenn es stimmt, dass es jedes Jahr voller wird (und dieses Jahr WAR es wirklich voll), dann mach ich hinter meine Teilnahme im Jahr 2015 doch mal ein dickes, dickes Fragezeichen.

Früher, als ich noch jung und am Leben war, besuchte ich damals gerne noch die ECHTE Loveparade (ich meine die, die ihren Namen noch verdiente, in Berlin). Dieser Musiktross damals (und insbesondere die letzte in Berlin stattgefundene Loveparade) ist schon immer mein persönlicher Superlativ in Sachen wie „voll“ oder „gut besucht“ gewesen. Der Japan-Tag kam diesen Eindrücken in diesem Jahr gefährlich nahe… nur dass die Musik fehlte, was schade ist, denn man hat weniger Unterhaltung dabei, wenn man mit 20cm Abstand zu den Menschen vor-hinter-neben einem durch das Gewusel drückt.

Schlimm ist dabei aber eigentlich vor allem, dass die Stadt wohl nicht auf so einen Ansturm vorbereitet war. Am Rheinufer ging an manchen Stellen schlicht gar nichts mehr voran. So ein oder zwei Engstellen haben sich gebildet, weil die Cafes am Rheinufer ihre Außenbereiche so weit in Richtung Rheinufer gesetzt haben, dass der Durchgang viel zu schmal wurde. Da viele Besucher nach einigen Minuten kapiert haben, dass es jetzt absolut nicht mehr weiter geht, sind die meisten dann durch die Außenanlagen des Cafes hindurch, hinter das Haus, um das Haus herum und dann wieder aufs Rheinufer gelaufen – mit der Konsequenz, dass man sich im Cafe (sofern man an einem Tisch saß) wohl fühlen musste, als säße man direkt in einer Menschenmenge, denn um einen herum trampelte ein unablässiger Strom von Menschen.

Also ich würde meinen Kaffee so nicht schlürfen wollen.

Dann weiß ich nicht, ob das nächste große Problem ein Japan-Tag spezifisches Problem ist oder ob wir Europäer einfach nur so degeneriert sind. In Japan fahren sie bekanntlich auf der falschen Seite. Das könnte mir erklären, wieso es Besucher (die aber jeweils nicht japanisch aussahen) gab, die sich immer als bockiger Einzelkämpfer auf der falschen Seite durch den Menschenpool kämpften…. mit der Folge, dass es natürlich wieder zum Chaos oder Stillstand kam. Ich meine, wären es Japaner gewesen hätte ich gesagt: „Gut, Gewohnheitsrecht… die sind eben links gewohnt.“ Aber bei uns Europäern, da geht mir das schon unheimlich auf die Nüsse.

Nun, kurz und gut: der Japan-Tag am Rheinufer selbst bestand zu 90% aus schlurfend hinter den Fleischmassen hinterher laufen bzw. von ihnen weiter nach vorne gedrückt zu werden.

Von den Ständen, die zwar zahlreich aber dennoch absolut überlaufen waren (verständlich bei so vielen Besuchern) hat man eigentlich nichts mitbekommen, denn auch im vorbeidrängen ergab sich kein Blick darauf, weil schon so viele Menschen davorstanden. Immerhin besaßen die meisten Stände im Bereich der Zeltdachkante eine Beschriftung, so dass man wusste, an welchem Angebot man gerade vorbeigeschoben wurde.

Auf der unteren Promenade sah die Lage viel besser aus. Dort war Platz und man konnte doch tatsächlich auch als Paar nebeneinander laufen… nur waren dort keine Stände. Nun, wenigstens fanden wir nach einiger Suche den Stand, den meine Freundin besuchen wollte – auch wenn sie die Person, die sie treffen wollte, dann nicht getroffen hat. Für mich war die angenehmste Zeit dann die Wartezeit am Rand des Menschenstroms, wenn ich am steinernen Geländer hin zum Rheinufer lehnen und mir einfach die vorbeidrückenden Massen anschauen konnte.

Mit das Interessanteste am Japan-Tag sind wohl die Gespräche gewesen, deren akustischen Teilhabe man sich aufgrund der sehr engen Ausweichmöglichkeiten teilweise wirklich nicht entziehen kann.

