Monthly archives "November 2012"

Gott schütze Facebook

Dieses Demokratieverständnis kann wirklich nur aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten kommen: wenn nicht genügend zur Wahl gehen, bestimmt die Regierung einfach selbst was sie will und schafft zukünftige Wahlen ab.

Nein, das ist kein Script zu einer Fortsetzung des Films „Der Diktator“, sondern die angekündigte zukünftige Praxis von Herrn Zuckerberg und Facebook.

Bisher soll es so gewesen sein, dass man als Facebooknutzer an wichtigen Entscheidungen mitwirken konnte (z.B. was den Datenschutz angeht), aber das Quorum (also die Mindestwahlbeteiligung) 30% betragen muss.

Wie man das bei ca. 1 Milliarde Nutzern erreichen will, ist für mich allerdings eine große Frage. Die letzten Abstimmungen sollen nur von ca. 300.000 Nutzern durchgeführt worden sein (also nicht einmal 1%).

Aber wen wundert das?

Ich selbst (bis jetzt auch Facebookler) habe noch nie in meinem Leben von einer Möglichkeit, an Facebookabstimmungen teilnehmen zu können, gehört. Bisher wurde ich nur mit nervigen Abstimmungen („Lieber zu Burger König oder zu Mac Donald„, „Fremdgehen: ja oder nein„, „Kino oder Kneipe„) von noch nervigeren Anwendungen belästigt. Außerdem werde ich über jeden sinnfreien Anstupser informiert und wenn jemand auf „Gefällt mir“ klickt, egal wie saudumm meine Statusmeldung war…. wieso bekommt man dann keine ausreichende Information über anstehende Abstimmungen?

Man sollte denken: würde Facebook wirklich etwas daran liegen die Nutzer zu beteiligen und die Hürde (die ziemlich hoch ist) zu erreichen, würde solche Abstimmungen auch effektiver bekannt gemacht werden.

Und nun, weil die 30% nicht erreicht sind, hat Facebook beschlossen in Zukunft einfach selbst alles zum Thema Datenschutz bestimmen zu wollen und die Nutzer wieder außen vor zu lassen.

Ich kann damit leben, wenn jemand (wie auf vielen Seiten, wie ich selbst auf meinen Seiten) schon immer allein bestimmt und das auch verantwortungsvoll tut. Aber Facebook ist eben nicht besonders bekannt dafür sensibel mit dem Daten umzugehen und wenn man schon großartig Mitsprache einräumt und das Thema dann so handhabt, dann finde ich es schon ein starkes Stück.

Das ist so, als wenn die Regierung sagen würde: „Gut, wenn nicht genügend Leute wählen gehen wollen, dann machen wir einfach in Zukunft ohne Wahlen weiter.

Gott schütze Amerika, Gott schütze Facebook!

Von Frittenbuden und Weihnachtskotze

OK, alle Jahre verdammt nochmal wieder hat uns meine absolute Hass-Zeit heimgesucht: die Vorweihnachtszeit.

Ach! Wie beschaulich und jingle-glitzernd-sternenstaub-lebkuchen-süß plärrt mir an allen Ecken und Enden der zum Frontalangriff geblasene Konsumrausch in Form von Werbung entgegen….

Beim einem Autohändler ist Weihnachten schon im November, weil da irgendeine Blechkarre auf den Markt kommt. Beim Elektronikdiscounter (naja.. ob das wirklich so „Discount“ ist, das wäre allein schon einen Blogeintrag wert)  ist sogar 30 Monate am Stück Weihnachten, denn so lange dauert es bis man das Zeug, das man dort gekauft hat, dann abbezahlt hat. Der Mobilfunkanbieter hat ja ohnehin immer Weihnachten und selbst wenn ich kaum noch Radio und TV einschalte um dem allgegenwärtigen schlittenklingel-schneeflocken-Weihnachtspiss zu entgehen, so trifft mich spätestens dann wieder der Schlag, wenn ich meinen Briefkasten öffne und mir güldene Gutscheine mit Tannenbaumillustrationen entgegenfallen (und dann direkt ins Altpapier wandern).

