Monthly archives "April 2013"

Andere (Bundes-)Länder, andere Sitten….

Zwei Dinge habe ich heute über die Westfalenser gelernt:

 

1. Maigang

Was ich bei mir in Süddeutschland nur vom Vatertag her kenne, wird hier (und vielleicht auch anderswo) auch am 01. Mai zelebriert und nennt sich „Maigang“.

Dabei ziehen die Kerle (Väter und Nicht-Väter) am ersten Mai ausgerüstet mit Boller-/Leiterwagen und Alkohol durchs Land und lassen sich wandern vollaufen. Gut, kann man machen…. muss aber nicht – jedenfalls nach meinem Verständnis.

Ich kenne dieses Verhalten nur von Vatertagen – an welchen ich es durchaus als duldbar ansehe, wenn sich die Väter dieser Welt mal einem Tag im Jahr den ganzen Frust von der Seele saufen (weiß man doch, dass uns die erste Hälfte des Lebens von unseren Eltern verdorben wird und die zweite Hälfte unseres Lebens von unseren Kindern).

Letzten Endes hat mich dies einmal mehr davon überzeugt, dass der gemeine Westfale einfach jeden erdenklichen Grund zum Anlass nimmt, sich ordentlich einen unter die Mütze zu kippen… um so die lange Zeit bis zu den Schützenfesten zu überbrücken, wenn das allgemeine Hirntotsaufen nicht nur obligatorisch wird, sondern mit allem (im besoffenen Zustand noch durchführbaren) militärischen Gebaren zelebriert wird.

Andererseits… vielleicht ist ein Feiertag, der erst im Dritten Reich vom größten Arschloch aller Zeiten zum dauerhaft gesetzlichen Feiertag erhoben wurde, auch ein guter Grund sich bewusstlos zu saufen…

 

2. Echte Kerle oder echte Waschweiber?

Relativ erstaunt war ich heute, was mir so über mich selbst berichtet wurde. Nein, nicht erschrocken oder etwa wütend… eher verwundert.

Ich hätte (ehrlich!) nie gedacht, dass irgendwelche Geschichten so dermaßen interessant sind, dass sich Kollegen (die es sonst immer darauf anlegen wie „richtige Männer“ wahrgenommen zu werden) wie derartig vertratsche Waschweiber verhalten, wie ich sie sonst nur aus der schwäbischen Hinterwäldler-Idylle kenne, die ich (nicht nur aufgrund dessen) mit Freuden verlassen habe.

Ich weiß schon gar nicht mehr, was die Kollegen selbst an diesem Tag alles zu erzählen hatten. Nicht dass es mich nicht interessiert hätte oder mir die Kollegen völlig scheissegal wären, aber es war mir einfach nicht wichtig genug das zu behalten. Aber bei manchem Kollegen scheint das anders zu sein, denn noch zwei Tage später scheint es genug Nachwirkung zu haben um darüber noch zu tratschen.

Ärgern tut mich das nicht. Was ich in aller Öffentlichkeit und im Kreise vieler Zuhörer von mir gebe ist nichts, was mich später ärgert, wenn es andere ebenfalls hören. Wäre das anders, müsste ich mir eher selbst eine ins Gesicht klatschen und zukünftig den Mund halten.

Aber ich bin erstaunt welches intensive Interesse vorherrscht. Ich selbst hätte mich selbst für wesentlich unwichtiger erachtet als mich andere Kollegen wohl wahrzunehmen gewillt sind. Nun gut, schön wenn man mir solche Aufmerksamkeit schenkt – ist doch viel besser als Ignoranz und Missachtung.

Nur so ganz passt das eben nicht in mein Bild von einem „echten Kerl“, wenn man sich hinten herum das Maul verreißt… das sieht dann eher nach der Masche einer ganz billigen Schlampe aus. 😉

 

So bin ich heute um zwei Erfahrungen reicher und damit darf ich den Tag in der Gewissheit beschließen, dass er nicht vergebens war.

Gleich wage ich noch einen Blick aus dem Fenster und werde, so der Himmel nicht verhangen und/oder regenverheißend ist, noch überlegen ob ich noch zur Fototour (Langzeitbelichtung) ansetze… Lust hätte ich wohl schon und ausgeschlafen genug wäre ich morgen sicher auch…. naja, mal sehen.