Mein Lieblingsgesprächsthema war Bibi. Ja, eindeutig Bibi. Selten habe ich bisher einen Kerl so dermaßen verheuchelt betteln gehört wie Bibis Freund…. das „Ooooch, Bibi“ (wobei das „Bibi“ mit einer schmollmundartigen Ausformung dann eher als „Bübüüüüüüü“ verstanden werden muss) klang dabei mindestens (und ungelogen!) 20-30 Mal zu mir herüber. Nun, was mag wohl passiert sein? De facto hat jemand den Kerl verpfiffen, soviel war klar. Im weiteren Verlauf des „och Bübüüüüü“-Mantras kam dann heraus, dass er wohl zuviel getrunken habe (oder zumindest „angeblich“ zuviel) und sich nicht mehr erinnern könnte, ob er wirklich mit einer anderen gefickt hatte – so wie es andere behaupten. Bübüüüüü, äh ich meine Bibi, war darüber natürlich nicht so ganz begeistert…. und versuchte, auch wenn ich das persönlich nicht nachvollziehen kann, das dann noch mit diesem Kerl in vernünftigen Argumenten auszudiskutieren. Naja, der Rest der Geschichte ist relativ uninteressant… abgesehen davon, dass der Arsch dann noch meinte (sinngemäß), er könne sich doch für nichts entschuldigen, woran er sich nicht mehr erinnern könne….

Liebe Bibi vom Rheinufer-Geländer am Japan-Tag, wenn Du das hier liest, dann folge meinem Rat: schmeiß den Kerl weg und such dir einen neuen. Du bist ein hübsches junges Mädel und findest tausend Bessere.

Und lieber Bübüüüü-Freund… Fremdficken, muss man selbst entscheiden ob man das tun will, aber hinterher (im Erwischt-Falle) nicht mit den Konsequenzen zu leben sondern mit Schmollmund angekrochen zu kommen und alles auf den Alkohol zu schieben, das ist schon eher eine Mischung aus feige-peinlich und verlogen… es sei denn, Du wurdest mit körperlicher Gewalt und gegen deinen eigenen Willen abgefüllt (was ich für eher unwahrscheinlich halte).

Leider waren die restlichen Gespräche auf dem Japan-Tag sonst nicht so interessant, bzw. immer gleich wiederholend: Mädels in Kostümen lästerten über Mädels in Kostümen… vermutlich während gerade andere Mädels in Kostümen über sie lästerten. Die Eigenart solcher Gespräche (die in der Regel von etwas bei diesem Anlass überdrehten Jugendlichen gepflegt werden) ist es vor allem dass sie möglichst laut geführt werden. Zwar stehen (bzw. schlurfen) die eigentlichen Gesprächspartner direkt neben- oder hintereinander, jedoch scheint es bei dieser Art von Szenegesprächen von geradezu fundamentaler Wichtigkeit zu sein, dass es auch der umgebende Dunstkreis mitschlurfender und bisher am Gespräch gar nicht beteiligter Personen mitbekommt. Ich vermute, dass es wohl als Regel gilt, dass die TRUE-heit der eigenen Darstellung insgesamt um den Faktor steigt, wie man sie lauthals bei anderen herunterkritisiert. Jedenfalls scheint dieses Thema ganz allgemein das Thema „Nummero Uno“ bei den kostümierten Teilnehmern (damit sind nicht die Lolitas gemeint) gewesen zu sein…. aber aus welcher anderen Szene kommt mir so ein Verhalten jetzt plötzlich so seltsam vertraut vor…? Hmm…..

Apropos! Ein paar Goths habe ich doch tatsächlich auch noch getroffen… in voller Montur, bei vollem Sonnenschein und (gefühlten) 50 Grad Celsius am nicht überdachten Rheinufer. Das gilt sicher als stilecht (also aus gothischer Sicht, mit dem Japan-Tag hat das ja nun eher rein gar nichts zu tun) aber in meinem Alter neigt man dann schon eher dazu das „ein klein wenig verrückt“ zu nennen. Dabei ist das eigentlich nicht böse gemeint, denn (wenn man als alter Sack ganz ehrlich zu sich selbst ist und tief in sich hineinhört) es klingt darin auch ein bisschen der Wunsch mit, selbst noch einmal so jung und verrückt zu sein… aber der Zug ist leider auch für den Asmodeus abgefahren – da bringt die ganze Bööösheit nix.

Ausdrücklich froh war ich, dass die Schwemme von „HUGH ME“ Schildern, Buttons und T-Shirts in aller Regel nicht in Anspruch genommen wurden. Teilweise gab es (bei Jungs) auch derartige Beschriftungen auf der Haut, z.B. im wohltrainierten und ausdefinierten Brust- und Bauchbereich. Natürlich habe ich viele Hughs (Umarmungen) gesehen, aber es hielt sich doch in Grenzen… kaum auszudenken was gewesen wäre, wenn sich die Leute im aneinander vorbeischiebenden Menschentross auch noch jedes Mal die Zeit genommen hätten sich zu umarmen. Insgesamt war es aber so eine Schwemme mit diesen Schildern, dass es schon eher inflationär wirkte und nicht mehr als nette Geste…. vor allem, weil sich manche Träger solcher Schilder und Aufschriften auch mal darüber Gedanken machen müssten, mit welcher Miene/Laune sie herumlaufen, wenn sie so eine Aufforderung zur Schau tragen. Bei so einigen Leuten konnte man dermaßen gelangweilte oder genervte Gesichter sehen, dass man statt ihrer wohl eher ein ausgehungertes Krokodil umarmt hätte.