Habe ich schon erwähnt, dass ich die Weihnachtszeit hasse?

Für meinen Stromanbieter ist sowieso Weihnachten, weil der alle Mehrkosten der „Energiewende“ (so nennt man das, wenn Deutschland dank gestiegener Braunkohleverbrennung ca. 9 Mio Tonnen CO2 mehr in die Luft pustet) direkt und mit Aufschlag und anteiliger Mehrwertsteuer an mich weitergeben kann.

Mich hat heute der (nicht elektrische) Schlag getroffen, als ich gelesen haben wieviel ich im kommenden Jahr mehr zahlen muss, nur damit wir unsere grüne Stromerzeugerseele in wohliger Unschuld baden können (und nebenher mehr Atomstrom aus den vermutlich weniger sicheren AKWs im Ausland importieren müssen).

Der Herr Steinbrück meint zwar, dass „jede Frittenbude besser gemanaged“ sei als die Regierung das mit der Energiewende macht und damit hat er sicher auch ein Stück weit recht, aber er vergisst bei seiner Anprangerei auch noch eines: von einer Frittenbude erwartet der Staat dass sie ihre Einkünfte auf Euro und Cent genau angibt… was nach meinem Eindruck der Herr Steinbrück als (künftiger?) Vertreter des Staates der Bevölkerung gegenüber eher als nachrangig zu betrachten scheint.

Daher, lieber Herr Steinbrück, würde ich vorschlagen: werden Sie in erstmal in Sachen Nebeneinkünfte und Veröffentlichung so genau, wie man das von einer Frittenbude verlangt, dann dürfen Sie auch weiter große Reden (bezahlte und unbezahlte) schwingen.

Nur einer hat dieses Jahr wirklich keine schöne Weihnachten: unsere kirchenmausarmen und am Hungertuch nagenden Krankenkassen.

Ich sehe schon, wie die Mitarbeiter dort aus den tollen Palästen ausziehen und ihre Kundenschalter demnächst in der Straßenunterführung nebenan aufbauen müssen, denn die Praxisgebühr soll gestrichen werden. Selbstverständlich ist es da absolut notwendig hohe Ausgleichszahlungen an die Krankenkassen zu leisten… ich meine, letztes Jahr hatten die doch immerhin „nur“ 4 Milliarden Überschuss erwirtschaftet…

Gut, damals wurde zwar gesagt, man würde deshalb die Beiträge nicht senken, sondern das Geld lieber für schlechte Zeiten sparen damit man, wenn die Einnahmen mal einbrechen, nicht sofort wieder mit „Beitragserhöhungen“ und „Ausgleichszahlungen“ kommen muss… aber das ist ja schon 12 Monate her und vielleicht ist von den gesparten 4 Milliarden Euro deshalb auch schon nichts mehr da…

… 4.000.000.000 Euro.

Es gibt einfach Zeiten, da kann man unmöglich soviel in sich hineinfressen wie man gerade auskotzen könnte. Und dabei weiß ich gar nicht, was mich eher zum Kotzen bringt: dass sich Politik und Wirtschaft sowas herausnehmen oder dass es sich das dumme Wahlvolk einfach so gefallen lässt, bzw. es überhaupt nicht wahrnimmt was da abgeht. „Solange es mir noch gut geht, einfach hübsch das Maul halten“… tolles Erfolgskonzept.

Mit dieser Einstellung hat es auch Griechenland in die Hitparade geschafft und ich denke, viel fehlt nicht mehr bis auch wir gar nicht mehr weit davon entfernt sind, wo andere Staaten in Europa jetzt bereits schon stehen.

Aber egal… jetzt ist erstmal Vor-Weihnachten…. schon wieder was zum Kotzen… und nur ein Trost bleibt mir: Weihnachten fällt dieses Jahr aus, denn drei Tage zuvor (am 21.12.12) geht die Welt unter.