So denn, Freunde… wer von euch morgen unterwegs sein sollte, dem wünsche ich einen tollen Maigang und frohe Ausnüchterung und dem Rest eben Spaß bei den Dingen, die ihr so treibt.

Euer böööser Asmodeus

Die Zärtlichkeit der Frauen…

… ist so ein Kapitel für sich.

Eine frühere Freundin von mir träumte zum Beispiel mal, ich hätte sie betrogen. Als sie nach diesem Traum aufwachte und ich neben ihr lag, war sie wohl noch nicht richtig in der Lage zwischen Traum und Wirklichkeit zu unterscheiden und klatschte mir zur Strafe eine ins Gesicht….

Und wie ich heute (eher beiläufig auf der Autobahn) von meiner Freundin erfahren habe, ist der einzige Grund, weshalb ich heute friedlich aufwachen durfte, der gewesen, dass meine Freundin das Eisfach in der Gefriertruhe nicht öffnen konnte.

Die Gefriertruhe gehört seit langer Zeit schon endlich mal abgetaut und für schwache Mädchenhände ist das Eisfach (wenn es eingefroren ist) nicht so einfach zu öffnen.

Wäre das anders, dann hätte mich meine Freundin heute mit ein paar Eiswürfeln an sehr empfindlichen Körperstellen geweckt (weil ich wegen einer durchwachten Nacht nicht wie üblich früh wach gewesen war).

Also ehrlich, da heißt es immer Männer hätten ein Problem mit Zärtlichkeit…. aber schau sich einer mal die Frauen an! 🙂

Joooooaaaar…….

…. ich lebe noch!

Junge, Junge, Junge… wohin verschwindet nur die Zeit immer?! Wer hat eigentlich den Tag auf knappe 24 Stunden festgelegt? Könnte man nicht die Drehungen von Sonne und Erde (und dem ganzen anderen Zeuchs da im System) ein wenig korrigieren, so dass der Tag wenigstens 48 oder (noch besser) 72 Stunden hat?

Schon wieder ist der Tag so gut wie vorbei und obwohl ich (abgesehen von einer kurzen Ruhepause) ständig werkelte und tätig war, habe ich Gefühl wieder kaum etwas geschafft zu haben…. und die Zeit läuft mir mehr und mehr davon…. und eigentlich würde ich noch gerne viel mehr machen, denn es gibt so viele Dinge, die mich noch interessieren oder in die ich mich noch gerne vertiefen würde.

Gut, würde ich meine Hobbies aufgeben, wäre viel mehr Zeit… aber wofür lebt man dann eigentlich noch?

Im Moment, da nun die ersten Frühlingstage kommen, würde ich einfach gerne mit meiner Kamera durch das Land ziehen und viel mehr Zeit für Fotos opfern… aber das geht im Moment leider kaum. Ein Termin jagt den anderen und ich habe ständig das Gefühl als würde ich einer verpassten Straßenbahn hinterherlaufen ohne aufzuholen.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer ist eine Woche Urlaub im Mai. Da werde ich versuchen mir wirklich mal wieder richtig Zeit und Muse zu nehmen… obwohl da auch schon einige Termine stehen.

Oder wie wäre es mal wieder damit ein gutes Buch zu lesen… von der Uthred-Saga liegt seit Monaten der neueste Band in meinem Bücherregal und wartet darauf gelesen zu werden. Die Bücher haben mich bisher alle begeistert, aber wenn ich den neuen Band beginne, dann will ich auch wirklich Zeit haben mich wieder dem Fieber hinzugeben und das Ding möglichst kompakt zu verschlingen… ein Buch hin und wieder so alle paar Tage mal für ein paar Seiten zu lesen…. das war noch nie meine Sache.

Naja… und von der Zeit, die mir aktuell fehlt um diesen Blog so gut zu füllen (z.B. auch wieder mit einem „Tshirt der Woche“), wie das in der Vergangenheit der Fall war, will ich gar nicht erst reden. Einziger Lichtblick in Sachen Freizeitvernichtung ist im Moment die Community-Seite. Seit dem wir die Userzahlen auf eine dreistellige Zahl gedrückt haben (und weiter reduzieren), tendiert der zur Betreuung nötige Gesamtaufwand mehr und mehr in Richtung einer Zeitmenge, die man wieder als „normal“ und „angemessen“ bezeichnen kann.

Also kurz und gut, was mir am meisten fehlt ist Zeit…. leider kann man die nirgendwo kaufen, ansparen, leihen oder abheben…