Sollte ich mich entscheiden wieder auf den Japan-Tag zu gehen, dann mache ich mir vielleicht auch ein Schild um den Hals… darauf schreibe ich dann „FREE FUCKS“ und warte mal darauf, dass manche Teilnehmer nach dem 524. gesehenenen Schild schon nicht mehr genau lesen, was da steht…. das werden sicherlich lustige Gespräche.

Letztes Thema des Japan-Tages: die Knipser und die Fotografen.

Natürlich hatte ich auch meine Kamera dabei! Ist doch klar! Hömma! Tausende von Mädels in ausgeflippten Kostümen (vielleicht einige davon schon volljährig, so dass man nicht in Teufels Küche kommt, wenn man sie fotografiert)… da wäre man doch blöd, wenn man seine Kamera zuhause lässt …. dachte ich. In Wahrheit hab ich die Kamera für Japan-Tag-Zwecke nicht ein einziges Mal ausgepackt. Es geht einfach nicht so, dass ich es guten Gewissens „Fotografieren“ nennen könnte. Es wäre nur knipsen…. und glaubt mir Freunde, geknippst wurde an diesem Tag eine Menge…. bis sich einem die Zehennägel hochrollen.

Da wird draufgehalten… ungefragt und mit allen möglichen Geräten ohne Sinn und Verstand… gerade so, als hätte man keinen Japan-Tag erlebt, wenn man nicht mindestens ein oder zwei unscharfe oder verwackelte Bilder von halbnackt verkleideten Teenies auf dem Chip hätte. Daher:

  • Liebe Knipser-Deppen:
  • Es gilt allgemein (auch auf dem Japan-Tag) als extrem unfein, wenn man Menschen groß ins Bild nimmt ohne sie nach ihrem Einverständnis zu fragen.
  • Dies gilt vor allem und insbesondere auch dann, wenn es sich um Minderjährige handelt – denn für irgendein geschnappschusstes Scheiss-Foto, das ich im Internet hochlade, würde ich an eurer Stelle nicht die Gefahr einer Unterlassungsklage eingehen wollen (denn die Eltern hätten in diesem Fall ein Wort mitzureden… und dieses Wort kann teuer werden).
  • Wenn jemand, der sich bemüht zu fotografieren, ein wenig Abstand zwischen sich und seinem Objekt lässt, dann dient das dazu die Person im Bild gut in Szene zu setzen. Es ist keine Aufforderung für Knisper der Leistungsklassen „Nackte-Kinderhaut-geiler Pedo-Rentner“ und „iPad-Hochhalter“ sich dann zwischen das Objekt und den Fotografen zu stellen, denn ihr dürft davon ausgehen, dass die Hinterseite eures Kopfes NICHT die bevorzugte Perspektive für den Fotografen darstellt.
  • Cosplayer stellen i.d.R. ganz bestimmte Charaktere dar, was auch bestimmte Posen oder Gebärden beinhaltet, damit die Figur gut zum Ausdruck kommt. Deshalb sollte man einen Cosplayer immer ansprechen um ihm/ihr auch Gelegenheit zu geben sich so darzustellen, wie es ihm für seinen Charakter am besten erscheint. Cosplayer fotografiert man nicht einfach so, beim vorbeilaufen…

Nein, Freunde… ich mach mir keine Illusionen darüber, dass dieser Aufruf etwas bringt… es soll nur zeigen, wieso ich nie die Kamera gezückt habe… es kostet einfach viel zu sehr Nerven. Da bleibe ich lieber dabei mir meine Models für die Shootings noch durch Suche und Einzelansprache im Internet zu rekrutieren, ordentlich mit TFP-Vertrag und fest vereinbartem Shooting-Termin an passender Location (ohne Knipser-Hinterköpfe).

Auf der Heimfahrt im Zug war dann mein erster wirklich angenehmer Kontakt. Eine Fotografin saß mir gegenüber… und während der Kopf meiner Freundin schon ermüdet von der Hitze und der Anstrengung des Tages auf dem kleinen Tischchen am Fenster liegend in Schlaf versunken war, haben wir uns die Fahrt noch mit allerlei Plausch über das gemeinsame Hobby vertrödelt. Anständigerweise konnte ich dabei noch eine Empfehlung für meinen fotografischen Lieblingsmentor loswerden.

Das war mein Resümee des Japan-Tages 2014. Insgesamt eine sicher interessante Veranstaltung – aber vieeeeeeel zu voll.