Und nun Freunde, werde ich ich meinen Aktionismus in der Küche am schmutzigen Geschirr austoben und dabei gedanklich der Frage nachgehen:

Wenn die Tabaksteuer vor dem Rauchen abschrecken soll, wie ist es dann mit der Lohnsteuer?

In diesem Sinne euer böööser Hausmann Asmodeus

Schritte und Ziele

Jaaaha Leutz, weiß ich doch selbst auch dass ich schon ein paar Tage nichts geschrieben habe. 🙂 Aber wie so vieles, so hat auch dieses seinen guten Grund.

Da ich nun (siehe vorgegangener Blogeintrag) ein paar Tage ohne eigenes Auto war und alle Zeit darauf verwenden musste, diesen Zustand schnellstmöglich und entgegen aller Widrigkeiten (die sich dieses Scheiss-Spiel, das sich „Leben“, nennt noch hat alles einfallen lassen) zu ändern, kam ich leider nicht dazu großartig meinen Blog zu füllen.

Aber hier ist er nun, der erste (wenigstens kurze) Eintrag im Beisein meines nächsten fahrbaren Untersatzes. Gestern habe ich ihn aus Dortmund abgeholt und irgendwie habe ich (nach allem Pech, das mich seit Monaten mit Lust in den Popo poppt) insgeheim erwartet, dass auf der ersten 40km langen Strecke gleich der Motor explodiert, das Dach fortweht oder ich beim Blick aus der Seitenscheibe sehe, wie sich eines meiner Räder in die Fahrbahnrandbegrünung verpisst.

Aber nichts von alle dem ist geschehen, was mich natürlich nicht gerade sehr beruhigt, sondern ganz im Stile der Machart von „Final Destination“ (eine Filmreihe, die ich richtig scheisse finde, der aber in meinem Leben immer wieder eine besondere Bedeutung zukommt) mich einfach nur noch sicherer macht, dass sich das Leben gerade etwas RICHTIG Gemeines ausdenkt und dafür eben noch etwas Zeit braucht.

Lustig ist vielleicht zu lesen, aber dennoch ist es Tatsache, dass mich die Leidensgeschichte rund um das letzte Auto UND GLEICHZEITIG auch noch um den nagelneuen PC ziemlich verunsichert hat. Normalerweise, wenn man sich etwas kauft (erst recht wenn es neuen TÜV hat oder eben auch ein Neugerät ist), geht man doch irgendwie selbstverständlich davon aus, dass die Sachen auch funktionieren und ihren Dienst tun. Diese „Selbstverständlichkeit“ im Denken muss ich mir erst wieder angewöhnen… wenn ich heute ins Auto steige, dann tickert der Kopf schon, welchen „Plan B“ es gibt um von der Arbeit eventuell wieder nach Hause zu kommen, falls der Motor in tausend Einzelteile zerfallen sollte oder das Lenkrad abbricht.

Freude an Anschaffungen hat man(n) so jedenfalls nicht mehr wirklich.

Aber man kann es auch anders sehen: man neigt dazu sich in Zukunft nicht mehr leichtfertig in neue Anschaffungen zu stürzen und spart somit vermutlich auch noch eine Menge Geld. Theoretisch zumindest könnte man sich selbst so ein wenig selbst beruhigen – man soll ja nie die Macht der Selbstüberredung unterschätzen.

Nun ja, zum reparierten Medion PC (dieser Blog berichtete ausführlich darüber) kann ich nur sagen, dass bisher alles zur Zufriedenheit funktioniert. Ich habe diesmal keine einzige private Datei aufgespielt, kein sinnvolles Programm installiert und auch nicht eine Email auf den Rechner gezogen. Nein, denn alles, was für mich wirklich wichtig ist, läuft gerade noch immer auf meiner 5 Jahre alten Maschine.

Diesmal war ich schlauer und hab erstmal mein neuestes Ballerspiel auf dem Medion PC installiert und nutze den PC seither nur wenn ich (mal Abends kurz vor der Nachtruhe) mal eine Weile daran zocke. Erst will ich sehen, dass die (Zitat:) „High End Grafikkarte“ auch dauerhaft wieder eine Leistung bringt, die dieses Namens würdig ist und wenn das ein paar Tage gut geht, dann mach ich mir (erneut) die Arbeit und installiere meinen ernsthaften Datenbestand auf der neuen Maschine.

Eine Testsendung auf radio.XES am Mittwoch hat der neue PC aber schon anstandslos bewältigt. Ich hoffe, die Sendung am Montag (welches meine Hauptsendung „DER ELEKTRONISCHE MONTAG“ ist) geht ebenso glatt über die Bühne…. aber auch hier leide ich unter den gleichen negativen Erwartungen wie beim Auto… ich gehe einfach davon aus, dass gleich oder bald oder jetzt gerade schon sich das nächste Problem damit anbahnt.

Also, was kann ein böööser Asmodeus tun, wenn es ihm so ergeht? Vermutlich kann er sich nur an eines seiner Lieblingszitate erinnern, welches lautet:

Meine Sicherheit liegt im Schritt, nicht im Wissen um das Ziel.

Quelle: Waldemar Bonsels (1880 – 1952)

 

Und so schreite ich eben…. jetzt gleich zum Beispiel zur Arbeit… vielleicht schaffe ich es noch vorher beim Drecksladen-Autohaus die Reifen und das (beim Kauf unverzüglich auf meinen Wunsch hin) ausgebaute Sportfahrwerk abzugeben, denn ich will nichts, was mir nicht auch zusteht. Den Rest vom Auto haben wir mit einiger Diskussion abgewickelt, aber da der böööse Asmodeus nicht unvorbereitet in eine Verhandlung geht, waren diverse BGH-Urteile und andere Fakten schon lange im Kopf gespeichert um die Abrechnung (immerhin ging es um die Verhandlung zum Nutzungsentgelt) genau so durchzuführen, wie ich es im Sinn hatte.

Auch hier wäre ich zu Zugeständnissen zwar bereit gewesen, aber da das Drecksladen-Autohaus zuerst damit begonnen hat abseits von Service-Gedanken und Kundenfreundlichkeit lediglich damit zu argumentieren was „IHR Recht“ ist, habe ich keine Veranlassung mehr gesehen mich meinerseits mit weniger zufrieden zu sehen als damit was MEIN Recht ist.

Dass ich dort kein Auto mehr kaufen würde, selbst wenn es der letzte autoverkaufende Händler auf der nördlichen Halbkugel wäre, versteht sich dann wohl auch von selbst. Da ich ca. 20 Minuten warten durfte (obwohl ich mich auf die Minute genau angekündigt und auch zugegen war) habe ich die Zeit im Kreise der anderen wartenden Kunden, die schon auch schon vor meiner Ankunft im Gespräch befanden, genutzt um denen ein wenig von meiner Erfahrung mit diesem Autohaus zu berichten und auch davon, was der Inhalt meines Termins ist. Da war mir innerhalb von Sekunden alle Aufmerksamkeit gewiss und ich redete noch in Ruhe meinen Absatz zu Ende, als der Verkaufsleiter schon hinter mir stand um mich zur Verhandlung in sein Büro zu holen.

Können tun dir mir ja nichts, denn nichts anderes als das was wahr und nachweisbar ist, sage oder schreibe ich. Dass sie sich selbst damit nicht mit Ruhm bekleckert haben wissen sie ja auch. Streitpunkt und Kern unserer unterschiedlichen Ansichten ist ja nur die Bewertung der Frage, warum das Autohaus nicht schon früher auf meinen Wunsch zur Wandlung eingegangen ist, dann hätte man sich nämlich alles danach (was die Sache auch zum absoluten Verlustgeschäft für das Autohaus machte) sparen können und ich hätte weiterhin auch als zufriedener Kunde bei ihnen gekauft.

Naja… Schnee von gestern… jetzt bin ich mal gespannt womit mir der neue fahrbare Untersatz auf den Piss gehen wird.

In diesem Sinne, euer böööser Asmodeus